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	<title>LinkedIn &#8211; halbekatoffl.de</title>
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	<title>LinkedIn &#8211; halbekatoffl.de</title>
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		<title>Fetsum Sebhat (ERI): Eritreische Hausmusik, PxP-Festival &#038; Bildung als Währung &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/fetsum-sebhat-eritrea/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Dec 2024 13:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Fetsum Sebhat ist Sänger, Kulturaktivist und Kulturunternehmer. Der 48-Jährige spricht bei Halbe Katoffl über sein Aufwachsen im schwäbischen "Klein-Moskau" und Bella Italia, warum Erzählungen in Eritrea zu Musicals werden und wie es ist ein riesiges Charity-Musikfestival auf die Beine zu stellen. Über Future Skills, Hip Hop als Therapie und Bildung als Währung.

FESTIVAL: https://pxp.one/
FETSUM AUF LINKEDIN: https://de.linkedin.com/in/fetsum-sebhat-3266b75

(02:40) Passkontrolle
(05:50) Bewerbungsgespräch
(11:30) Klischee-Check
(15:20) "Klein Moskau" und Bella Italia: Meine erste Sprache war italienisch
(30:40) "Bei uns zuhause war Bildung die Währung"
(45:15) Musik als Rückzugsort: Musik war Therapie für mich
(1:05:20) Scham auf der Bühne und Singen in den USA
(1:16:55) PxP-Festival: Wir dürfen nicht ruhig sein
(1:30:30) Die vier Kernskills der Bildung

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

SUPPORT:
Halbe Katoffl unterstützen: https://halbekatoffl.de/unterstuetzen/ 

Website: https://halbekatoffl.de 
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Fetsum Sebhat ist Sänger, Kulturaktivist und Kulturunternehmer. Der 48-Jährige spricht bei Halbe Katoffl über sein Aufwachsen im schwäbischen &#8222;Klein-Moskau&#8220; und Bella Italia, warum Erzählungen in Eritrea zu Musicals werden und wie es ist ein riesiges Charity-Musikfestival auf die Beine zu stellen. Über Future Skills, Hip Hop als Therapie und Bildung als Währung.</p>



<p>Fetsum wird im November 1976 in Kairo geboren. Seine Eltern sind aus Eritrea. Mit anderthalb Jahren zieht die Familie weiter nach Rom. Wiederum zwei, drei Jahre später zieht Fetsum mit der Mutter nach Stuttgart. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Meine Mutter ist aus dem Krieg gekommen, aus einem anderen Land, ohne Mann, ohne Geld, ohne Arbeit, ohne alles. Und ich klopfe auf meinen Holzkopf: Alles ist gut gegangen. Was nicht heißt, dass es nicht auch Spuren hinterlassen hat.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Bildung ist Währung</h2>



<p>Fetsum lebt mit der Mutter in ärmlichen Verhältnissen auf 39 Quadratmeter in einem Viertel, was &#8222;Klein Moskau&#8220; genannt wird, hat aber das Privileg, häufig nach Italien in den Urlaub zu seiner italienischen Ziehfamilie fliegen zu dürfen. Er pendelt fast buchstäblich zwischen den Welten und Milieus. Schon als Kind spricht Fetsum mehrere Sprachen. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Bei uns zu Hause war Bildung immer wichtig. Da wurde nie von Geld gesprochen, sondern hol dir die bestmögliche Ausbildung, die du haben kannst, weil: Wir wissen ja nicht, wo wir morgen sind. Die Währung ist Bildung. Ein Diplom in Deutschland ist eine Währung in der Diaspora gewesen. Das ist der Schlüssel weltweit.&#8220;</p></blockquote>



<p>Fetsum ist ein lebhafter Jugendlicher: Klassensprecher aber auch Klassenclown, Fußballer – und er entdeckt die Musik, auch hier von diversen Einflüssen umgeben, von ägyptischen Balladen, italienischem Schlager, eritreischer Hausmusik oder amerikanischem Soul und Hip Hop. &#8222;Ich war einfach Musik-Fan, vielleicht ein bisschen mehr noch als ein Fan. Ich habe Musik extrem als Rückzugsort für mich empfunden. Wenn ich Musik angemacht habe, konnte ich echt eintauchen und abtauchen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Erstes Album und Wake-up-Call</h2>



<p>Ganz langsam traut er sich, auch eigene Musik zu machen. Rappen, Singen – doch erst mit rund 35, mit seinem ersten Album &#8222;Colors of Hope&#8220; spricht er laut aus, was er ist und sein will: Musiker. </p>



<p>Er tritt mit bekannten Künstlern wie Joy Denalane oder Max Herre auf, spielt in den USA und sieht: auch hier transportiert sich seine Musik. 2013 dann der Wake-up-Call. Bei zwei Schiffsunglücken vor der Küste der Mittelmeerinsel Lampedusa sterben innerhalb von wenigen Tagen mehr als 600 Menschen. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Da sind voll viele Eritreer*innen und Kinder ertrunken. Für uns war das so: Das ist unsere Biografie ,das ist unsere Geschichte. Bloß wir hatten Glück – wir können nicht ruhig sein! Und das Beste, was uns eingefallen ist, war ein Musikfestival.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">PxP-Festival: Peace by Peace</h2>



<p>Zusammen mit seinem Freund Teddy Tewelde stellen sie das PxP-Festival auf die Beine: 17 Music-Acts spielen am 5. Juni 2016 in der Berliner Waldbühne vor 22.000 Zuschauern. Seitdem hat sich das Festival noch ausgeweitet zu &#8222;Europas größtem Benefizfestival für Kinder&#8220;: Chancen- und Bildungsgerechtigeit stehen im Fokus. Teddy und Fetsum haben zwei weitere Bereiche der Brand gegründet, ein gemeinnütziger und bildungsfördernder Arm und eine Plattform, die andere Events berät und kuratiert. <a rel="noreferrer noopener" href="https://pxp.one/" target="_blank">https://pxp.one/ </a></p>
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		<title>Ana Alvarez (CRI): Migrapreneur, German Bureaucracy &#038; Caring about Humans &#124; Work-Edition (engl.)</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/ana-alvarez-costa-rica/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Nov 2024 22:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Ana Alvarez had already built a remarkable career in her home Country Costa Rica when coming to Germany. But here she quickly realized that she was a “nobody”. After humiliating appointments at the german Job-Centers she did what she knew best: She went to (net) work. An in depth conversation about migrant resilience, german bureaucracy, why it’s so hard to stop caring and what she would have loved to know before she founded Migrapreneur.

https://app.migrapreneur.org/

(02:50) Passport Control
(09:40) Job Interview
(13:55) Cliché-Check 
(21:25) Childhood in Costa Rica, Lying for Work, Ministry of Finance
(32:55) Humbled, Humiliated, Depressed – Welcome to Germany
(51:30) Migrants becoming entrepreneurs: good idea or mistake?
(1:15:00) "I care about Humans"

This episode is part of the “Work Edition” Series which focusses on work. It is supported by LinkedIn.

SUPPORT:
Halbe Katoffl unterstützen: https://halbekatoffl.de/unterstuetzen/ 

Website: https://halbekatoffl.de 
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ana Alvarez had already built a remarkable career in her home Country Costa Rica when coming to Germany. But here she quickly realized that she was a “nobody”. After humiliating appointments at the german Job-Centers she did what she knew best: She went to (net) work. An in depth conversation about migrant resilience, german bureaucracy, why it’s so hard to stop caring and what she would have loved to know before she founded Migrapreneur.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Focus on the Dream</h2>



<p>Ana loves her passport. She adores the animals on it. &#8222;That&#8217;s so Costa Rica&#8220;, she says smiling. Born on the 4th of Dec in San José in 1984, the capital, she recalls the times when she dreamt of going to University. Early on she was focused to make her dream come true in a country where professional female success ist still hard to achieve. It was her mother who always encouraged her to <em>not</em> follow her (the mother&#8217;s) path and keep pursuing financial independence. </p>



<p>At the age of 17 she accidentally found her way to the ministry of finance, first as a volunteer in the press office, then later she became the Press and PR officer in charge. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;All I knew was how to make money and how to survive by my own.&#8220;</p></blockquote>



