Naveed kam erst nach Deutschland, als er 15 war – ohne seine Eltern, die in der pakistanischen Stadt Karachi blieben. Das Internat hat er in guter Erinnerung. Viele seiner Freunde heute stammen aus dieser Zeit. Die Umstellung von der pakistanischen Metropole ins beschauliche deutsche Schul-Umfeld fiel ihm nicht schwer, hatte er doch auch in den Jahren vorher die deutschen Sommer in den Ferien kennen- und schätzengelernt.

“Ich genoss in Deutschland einfach bestimmte Freiheiten, die ich in Karachi nicht hatte. Wir waren mit dem Fahrrad unterwegs, Fußball spielen und im Schwimmbad. Das sind meine Erinnerungen an Deutschland: Freiheit.”

Seine pakistanische Herkunft erweist sich meist nur an Flughäfen als problematisch. So muss er des Öfteren längere Frageprozeduren bei seiner Einreise in bestimmte Länder aushalten – Naveed sieht es sportlich, als eine Art Spiel. “Bisher bin ich auch immer reingekommen.”

“Ich werde oft als Araber wahrgenommen, mal als Libanese, Mexikaner, Südamerikaner, Südeuropäer. Ich war schon alles. Sogar Russe. Man ist von allem ein bisschen.”