Artikel verfasst von Frank Joung
Diese Episode ist Teil der Serie „Integration durch Sport“

Warum sich Menschen noch in Vereinen engagieren, wie praktische Vielfalt im Sport aussieht – und weshalb es sich lohnt, bei der Wohnungssuche auf Haustiere zu achten, bespricht Frank in dieser Bonus-Episode Sport Edition mit Fatma, Ruben, Mohammed, Ninar und Samar.

In der Gesprächsrunde, initiiert von „Integration durch Sport“, geht es darum, wie mehr Menschen aus marginalisierten Gruppen echten Zugang zu Vereinen und Vereinspositionen bekommen können. Sollte man „Safe Spaces“ für Unprivilegierte kreieren oder sich lieber auf die nivellierende Kraft des Sports verlassen?

Fatma Polat (Mainz), Mohammed Nouali (Hildesheim), Ruben Castro (Hamburg) und die Zwillingsschwestern Ninar und Samar Al-Khatib (Saarbrücken) haben alle bei der Neuauflage der DOSB-Fotokampagne „Wo ich herkomme? Vom Sport!“ mitgewirkt.

Sport verbindet – aber tun das Vereine auch?

Warum hat Mohammed Nouali ein halbes Jahr in Zügen geschlafen? Was war an Fatma Polats Begegnung mit einem Professor so besonders, dass sie sich heute noch daran erinnert? Wieso stört es Ruben Castro, wenn Menschen ihm sagen, ihm liege der Sport im Blut? Und wie sind Ninar und Samar aus Syrien, tischtennisspielende Zwillingsschwestern, im Saarland aufgenommen worden?

Es geht um tröstende Musterpokale, autoritäre Vorstandsmitglieder und was sich die fünf für die deutsche Sportlandschaft wünschen. Sie alle sind sich sicher: Über den Sport können Menschen zueinander finden, das (Vereins-) System allerdings weist erheblichen Verbesserungsbedarf auf. Ein Grund, warum sie sich engagieren.

Mohammed Nouali

Mohammed Nouali ist 1992 nach Deutschland aus Marokko gekommen, um zu studieren. Der Integrationsbeauftragte des MTV 48 Hildesheim hat für sein Engagement bereits den Integrationspreis des Landes Niedersachsen erhalten.

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Mohammed Nouali vom MTV 48 Hildesheim hat bereits den niedersächsischen Integrationspreis erhalten (DOSB/ Henning Heide).

„Deutschland ist Einwanderungsland, aber noch keine Einwanderunsgesellschaft. Auch (weiße) Deutsche müssen sich ins neue Deutschland integrieren.“

Mohammed Nouali, Integrationsbeauftragter vom MTV 48 Hildesheim

Fatma Polat

Fatma Polat hat vor einigen Jahren den Sport- und Kulturverein Arc-En-Ciel in Mainz gegründet. Die Deutsche mit kurdischen Wurzeln vermittelt zwischen Vereinen und Sportwilligen.

Fatma_Polat
Fatma Polat vom Verein Arc en Ciel sieht sich als Brückenbauerin zwischen Vereinen und Sportwilligen (DOSB/ Henning Heide).

„Diversität ist nicht nur die passive Hinnahme, sondern die produktive Erarbeitung.“

Fatma Polat, Vorsitzende des Mainzer Sport- und Kulturvereins Arc-En-Ciel

Ruben Castro

Der Ex-Basketballspieler Ruben Castro engagiert sich ehrenamtlich im Hamburger Verein Africa United.

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Ruben Castro engagiert sich ehrenamtlich beim Hamburger Verein Africa United (Foto: DOSB/ Henning Heide).

„Die Reaktionen auf unseren Verein waren bislang neutral bis positiv. Offene Anfeindungen gab es zum Glück noch nicht.“

Ruben Castro, Africa United

Ninar und Samar Al-Khatib

Seit 2015 leben die syrischen Tischtennispielerinnen Ninar und Samar Al-Khatib in Deutschland. Sie spielen und trainieren Kinder beim 1. FC Saarbrücken.

Samar und Ninar Al Khatib
Samar und Ninar Al Khatib spielen Tischtennis beim 1. FC Saarbrücken (Foto: DOSB/ Henning Heide).

„Wir wurden in Deutschland sehr gut aufgenommen. Das einzige, was wir nicht verstehen, ist: Es gibt sooo viel Papier, so viel Bürokratie.“

Samar und Ninar Al-Khatib, Tischtennisspielerinnen beim 1.FC Saarbrücken

Diese Bonusfolge der Serie “Halbe Katoffl Sport“ ist in Kooperation mit „Integration durch Sport“ entstanden. Das Bundesprogramm wird vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Hier findest du weitere Sport-Episoden.