<p>When she was 23/ 24 she married a german Man for a Visa. But it wasn&#8217;t for her to go to Germany, it was for him to stay in Costa Rica. Ana worked at the United World College as a Development Coordinator, an experience that has shaped her to this day: Being around people from all over the world every day showed her the beauty of true diversity and a sense of global community.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Here I was a nobody&#8220;</h2>



<p>But in 2015 when she moved to Germany she saw her life so far shattered in pieces. At the German Job Center she was told that with her CV she won&#8217;t find a job. She was shocked, humiliated and devastated. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;I was lost, because here I was nobody. Nothing I did &#8211; my career, my experiences – everything I did back home mattered to anybody.&#8220;</p></blockquote>



<p>She soon realized that migrants not only have a difficult time to get employed but also face extremely high obstacles to found theirs own companies. In 2016, against all odds, she founded the Migration Hub Network, in 2020 United Actions e.V. and later in 2021 Migrapreneur. Her approach: Hosting meet ups, events and gatherings for migrants and also &#8222;bridging the gap for migrants and the entrepreneurial ecosystem&#8220;. Migrapreneur focusses to help migrants to navigate the often complicated and non-transparent bureaucratic hurdles to become an entrepreneur in this country.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;I care about humans&#8220;</h2>



<p>Even if her work can be very fulfilling, being an entrepreneur ist also exhausting at times, Ana explains. But her goal is to give migrants back their dignity. Her message to those who already made it: &#8222;Don’t close the door but see opportunity!&#8220; And her answer on why she keeps leading people through the tiring bureaucratic jungle comes from the heart.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;It&#8217;s a sense of responsibility, we all should have, I care about humans. People are missing out because happiness comes from people. It&#8217;s just the right thing to do.&#8220;</p></blockquote>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://app.migrapreneur.org/" target="_blank">https://app.migrapreneur.org/</a></p>



<p><em>This episode is part of the “Work Edition” Series which focusses on work. It is supported by LinkedIn.</em></p>
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		<title>Philip Ibrahim (ETH): Hotel-Nerd, Deutsche Gastfreundschaft &#038; Toilettentipps</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/philip-ibrahim-aethiopien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2024 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Philip Ibrahim ist General Manager von "The Social Hub" in Berlin, einem Hotel-Co-Working-Space-Eventlocation-Hybrid am Alexanderplatz. Im Podcast spricht Phil über Deutsche Gastfreunschaft, seinen Schwaben-Patriotismus, Reisen nach Äthiopien und wie er mit Kritik von Gäst*innen umgeht. Über Hotel Do’s and Don’ts, überflutete Bäder, unnütze Tagesdecken, wichtige Tattoos und: ja Kuhkacke.

https://www.thesocialhub.co/de/

(03:25) Passkontrolle
(06:00) Bewerbungsgespräch
(12:50) Klischee-Check
(18:10) Aufwachsen in Stuttgarts Speckgürtel
(29:50) Äthiopien: Ich bin immer Tourist
(34:00) Beruf Hotelier: Mir ist wichtig dass Leute happy sind
(43:15) Arbeiten im Tschad, Stullenbuch &#038; die vier M's
(1:01:00) The Social Hub: Was bedeutet nein?
(1:08:35) Urlaub machen: Hotel-Nerd, KEIN Digital Detox &#038; größtes Ärgernis
(1:19:10) Nachwuchsproblem &#038; mangelnde Diversität in der Hotelbranche

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

SUPPORT:
Halbe Katoffl unterstützen: https://halbekatoffl.de/unterstuetzen/ 

Website: https://halbekatoffl.de 
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Philip Ibrahim ist General Manager von &#8222;The Social Hub&#8220; in Berlin, einem Hotel-Co-Working-Space-Eventlocation-Hybrid am Alexanderplatz. Im Podcast spricht Phil über seinen Schwaben-Patriotismus, seine Reisen nach Äthiopien und wie er mit Kritik von Gäst*innen umgeht. Über Hotel Do’s and Don’ts, überflutete Bäder, unnütze Tagesdecken, wichtige Tattoos und: ja Kuhkacke.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufwachsen im Schwabenland</h2>



<p>Phil wird im September 1979 in Stuttgart geboren. Sein Vater kommt aus Äthiopien, seine Mutter ist Deutsche. Seine Eltern trennen sich früh. Phil wandelt zwischen Speckgürtel und Innenstadt, zwischen Landarbeit und urbanen Einflüsse, zwischen äthiopischer Familie und schwäbischen Verwandten. &#8222;Ich hatte ein tolles Elternhaus.&#8220; </p>



<p>Er hilft seinem schwäbischen Großvater, früh bei der Landarbeit, spielt in seiner Freizeit leidenschaftlich Basketball. Den Zivildienstleistend leistet er in einer Jugendherberge ab – und die Arbeit gefällt ihm. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Mit diesem Jahr Zivi habe ich gelernt: Es macht mir nichts aus, Toiletten zu putzen. Es macht mir nichts aus, hinter anderen Menschen herzukehren oder für andere Frühstück zu machen. Es macht mir nichts aus, jemanden glücklich zu machen oder jemanden einzuchecken. Es macht mir auch nichts aus, im Nachtdienst auf dem Feldbett zu schlafen für den einen Gast, der vielleicht um zwei oder drei Uhr noch an die Tür klopft. Das macht mir alles nichts aus – und da habe ich gemerkt: Krass, das ist so ein bisschen meins.&#8220;</p></blockquote>



<p>Mit 18/ 19 reist er nach Äthiopien, auf den Spuren der Vergangenheit, wie er sagt. Über die Heimat seines Vaters sagt er: &#8222;Ich bin immer Tourist, egal wieviel Leute da meiner Familie angehören.&#8220; Da er die Sprache nicht beherrsche, fühle er sich immer ein bisschen außen vor, auch wenn das sein Ursprung sei. </p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Mir ist wichtig dass Leute happy sind&#8220;</h2>



<p>Seine Hotelkarriere startet er bei Accor, wo er auch 18 Jahre verbringt. Zwischendrin ist er sogar für Kempinski im Tschad tätig. Phil ist gerne Gastgeber: &#8222;Mir ist wichtig dass Leute happy sind.&#8220; Dabei ist er sich darüber bewusst, dass man nie alle zufrieden stellen könne. &#8222;Wir machen Business für 80 Prozent der Leute. Wenn wir die abholen und glücklich machen, haben wir viel richtig gemacht.&#8220; Kritik vom Gast sei immer legitim – nur gneereller Respekt sei ihm wichtig. Entscheidend für ihn als Dienstleister sei, wie man mit der Kritik umgehe: Welches Gefühl gibst du ihm?</p>



<p>2019 übernimmt er &#8222;The Student Hotel&#8220; in Berlin, das mittlerweile &#8222;<a href="https://www.thesocialhub.co/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Social Hub</a>&#8220; heißt. Hier gibt es diverse Wohn- und Arbeitsformen: Studierenden-WGs, Co-Workings Space, Unterkünfte für kürzere oder längere Phasen, einen Fitnessraum, einen Innenhof für Events, einen Friseur, sogar ein Musik- und Podcaststudio. Phil geht gerne zur Arbeit, er sei ein Hotel-Nerd.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Du musst nach den vier M&#8217;s leben: Man muss Menschen mögen. Ich arbeite in meinem Hobby!&#8220;</p></blockquote>



<p>Aber er sieht auch die Nachwuchsprobleme in der Hotel- und Gastrobranche, auch an Diversität mangelt es – gerade in Führungspositionen. &#8222;Die Zeiten haben sich geändert: Heute muss man sich um Talente bemühen.&#8220;</p>



<p>Weitere Themen: Tagesdecken-Hass, überflutete Bäder, Toilettentipss für Tourist*innen, warum er gegen Digital Detox ist im Urlaub ist und welche drei Menschen er auf seinen Körper tätowiert hat.</p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<item>
		<title>Christiana Bukalo (Staatenlos): Kategorielosigkeit, Schul-Liebe &#038; Traumatische Flugreise &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/christiana-bukalo-staatenlos/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2024 21:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Christiana Bukalo ist Sozialunternehmerin und Co-Gründerin von Statefree e.V. Der Verein setzt sich für Menschen ohne geklärte Staatsangehörigkeit ein. Christiana hat keinen (deutschen) Pass, obwohl sie in München geboren ist. Warum sie nicht mal eine Geburtsurkunde besitzt, weshalb sie die Schule geliebt hat und wie ihre erste Flugreise verlief, erzählt sie im Gespräch mit Frank.

https://statefree.world/ 

(02:50) Passkontrolle
(10:15) Bewerbungsgespräch
(13:55) Klischee-Check
(17:50) "Meine Erinnerungen gehen von dunkel zu hell"
(23:00) "Ich habe die Schule geliebt"
(40:25) Teenager-Life: Party, Kirche und krasse Kontraste
(50:30) Identität &#038; Staatsbürgerschaft, Traumatische Reise und das Wort "Misere"
(1:01:30) Statefree: 117.000 in Deutschland sind staatenlos
(1:25:10) Dinge, die Staatenlose nicht machen können

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Christiana Bukalo ist Sozialunternehmerin und Co-Gründerin von Statefree e.V. Der Verein setzt sich für Menschen ohne geklärte Staatsangehörigkeit ein. Christiana hat keinen (deutschen) Pass, obwohl sie in München geboren ist. Warum sie nicht mal eine Geburtsurkunde besitzt, weshalb sie die Schule geliebt hat und wie ihre erste Flugreise verlief, erzählt sie im Gespräch mit Frank.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Staatenlosigkeit wird vererbt</h2>



<p>30 Jahre ist Christiana alt. Sie hat noch nie einen Pass besessen. 1994 wird sie in München geboren. Ihre Eltern waren aus einem westafrikanischem Land nach Deutschland gekommen. Doch da sie keine Papiere dabei hatten, blieb ihre Staatsangehörigkeit ungeklärt – bis heute. Und da in Deutschland das Abstammungsprinzip herrscht, ist deutsch von Geburt aus nur jemand, der auch deutsche Eltern hat. Und damit ist auch Christiana staatenlos.</p>



<p>Zunächst lebt die Familie einem &#8222;Asylheim&#8220;, wie es damals hieß. Christiana darf nicht in den Kindergarten gehen. Erst nach Jahren können sie in eigene vier Wände ziehen. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Da ändern sich meine Erinnerungen von dunkel zu hell.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Von dunkel zu hell</h2>



<p>In der Schule wird es noch heller. Denn Christiana liebt die Schule und hat riesigen Spaß am Lernen. &#8222;Da konnte ich zum ersten Mal Sachen machen und man hatte Raum und soviel Platz!&#8220; Als Teenager engagiert sie sich ehrenamtlich in der Kirche, organisiert Events und erfährt, wie es ist, wirksam zu sein und gefördert zu werden. Aber sie erlebt auch schwere Momente: &#8222;Wenn alle deine Freunde in den Bus steigen, um nach Spanien zu fahren, aber du nicht mit darfst, weil du keinen Pass hast.&#8220;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich musste für meine mentale Gesundheit, den Wert eines Passes runterschrauben, weil ich irgendwann gemerkt habe, dass ich hinterfrage, ob es sinnvoll ist, dass ich auf der Welt bin. Wegen etwas, dass einfach nur erfunden wurde. Daher ist es nicht mehr der eine große Traum. Viele wünschen sich, dass sie nicht staatenlos sterben. Ich wünsche es mir auch, aber wenn es doch passieren sollte, wünsche ich mir, dass ich trotzdem mein Leben als wertvoll betrachtet habe.&#8220;</p></blockquote>



<p>Die Barrieren für staatenlose Menschen sind vielfältig. Als Christiana mit der Schule fertig ist, darf sie beispielsweise nicht an einer staatlichen Universität studieren. Sie muss sich an einer privaten Uni einschreiben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Mit Reiseausweis abgewiesen</h2>



<p>Mit 18 erhält sie einen &#8222;Reiseausweis&#8220;, mit dem sie zwar ins Ausland reisen darf – aber es nicht gesichert ist, dass sie auch ins Reiseland reingelassen wird. Als sie nach Marokko fliegt, wird sie am Flughafen abgewiesen und darf nicht einreisen. Nach 20 Stunden Aufenthalt im Flughafen wird sie wieder in ein Flugzeug nach Deutschland gesetzt – eine traumatische Erfahrung.</p>



<p>Diese Erfahrung aber ist ein Schlüsselmoment für die Gründung von Statefree e.V.  Denn danach stößt sie bei der Recherche nach einer Zahl vom Statistischen Bundesamt. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Damals waren 117.000 Menschen ohne Staatsangehörigkeit – und ich war so: What?! Und da war dann das Verständnis: Es bin nicht nur ich, sondern es ist ein strukturelles Problem und es kümmert sich einfach keiner drum. Und dann habe ich entschieden: Vielleicht sollte ich was machen.&#8220;</p></blockquote>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://statefree.world/" target="_blank">https://statefree.world/</a></p>



<p></p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Souad Lamroubal (MAR): Empathie im Ausländeramt, Behördengänge als Kind &#038; Starke innere Stimme &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/souad-lamroubal-marokko/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Aug 2024 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Souad Lamroubal ist Migrationsexpertin, Autorin und seit 2006 hauptberuflich Kommunalbeamtin. Sie hat lange in der Ausländerbehörde gearbeitet. Bei Halbe Katoffl spricht die 42-Jährige über die wahren Gründe, warum Integration scheitert, was Behördensprache bewirken soll und weswegen sie Beamtin geworden ist, obwohl sie eigentlich nie wieder zum Amt wollte.

Souads Buch: Yallah! Deutschland, wir müssen reden! Dietz Verlag 

(03:35) Passkontrolle
(05:05) Bewerbungsgespräch
(08:41) Klischee-Check
(16:20) Schule: „Ich war sehr rebellisch und gleichzeitig nicht blöd – und deswegen eine Überforderung“
(31:45) Role Model Mama: „Aus dir wird was: Lass dir nichts vorgaukeln!“
(42:35) Behördengang mit Vater: „Dir wird richtig gezeigt, dass du nichts bist“
(50:50) Beruf: „Kommunalverwaltung: Da passiert das Leben!“
(1:02:45) Spionin in der Behörde
(1:23:00) Nach der Pandemie: Distanz und Einsamkeit

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

SUPPORT:
Halbe Katoffl unterstützen: https://halbekatoffl.de/unterstuetzen/ 

Website: https://halbekatoffl.de 
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Souad Lamroubal ist Migrationsexpertin, Autorin und seit 2006 hauptberuflich Kommunalbeamtin. Sie hat lange in der Ausländerbehörde gearbeitet. Bei Halbe Katoffl spricht die 42-Jährige über die wahren Gründe, warum Integration scheitert, was Behördensprache bewirken soll und weswegen sie Beamtin geworden ist, obwohl sie eigentlich nie wieder zum Amt wollte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Du bist nicht willkommen&#8220;</h2>



<p>Souad wird im Juli 1982 in Dormagen geboren. Ihre Eltern sind aus Marokko. In den ersten Jahren lebt sie wie viele Einwandererkinder in dieser Zeit in einem so genannten &#8222;Brennpunkt&#8220;: urban, &#8222;abgespalten&#8220;, wie sie sagt, inmitten von viel Armut und viel Gewalt. Und trotzdem hat sie die Zeit gut in Erinnerung. Denn obwohl es viele offensichtliche Probleme gibt, gibt es immer viele Kinder, immer was zu tun &nbsp;– und: &#8222;Mama. Sie war immer da.&#8220;</p>



<p>In der Schule ist sie laut &#8211;&nbsp;und antrangend für die Lehrer*innen. &#8222;Ich war sehr rebellisch und gleichzeitig nicht blöd und deswegen eine Überforderung für die Lehrer.&#8220; Auf dem Gymnasium fangen die Probleme erst richtig an, sagt sie. Anderes Umfeld, Lehrkräfte, die beim Beruf ihres Vaters – Kesselreiniger – die Nase rümpfen. Ihr wird vermittelt, dass sie nicht dazugehört. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Du merkst: Du hast nicht das, was andere Kinder haben und fängst an, dich selbst infrage zu stellen. Irgendwas passt nicht, du bist nicht willkommen.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Role Model Mama</h2>



<p>Sie bleibt sitzen, findet aber einen besten Freund, mit dem sie alles zusammen durchmacht. Zudem ist ihre Mutter diejenige, die sie immer unterstützt: &#8222;Es gab eine starke Stimme, die immer wieder gesagt hat: Aus dir wird was: Lass dir nichts vorgaukeln – und das war meine Mama. Davon schöpfe ich heute noch.&#8220; Leider verstirbt ihre Mutter früh.</p>



<p>Wie in vielen Familie mit Migrationsgeschichte muss sie Behördengänge mit ihren Eltern machen. Sie erinnert sich an eine bestimmte Situation beim Sozialamt, wo der Sachbearbeiter ihren Vater demütigt. &#8222;Dir wird richtig gezeigt, dass du nichts bist!&#8220; Sie spürt die Angst, den Druck ihres Vaters, und dass er alles schluckt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Kommunalverwaltung: Da passiert das Leben!&#8220;</h2>



<p>Trotz oder gerade wegen dieser Erfahrungen geht Souad in die Kommunalverwaltung. &#8222;Ich habe ein gewisses Interesse an dem Job entwickelt und ein Wunsch nach Veränderung.&#8220; Jura ist im Gespräch, aber Souad zieht es in die Ausländerbehörde: &#8222;Kommunalverwaltung: Da passiert das Leben!&#8220;</p>



<p>Aber selbst von innen lässt sich nicht so viel verändern, wie man möchte. Sie trifft auf Sachbearbeiter-Hardliner, die noch gehypt werden, wenn sie ohne Rücksicht abschieben, auf gut integrierte Menschen, die aufgrund der Nationalität abgeschoben werden müssen, auf interne rassistische Strukturen und eine Behördensprache, die in ihrer Komplexität und Verworrenheit vor allem belehren und einschüchtern soll. Eine Machtdemonstration. &#8222;Grausam und frustrierend&#8220;, findet Souad das.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Unsere Verwaltungskultur, unser System ist gescheitert und das trägt auch dazu bei, dass Integration scheitert. In der Ausländerbehörde entscheidest du darüber, wie sich jemand in welcher Form integrieren darf. Du entscheidest über Wohnen, Arbeiten, Ausbildung, Studium usw. Die Gesellschaft nimmt es aber so wahr, dass Integration deshalb nicht funktioniert, weil die Einzelnen keinen Bock darauf haben. Das ist aber nicht die Wahrheit.&#8220;</p></blockquote>



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<p>Souads Buch: <a rel="noreferrer noopener" href="https://genialokal.de/Produkt/Souad-Lamroubal/Yallah-Deutschland-wir-muessen-reden_lid_46886428.html" target="_blank">Yallah! Deutschland, wir müssen reden! Dietz Verlag </a></p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<title>Irène Kilubi (COD): Altersdiversität, „Asylantenheim“-Upgrade &#038; W-Lan im Schweigekloster &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/irene-kilubi-kongo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Jun 2024 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Irène Kilubi ist promovierte Wirtschaftsingenieurin, Gründerin, Unternehmerin, Beirätin, Hochschuldozentin, Speakerin &#038; Moderatorin. Ihre Themen sind Community Building und Personal Branding. Im Podcast spricht sie über ihr Aufwachsen als Geflüchtete, den Moment, als sie plötzlich cool war und warum sich bei ihr beruflich viel ergibt (und warum das kein Zufall ist). Über generationsübergreifendes Arbeiten, Asylantenheim-Hoppping und W-Lan im Schweigekloster.

Buch: „Du bist mehr als eine Zahl: Warum das Alter keine Rolle spielt“

(04:15) Passkontrolle
(05:25) Bewerbungsgespräch
(08:30) Klischee-Check
(14:50) Asylantenheim-Upgrade, schwarzer Engel &#038; Migra-Mobbing
(33:45) Wendepunkt Teenager: "Auf einmal war ich cool!"
(52:30) Beruf: Das Unbekümmerte habe ich mir beibehalten
(1:09:25) Arbeiten in großen Unternehmen
(1:07:25) Selbstständigkeit: "Viele Menschen trauen mir was zu!"

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

SUPPORT:
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Website: https://halbekatoffl.de 
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/ 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Irène Kilubi ist promovierte Wirtschaftsingenieurin, Gründerin, Unternehmerin, Beirätin, Hochschuldozentin, Speakerin &amp; Moderatorin. Ihre Themen sind Community Building, Corporate Influencer Marketing &amp; Strategie. Sie setzt sich vor allem für generationsübergreifendes Arbeiten ein und hat dafür die Social Impact-Initiative „Joint Generations“ gegründet und auch ein Buch dazu geschrieben, was im Februar 2024 erschien: Es heißt: „Du bist mehr als eine Zahl: Warum das Alter keine Rolle spielt“. Im Podcast spricht sie über ihr Aufwachsen als Geflüchtete, den Moment, als sie plötzlich cool war und warum sich bei ihr beruflich viel ergibt (und warum das kein Zufall ist).</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich musste mir ein dickes Fell anlegen&#8220;</h2>



<p>Irène wird im Februar 1985 in Kinshasa, Kongo, geboren. Drei Jahre lebt sie in dort, dann ein Jahr in den Niederlanden und kommt mit fünf Jahren schließlich nach Deutschland. Ihr Vater, politisch verfolgt in seiner Heimat, war nach Europa geflohen und holt die Familie nach.</p>



<p>Die erste Schulzeit hat sie als schrecklich in Erinnerung: Mobbing, Straßenprügel, Rassismus – auch von anderen Migra-Kids. &#8222;Ich musste mir ein dickes Fell anlegen&#8220;, sagt sie. Bei einer Weihnachtsaufführung in der Schule will sie einen Engel spielen – die Lehrerin sagt, das ginge nicht: &#8222;Engel sind blond und haben blaue Augen.&#8220; </p>



<p>Wochenenden und Sommerferien empfand sie als besonders schlimm, denn während andere in den Urlaub fahren und ihre freie Zeit genießen, kann Irène das alles nicht teilen. Bis sie Teenagerin ist, lebt sie Asylantenheimen, wie sie damals noch genannt wurden. Sie muss ständig umziehen. &#8222;Immer mit der Hoffnung, dass es besser wird.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auf einmal cool</h2>



<p>Der erste große Wendepunkt in ihrem Leben ist eine Fahrt zu ihrer Tante nach London, als sie 14 ist. Die Stadt prägt sie und als sie wiederkommt, ist sie nicht mehr nur &#8222;anders&#8220;, sondern auch angesagt. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich war auf einmal cool, keine Ahnung wie das passiert ist</p></blockquote>



<p>Irène macht jetzt Sport, ist gut in der Schule, kümmert sich um bürokratische Dinge. Sie fängt an, mit Nebenjobs Geld zu verdienen und mit Begeisterung viel auszuprobieren. &#8222;Mir hat als Teenie nichts gefehlt, weil ich dafür gesorgt habe, dass mir nichts fehlt.&#8220;</p>



<p>Eine Einstellung, die sie sich bis heute bewahrt hat aus der Zeit: &#8222;Das habe ich mir immer noch beibehalten: das Unbekümmerte, weil mir keiner gesagt hat: Das macht man nicht!&#8220; Irène ist der Meinung, dass wir zu oft von Dingen ausgehen und verlernt haben nachfragen. Sie traut sich nachzufragen oder einfach zu machen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Du bist mehr als eine Zahl&#8220;</h2>



<p>Nach dem Abi besucht sie die Handelsschule, studiert dann Technisches BWL und macht in England ihren Master in Supply Chain Logistics Management mit dem Schwerpunkt Einkauf. Sie arbeitet für große Unternehmen wie Amazon, BMW oder Deloitte – bis sie sich 2019 selbstständig macht. Mittlerweile hat sie zwei Unternehmen – in dem einen gehts um Personal Branding und in in dem anderen um generationsübergreifendes Miteinander und Arbeiten in Unternehmen.</p>



<p>Zum letzteren Thema hat sie auch ein Buch geschrieben: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.murmann-verlag.de/products/du-bist-mehr-als-eine-zahl-warum-das-alter-keine-rolle-spielt" target="_blank">&#8222;Du bist mehr als eine Zahl: Warum das Alter keine Rolle spielt&#8220;</a>, in dem es nicht nur um Altersdiversität und -diskriminierung geht, sondern auch um die Frage, wie Menschen verschiedender Altersgruppen gut, produktiv und wertschätzend miteinander arbeiten können. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Die Dimension Alter betrifft uns alle. Aber wenn wir schon bei einer Dimension, die uns alle betrifft, so eine Ellbogen-Mentalität haben, dann müssen wir uns nicht wundern, dass wir bei den anderen (Diversitäts-) Dimensionen noch nicht weiter sind.&#8220;</p></blockquote>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<title>Daniel Hanemann (TWN): Hongkong-Bubble, Start-up-Gründung &#038; Witzekurs &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/daniel-hanemann-taiwan-hongkong/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 May 2024 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Daniel Hanemann ist CEO und Gründer von wundertax, einem Berliner Unternehmen für Steuersoftware. Der 30-Jährige mit taiwanesisch-deutschen Wurzeln ist in Hongkong aufgewachsen. Warum Sommerferien-Zeltlager so prägend für ihn waren, was man mitbringen sollte, um ein Start-up zu gründen und warum er einen Stand-Up-Comedy-Kurs besucht hat.

(01:50) Passkontrolle
(09:50) Klischee-Check
(14:00) Dreisprachig in Hongkong
(22:40) Indoor-Kid, Rich-Bubble &#038; Sommerferien-Zeltlager 
(37:00) Studieren in Deutschland: Struggle statt Homecoming
(48:30) Auslandssemester in Peking: "Beste Zeit meines Lebens"
(54:10) Erster Job: "Es war crazy, wie viel Verantwortung wir bekommen haben"
(1:00:15) Gründen mit 23, Imposter-Syndrome &#038; Mom-Test
(1:18:25) Stand-Up-Set, Impro-Theater &#038; Narzissmus
(1:33:15) Wie Comedy das Business beeinflusst hat

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

SUPPORT:
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Daniel Hanemann ist CEO und Gründer von wundertax, einem Berliner Unternehmen für Steuersoftware. Der 30-Jährige mit taiwanesisch-deutschen Wurzeln ist in Hongkong aufgewachsen. Warum Sommerferien-Zeltlager so prägend für ihn waren, was man mitbringen sollte, um ein Start-up zu gründen und warum er einen Stand-Up-Comedy-Kurs besucht hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Dreisprachig in Hongkong</h2>



<p>Daniel kommt im Juli 1993 in Hongkong zur Welt. Sein Vater ist Deutscher, seine Mutter kommt aus Taiwan. Seiner Erinnerung nach dreht sich das frühe Aufwachsen vor allem um die (deutsche) Schule in Hongkong. Schon früh wächst Daniel dreisprachig auf. In der Schule und mit seinem Vater spricht er Deutsch, mit seinen (deutschen) Freunden eher englisch und mit seiner Mutter chinesisch. Die Mutter achtet drauf, dass er mandarin (wie in Taiwan/ China) spricht und nicht kantonesisch (wie in Hongkong).</p>



<p>Die Sommerferien verbringt die Familie in Lörrach im Dreiländer-Eck. Ab seinem zwölften Lebensjahr besucht Daniel regelmäßig Sommerferien-Zeltlager – erst in Deutschland, später auch europaweit. Hier kommt er nicht nur mit Deutschen aus Deutschland in Berührung, sondern auch mit anderen Milieus. Vor allem rückblickend  erkennt er, in welch privilegierter Bubble er in Hongkong aufgewachsen ist und wie gut ihm der Austausch und die Zeit in den Ferienfreizeiten getan haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Homecoming geht schief</h2>



<p>Nach seinem Abi geht er mit 17 nach Deutschland, um dort zu BWL zu studieren. &#8222;Das war einfach so. Das habe ich gar nicht infrage gestellt.&#8220; Sein erstes Jahr auf der WHU – Otto Beisheim School of Management, einer privaten Wirtschaftshochschule, verläuft aber nicht so wie gedacht. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich dachte, es sei so eine Art Homecoming, aber das war es nicht. Es war extrem hart.&#8220; </p></blockquote>



<p>Der Leistungsanspruch, das Konkurrenzdenken, das Alleineleben und das teils sozial toxische Umfeld in einem doch fremden Ort macht ihm zu schaffen. &#8222;Das erste Jahr war scheiße.&#8220;</p>



<p>Doch Daniel beißt sich durch. Sein im Studium integriertes viermonatiges Auslandsemester in Peking dagegen bezeichnet er als &#8222;die beste Zeit meines Lebens&#8220;. Nach der Unizeit verschlägt es ihn durch Zufall wieder nach Hongkong, wo er für einen großen Essenslieferanten arbeitet.  Nach der anstrengenden Unizeit ist er froh, das theoretische Wissen endlich auch mal praktisch umzusetzen. &#8222;Es war crazy, wie viel Verantwortung wir bekommen haben. Wir haben teilweise bis nach Mitternacht gearbeitet, weil es so viel Spaß gemacht hat.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Start-up mit 23</h2>



<p>Mit 23 gründet er zum ersten Mal selber. Mit einem Freund zusammen lässt er ein Tool bauen, womit Studierende ihre Steuererklärung machen können. Nachdem es viral Erfolg hat, breiten sie es auf andere Berufsgruppen aus – am Ende entsteht eine ganze Steiersoftware: &#8222;wundertax&#8220;, für das er heute wieder, nach einer Unterbrechung – wieder als Geschäftsführer arbeitet.</p>



<p>Vor seiner zweiten Amtszeit bei wundertax arbeitet Daniel bei mehreren Unternehmen, lebt und arbeitet in verschiedenen Städten. In Amsterdam etwa besucht er einen Stand-up-Comedy-Kurs. Ein sozialer und kreativer Ausgleich, der ihn prägt – und ihm auch im Berufsleben hilft. Gerade, was Sprache, Selbstreflexion, Kommunikation und Timing angeht, hat er viel von seinen Bühnenauftritten profitiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich möchte Probleme lösen&#8220;</h2>



<p>Für die Zukunft will er der Start-up-Szene treu bleiben. &#8222;Das ist schon mein Ding&#8220;, sagt er. Allerdings hat auch das Gründen für ihn Grenzen: &#8222;Ich würde nichts gründen, was noch zu mehr Konsum führt. Ich möchte Probleme lösen.&#8220;</p>



<p>In puncto Gleichberechtigung sieht Daniel auch ein Problem, an dem das Land noch arbeiten kann: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Vor allem in Deutschland, finde ich, gibt es immer noch ein großes Problem: Du gründest nur, wenn du privilegiert bist.&#8220;</p></blockquote>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<item>
		<title>Soleen Yusef (KUR): Lebens-Filmriss, Kunsthunger &#038; Sieger sein &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/soleen-yusef-kurdistan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2024 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Regisseurin Soleen Yusef spricht im Podcast über ihren prägenden Filmriss im Leben, übers Ausprobieren und Außenseiterin sein und wie sie von Stationen wie Kurdistan, Ostfriesland, Ludwigsburg und Berlin nach vielen Umwegen dazu kam, Regie zu führen. Über Retraumatisierung, innere Reisen, echte Frauenfiguren und warum sie ihr Kinderfilm "Sieger sein" geheilt hat.

(02:40) Passkontrolle
(09:20) Bewerbungsgespräch 
(17:55) Klischee-Check 
(21:35) Flucht aus Kurdistan: Wilde Kindheit, Gewürze &#038; große Weite
(30:00) Ostfriesland, Wolfsburg &#038; Berlin
(48:30) Teenager: Einsamkeit, Druck &#038; Push durch Lehrerin
(55:05) "Ich hatte immer Hunger nach Kunst und Kultur"
(1:01:35) Filmakademie: "Ich habe mich mit einer Wut beworben"
(1:15:45) Innere Reise, Misogynie am Set &#038; Kriegsrealität holt Fiktion ein
(1:38:05) Kinofilm "Sieger sein": Der Film hat mich geheilt"

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

SUPPORT:
Halbe Katoffl unterstützen: https://halbekatoffl.de/unterstuetzen/ 

Website: https://halbekatoffl.de 
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/ 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Regisseurin Soleen Yusef spricht im Podcast über ihren prägenden Filmriss im Leben, übers Ausprobieren und Außenseiterin sein und wie sie von Stationen wie Kurdistan, Ostfriesland, Ludwigsburg und Berlin nach vielen Umwegen dazu kam, Regie zu führen. Über Retraumatisierung, innere Reisen, echte Frauenfiguren und warum sie ihr Kinderfilm &#8222;Sieger sein&#8220; geheilt hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Kurdistan nach Ostfriesland</h2>



<p>Soleen wird im Februar 1987 in Duhok, in der Autonomen Region Kurdistan im Irak, geboren. In jungen Jahren muss sie aber flüchten. Die Familie folgt dem Vater, der vorausgegangen war nach Europa. Ihre erste Station in Deutschland ist Leer, Ostfriesland. Soleen, die den Mix aus Hitze, Auspuffabgase, Gewürzen, Trockenheit, Staub und Bergluft gewöhnt ist, sieht plötzlich grüne Wiesen, Pferdehof, Ein-Familienhäuser und asphaltierte Landstraßen. </p>



<p>Sie fühlt sich zwar wohl auf dem Lande – aber sie können nicht lange bleiben. Die Familie zieht weiter nach Wolfsburg, wo sie es als weniger schön empfindet. Dann gehts nach Berlin Wedding – das zu ihrem Zuhause wird.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich sage das mit einem sehr warmen Gefühl: Ich komme aus Kurdistan. Zumal das sowieso schon oft ein Affront ist, von &#8218;Kurdistan&#8216; zu sprechen. Daher sage ich das auch gerne mal provozierend.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Hunger nach Kunst und Kultur</h2>



<p>Als Teenager ist sie still. Sie zeichnet, malt und beobachtet. Ihre Jugend ist geprägt von viel Einsamkeit und Druck von Zuhause. Erst durch eine kritische Bemerkung ihrer Lehrerin, ändert sie ihr Leben. Wird zielstrebiger und nach eigener Aussage &#8222;zu einer neuen Person&#8220;.</p>



<p>Nach der Schule will sie etwas mit Kunst machen. &#8222;Ich hatte immer einen Hunger nach Kunst und Kultur.&#8220; Sie besucht die Bühnenkunstschule, singt Jazz und Oper. Sie ist gut, in dem, was sie tut, aber sie merkt auch: &#8222;Ich will nicht auf der Bühne stehen, aber ich habe gemerkt, wie sehr ich Schauspiel liebe und Leute gernen beim Spielen zuschaue.&#8220;</p>



<p>Nach zwei Jahren Praktikum bei einer Filmproduktionsfirma bewirbt sie sich bei Filmhochschulen – mit Wut im Bauch. Sie erlebt viel Misogynie am Set, cholerische männliche Regisseure und von Männern dominierte Filme. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich dachte mir so: Nee, man, da muss es einen Gegenentwurf geben. Das kann nicht sein. Ich will nicht, dass Männer über Frauen erzählen. Das muss ich selbst machen.&#8220;</p></blockquote>



<p>Sie besucht die Filmakademie Ludwigsburg. Auch da empfindet sie sich wieder als Außenseiterin. &#8222;Ich kam mit anderen Geschichten im Gepäck an.&#8220; Aber sie probiert sich viel aus, lernt das Regie-Handwerk und arbeitet viel. &#8222;Für mich war das wie eine Spielwiese.&#8220; </p>



<h2 class="wp-block-heading">Film wird eingeholt vom Krieg</h2>



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<p>Für ihren Abschlussfilm &#8222;Haus ohne Dach&#8220; kehrt sie nach Kurdistan zurück. Es ist eine Reise in ihre Vergangenheit, ein Aufarbeiten, ein &#8222;Update&#8220; der kindlichen Erinnerungen – und leider auch eine Retraumatisierung. Denn der IS terrorisiert die Region. Die Jesiden erfahren einen Genozid. Ihr Film, der von einer kriegstraumatisierten Familie handelt, wird eingeholt von dem Krieg in der Realität. Diese intensive Auseinandersetzung bindet Soleen aber noch einmal fest an ihre Heimat. Trotz des Schmerzes, sagt sie: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Es war eine großartige innere Reise. Ich habe noch mal ganz andere Wurzeln geschlagen als Erwachsene.&#8220;</p></blockquote>



<p>Der Film ist ein Erfolg und eine Ausnahme. Denn in der Filmlandschaft sind es – wenn überhaupt &#8211; kurdische Männer, die kurdische Geschichten erzählen. Soleen erinnert sich, dass sie immer unterschätzt wurde. &#8222;Niemand hat mir was zugetraut. Ich habe imnmer nur gedacht: Wartets ab! Ich wusste, was ich mache. Ich wusste im Kern, was das für ein Film wird.&#8220;</p>



<p>Sie führt Regie bei bedeutenden Projekten wie Skylines, Deutschland 89 oder Sam – ein Sachse.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jugendfilm aus dem Wedding: Sieger sein</h2>



<p>Im April 2024 kommt ihr erster Kinder- und Jugendfilm &#8222;Sieger sein&#8220; heraus. Über ein geflüchtetes kurdisches Mädchen, das in den Wedding kommt und versucht durchs Fußballspielen in einer Mädchenmannschaft Anklang zu finden. Es ist eine Version ihrer eigenen Geschichte. &#8222;Dieser Film hat mich geheilt!&#8220;, sagt Soleen. Er spielt im Wedding, ihrem zweiten Zuhause. Mit einer Sprache aus dem Wedding, einem diversen Cast – und vor allem starken Mädchen- und Frauenfiguren.</p>



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<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<item>
		<title>Narku Laing (JAM/ GHA): Produktives Streiten, narratives Sprechen &#038; American-Football-Kollisionen &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/narku-laing-jamaika-ghana/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2024 23:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Narku Laing ist Diversitytrainer, Berater und Professor für Sozialwissenschaften und Rassismusforschung an der Evangelischen Hochschule Bochum. Der 32-Jährige spricht bei Halbe Katoffl über die Kraft des Positiven, warum er so viel Lust am Streiten hat und weshalb ihn Kollisionen beim American Football vorangebracht haben. Wie Menschen auf einen jungen Schwarzen Professor wie ihn reagieren, was entscheidende Bausteine seiner Karriere waren und wie er gelernt hat, begeisternde Reden zu halten.

https://www.vielfaltsprojekte.de
https://de.linkedin.com/in/prof-dr-lorenz-narku-laing-12b723ab

(02:10) Passkontrolle
(06:35) Bewerbungsgespräch
(10:10) Klischee-Check
(17:40) Ambivalente Jugend, männliche Fürsorge &#038; American-Football-Kollisionen
(29:00) Reden lernen, Ehrenamt &#038; produktiv streiten
(42:35) Wie Narku mit Gegenwind umgeht: Die Kraft des Positiven
(52:55) Beruf: Scheitern, Planen und auf Erfahrenere hören
(1:04:15) Antirassismus als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Narku Laing ist Diversitytrainer, Berater und Professor für Sozialwissenschaften und Rassismusforschung an der Evangelischen Hochschule Bochum. Der 32-Jährige spricht bei Halbe Katoffl über die Kraft des Positiven, warum er so viel Lust am Streiten hat und weshalb ihn Kollisionen beim American Football vorangebracht haben. Wie Menschen auf einen jungen Schwarzen Professor wie ihn reagieren, was entscheidende Bausteine seiner Karriere waren und wie er gelernt hat, begeisternde Reden zu halten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Migration ist Liebe&#8220;</h2>



<p>Narku wird Anfang März 1992 in Mainz geboren. Sein Vater ist Jamaikaner aus England, seine Mutter lebt in Deutschland und kommt aus Ghana. Sein Nachname hat einen schottischen Ursprung.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich bin ein multikulturelles, globales Produkt. Wenn Menschen von Migration als Problem reden, sage ich immer: Migration ist Liebe. Ohne Migration hätten sich meine Eltern gar nicht kennengelernt. Geboren auf zwei Kontinenten, geheiratet auf einem dritten.&#8220;</p></blockquote>



<p>Narku wächst in einem sehr weißen Umfeld in einem kleinen Ort auf. Die Eltern sind fürsorglich, aber die Familie hat finanzielle Probleme. Seine Jugend beschreibt Narku als ambivalent. &#8222;Ich bin teilweise nicht zu Geburtstagen gegangen, weil wir kein Geld für Geschenke hatten.&#8220; Als er mit ca 14 Jahren zum ersten Mal zum American Football geht, macht er eine neue Erfahrung: &#8222;Da kommt ein großer, Schwarzer, dicker Junge – und die waren sehr happy, mich zu sehen.&#8220; </p>



<h2 class="wp-block-heading">Wie ohne Streit gestritten wird</h2>



<p>Der Erfolg des Football-Teams sei von Vertrauen und Zusammenhalt abhängig, beschreibt Narku. Man müsse sich im wahrsten Sinne des Wortes schützend voreinander stellen. Der Trainer zahlt später die Studiengebühren von Narku – heute ist er mit seiner Beratungsfirma &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.vielfaltsprojekte.de/" target="_blank">Vielfaltsprojekte</a>&#8220; der Hauptsponsor seines damaligen Teams!</p>



<p>Schon früh entdeckt Narku sein Talent und seine Leidenschaft zu reden – auch öffentlich. Er engagiert sich ehrenamtlich, bewirbt sich fürs Amt des Schülersprechers, nimmt an Präsentationswettbewerben teil. Er lernt: Wie ohne Streit gestritten wird und ohne Konflikt Konflikte gelöst werden. Und produktiver Streit macht ihm Freude. Er sieht Antirassismus als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Wenn du Rassismus bekämpfen willst, dann musst du in Gremien, auf Podeste, in Hintergrundgespräche. Da musst du streiten, das gehört notwendig zum Beruf dazu. Und das Notwendige, da muss man dann Spaß dran haben, weil man machts so viel.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Die Kraft des Positiven</h2>



<p>Narku glaubt an die Kraft des Positiven, die eine größere Veränderungskraft mit sich trage. Neben seiner Arbeit als Professor ist er auch als selbständiger Diversitytrainer und -Berater tätig. &#8222;Als ich verstanden habe, dass ich das kann: Über etwas reden, was so anstrengend, was so schwierig, was so problematisch ist, habe ich gesagt: Das will ich mir zum Beruf machen.&#8220;</p>



<p>Heute nach – wie er betont – langer Zeit des Scheiterns und harter Arbeit, ist er ein gefragter Redner und Berater. Man schafft nichts allein, sagt er.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Immer wieder auf Menschen zu hören die älter sind und mehr Erfahrung haben, war ein ganz entscheidender Baustein meiner Karriere.“</p></blockquote>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<item>
		<title>Yousef Hammoudah (PSE): Schweres Herz, wilde Businessjahre &#038; große Bilder &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/yousef-hammoudah-palaestina/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Feb 2024 14:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Yousef Hammoudah ist in Saudi Arabien geboren, hat palästinensische Wurzeln und ist in Wuppertal aufgewachsen. Der 47-Jährige war schon Fernsehmoderator, Start-Up-Gründer und Digital-Marketingexperte und leitet heute das Fotografiska-Museum in Berlin. Yousef spricht im Podcast daüber, wie Wut, innere Düsternis und Suchttendenzen seine Karriere beeinflusst haben. Wie er Räume für Zugehörigkeit schafft, ob er sich mittlerweile angekommen fühlt – und warum er eine ambivalente Beziehung zu Wohnwagen hat.

Yousefs Buch: https://www.penguin.de/Paperback/Die-Sieben-Saeulen-des-Seins/Yousef-Hammoudah/Irisiana/e603508.rhd
Fotografiska Berlin: https://berlin.fotografiska.com/de

(03:51) Passkontrolle
(09:10) Bewerbungsgespräch
(14:15) Klischee-Check
(27:40) Wuppertal, Wohnwagen und Gedichte vom Tod
(35:20) "Einsamkeit war mein zentrales Gefühl"
(43:30) Wilde Businessjahre: VJ, Start-Up &#038; Marketingagentur
(55:45) Hardcore gearbeitet, Suchttendenzen &#038; Motivation, Räume zu schaffen
(1:06:35) Adidas Runners: Laufcrews &#038; Community
(1:08:05) Fotografiska Berlin:, Zugehörigkeit und Teilhabe. Vision: Großer Marktplatz

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

SUPPORT:
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<p>Yousef Hammoudah ist in Saudi Arabien geboren, hat palästinensische Wurzeln und ist in Wuppertal aufgewachsen. Der 47-Jährige war schon Fernsehmoderator, Start-Up-Gründer und Digital-Marketingexperte und leitet heute das Fotografiska-Museum in Berlin. Yousef spricht im Podcast daüber, wie Wut, innere Düsternis und Suchttendenzen seine Karriere beeinflusst haben. Wie er Räume für Zugehörigkeit schafft, ob er sich mittlerweile angekommen fühlt – und warum er eine ambivalente Beziehung zu Wohnwagen hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich hatte ein schweres Herz&#8220;</h2>



<p>Yousef wird im August 1976 in Dschidda, Saudi Arabien, geboren. Seine Eltern kommen aus Palästina, sie trennen sich aber früh. MIt ungefähr drei Jahren zieht Yousef nach Deutschland, er wächst in Wuppertal auf – mit seinem Vater und seiner deutschen Stiefmutter.</p>



<p>Seine Eltern haben ein Wohnwagen-Geschäft – Yousef wächst nach eigener Aussage relativ behütet auf. &#8222;Auch wenn ich gemerkt habe, dass ich der einzige bin, der so ein bisschen dunkler ist.&#8220; Je älter er wird, desto größer ist das Gefühl, nicht so ganz dazuzugehören. Wuppertal gilt als rechte Hochburg, Yousef entwickelt früh das Gefühl, wegzuwollen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Meine Jugend war geprägt von Depressionen. Einsamkeit war mein zentrales Gefühl. Ich hatte ein schweres Herz.&#8220;</p></blockquote>



<p>Yousef will raus. Musik gibt ihm Geborgenheit. Grunge der 90er-Jahre bildet sein Gefühl perfekt ab. Nach dem Abi bewirbt er sich in der Musikbranche, er schreibt hundert Bewerbungen, aber nur ein kleines Jazz-Plattenlabel in Köln gibt ihm ein Praktikum. Es ist der Start einer abwechslungsreichen Berufskarriere – und der Start in &#8222;ein neues Leben&#8220;.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Große Visionen und wilde Jahre </h2>



<p>Eigentlich will Yousef Künstler sein und werden. Doch die Kunstschulen sagen ihm ab, und sein Vater erwartet von ihm, dass er das Wohnwagenbusiness übernimmt oder zumindest einen wirtschaftlich ertragreichen Beruf ergreift.</p>



<p>Mit nur 23 Jahren bekommt er eine Managerstelle bei der EMI. Die Musikbranche ist durch die Digitalisierung und das Internet in Aufruhr und in freiem Fall. Yousef kennt sich im Digitalen aus und arbeitet sehr hart. Wilde Jahre folgen. Er wird Viva-Plus-Moderator, gründet eine eigene Marketingagentur und ist das, was man einen &#8222;Workoholic&#8220; nennt. &#8222;Ich war ein getriebener Mensch und habe hardcore gearbeitet.&#8220; Yousef hat Visionen. &#8222;Ich mag es, große Bilder zu malen&#8220;, sagt er. Gleichzeitig ist er immer auf der Suche, versucht, &#8222;seine innere Düsternis&#8220; mit Drogen oder Partys zu betäuben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Räume für Zugehörigkeit</h2>



<p>Sport hilft ihm, diese Suchttendenzen in eine gesundere Form zu lenken. Er macht Therapie, interessiert sich für fernöstliche Philosophie und arbeitet auch da wieder hart – an sich. Bei adidas kann er viele seiner Erfahrungen zusammenbringen. Er baut die &#8222;adidas Runners&#8220; auf, deren Idee an einen Community-Gedanken andockt: Menschen wollen nicht nur joggen gehen, sondern auch im Sport, durchs Laufen vernetzen sein und sich weiterentwickeln. Yousef operiert weltweit und hilft, lokale Laufcrews zu gründen, &#8222;Run Bases&#8220; zu kreieren, wo man sich im urbanen Raum treffen kann, zusammen Sport macht, isst und sich austauscht.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Bei mir hat das Gefühl von Einsamkeit und das Nicht-dazu-gehören  eine immense Motivation im Beruflichen generiert, Räume zu schaffen, wo es Zugehörigkeit gibt.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Keine Angst vorm Scheitern</h2>



<p>In seiner heutigen Tätigkeit als Museumsleiter von <a rel="noreferrer noopener" href="https://berlin.fotografiska.com/de" target="_blank">Fotografiska Berlin</a>, einem zeitgenössischem Fotomuseum, hat er ähnliche Ideen. Das Museum soll nicht nur Bilder zeigen, sondern Raum geben für Kunst und Kultur. &#8222;Das Zusammenbringen von Menschen liegt mir. Ich lade gerne Menschen ein, etwas mitzugestalten.&#8220; Yousef mag gerne große Bilder, an dem alle ihren Input geben. Angst vorm Scheitern hat er schon lange nicht mehr. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich habe keine Angst vorm Versagen, weil ich es schon oft gemacht habe. Meine Karriere sieht aus wie eine Pizza Vegetaria. Ich habe so viel erlebt. Wenn morgen alles vorbei ist, kann ich sagen: Ich habe nix verpasst.&#8220; </p></blockquote>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em><br></p>
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		<item>
		<title>Mina Saidze (AFG): Fairtech, Pretty-Woman-Moment &#038; Wut als Antrieb &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/mina-saidze-afghanistan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jan 2024 23:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
		<guid isPermaLink="false"></guid>

					<description><![CDATA[Mina Saidze ist KI- und Datenexpertin, Gründerin, Autorin und eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Digitalszene. Bei Halbe Katoffl spricht sie über Ethik, Diversität und Fairness im Tech, Nerd-Auffangbecken, Intuition bei der Karriereplanung und welche Rolle ihr Buch bei der Flughafenkontrolle gespielt hat. Warum die Digitalisierung in Deutschland nicht vorankommt, was "Gender Data Gap" ist und weshalb Kleidung und Makeup für sie Schutzschild ist.

(04:15) Passkontrolle
(05:45) Bewerbungsgespräch
(09:45) Klischee-Check
(14:35) Aufwachsen: Tennisplatz-Netzwerke, Mobbingopfer und Nerd-Auffangbecken
(28:35) Karriere: Intuition, Business Hippie &#038; Klischeekiste
(44:25) "Ich struggle bis heute mit dem Thema Herkunft", Wut als Antrieb und Pretty-Woman-Moment
(01:07:20) "Ich habe mir das Programmieren selbst beigebracht"
(01:23:10) Gerechtere Welt durch Datenanalyse

https://www.minasaidze.com/
Mina auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/mina-saidze/

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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mina Saidze ist KI- und Datenexpertin, Gründerin, Autorin und eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Digitalszene. Bei Halbe Katoffl spricht sie über Ethik, Diversität und Fairness im Tech, Nerd-Auffangbecken, Intuition bei der Karriereplanung und welche Rolle ihr Buch bei der Flughafenkontrolle gespielt hat. </p>



<p>Mina wird im März 1993 in Hamburg geboren. Ihre Eltern mussten aus Afghanistan als politische Aktivisten fliehen. Als Älteste von drei Geschwistern wird Mina oft daran erinnert, wie wichtig Bildung ist und welches große Privileg sie genießt, sie in Freiheit zu genießen. Sie habe großen Druck, aber auch große Dankbarkeit verspürt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich war krasses Mobbingopfer&#8220;</h2>



<p>In der Schule ist sie sehr gut, aber auch &#8222;krasses Mobbingopfer&#8220;, wie sie sagt. Weil sie keine Markensachen trägt, wird sie oft verspottet. Rassismus und Klassismus sei da zusammengekommen. &#8222;Die Wunde habe ich bis heute.&#8220; Sie ist früh engagiert, gründet eine Schülerzeitung und geht zu der &#8222;Grünen Jugend&#8220;. Mit ihrer afghanischen Herkunft struggle sie bis heute. &#8222;Ich hatte Phasen, da habe ich sie ignoriert und dann wieder Phasen, wo ich dazu gestanden habe.&#8220; </p>



<p>Nachdem sie zunächst Sozialwissenschaften studiert, dann zu VWL wechselt und den Wunsch hat, Journalistin zu werden, entdeckt sie nach und nach das Programmieren für sich. Sie bringt es sich selbst mit YouTube, Uni-Seminare und Onlinekursen bei. Was sie mag: &#8222;Wenn ich einen Code schreibe, geht es nur darum, ob der richtig oder falsch ist.&#8220;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich wollte mich aus der Stereotypenkiste befreien. Mein Einstieg in die Techindustrie war ein Loslassen von Schubladen.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Mein Antrieb ist Wut&#8220;</h2>



<p>Doch auch im Tech gibt&#8217;s Schubladen. In fast allen Räumen, in denen sie sich bewegt, sind fast ausschließlich Männer. Manche glauben, dass sich in der Abteilung verirrt habe, Marketing sei woanders, andere wiederum können kaum glauben, dass sie den Code selbst geschrieben hat.</p>



<p>Mina kennt das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, als Woman of Color, als Frau im Tech. &#8222;Mein Antrieb ist nicht Karriere, sondern Wut.&#8220; 2020 trifft sie die bewusste Entscheidung, sich mehr für gesellschaftliche Gerechtigkeit  einzusetzen. Sie gründet &#8222;Inclusive Tech&#8220;, europaweit die erste Beratungs- und Lobbyorganisation für Diversity in Tech und KI-Ethik.</p>



<p>Im Herbst 2023 erscheint ihr Buch <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.luebbe.de/quadriga/buecher/gesellschaft/fairtech/id_9872317" target="_blank">&#8222;Fairtech – Digitalisierung neu denken für eine gerechte Gesellschaft&#8220;</a>, in dem sie erklärt, warum soziale Aspekte auch bei der Datenanalyse wichtig sind.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Es ist wichtig, die Datenanalyse als ein Instrument für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu sehen. Nur wenn wir Zahlen und Daten haben, können wir auch gegen die strukturelle Diskriminierung vorgehen.&#8220;</p></blockquote>



<p>Weitere Themen: Warum die Digitalisierung in Deutschland nicht vorankommt, was &#8222;Gender Data Gap&#8220; ist, warum sie auf ihren Kleiderstil achtet und weshalb sie auf ihre Intuition bei der Karriereplanung vertraut.</p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<item>
		<title>Afridun Amu (AFG): 9/11-Zäsur, Surf-Therapie &#038; Bedürfnis nach Erkenntnis &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/afridun-amu-afghanistan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2022 09:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Jurist und Surf-Aktivist Afridun Amu wurde in Kabul geboren, hat in Moskau gelebt und ist in Göttingen aufgewachsen. Der 35-Jährige spricht über die "gruselige" Zeit nach 9/11, wie er erster Surfmeister Afghanistans wurde und welche tiefen Erkenntnisse er durch seinen Spieltrieb gewinnt.

https://www.unsurfed.com/
https://yaarberlin.de/

(02:30) Passkontrolle
(08:25) Bewerbungsgespräch
(12:40) Klischee-Check
(14:15) Flucht mit Diabetesschock &#038; Tollhaus Kindergarten 
(26:00) Heldin Mum, 9/11 &#038; Hypermaskuline Identität
(43:00) Persische Poesie, koreanisch essen und Alptraum Kabul
(57:05) „Surfen war Liebe auf den ersten Blick“
(1:20:50) Spieltrieb, Magie und Suche nach Erkenntnis

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.
Hört auch rein in die Work-Edition des Kopfsalat-Podcasts: https://www.frnd.de/kopfsalat/ 

Halbe Katoffl T-Shirts bestellen: https://shop.halbekatoffl.de/ 

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
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Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Jurist und Surf-Aktivist Afridun Amu wurde in Kabul geboren, hat in Moskau gelebt und ist in Göttingen aufgewachsen. Der 35-Jährige spricht über die &#8222;gruselige&#8220; Zeit nach 9/11, wie er erster Surfmeister Afghanistans wurde und welche tiefen Erkenntnisse er durch seinen Spieltrieb gewinnt.</p>



<p>Als Afri Afghanistan verlassen muss, ist er noch sehr klein. Sein Vater ist Diplomat, seine Mutter Ärztin. Sie pendeln zwischen der Sowjetunion und Afghanistan. Mit dem Abzug der sowjetischen Truppen und dem Beginn innerafghanischer Kämpfe, flieht die Familie ganz nach Moskau.</p>



<p>An ihre Flucht danach aus Moskau nach Deutschland hat Afri sogar noch Erinnerungen: Ein &#8222;Menschenschleuser&#8220; treibt sie schlagend voran, sein Großvater bekommt einen Diabetesschock – seine Mutter rettet den Opa mit einem Bonbon.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich war immer der Ausländer&#8220;</h2>



<p>Im niedersächsischen Göttingen bekommt er früh einen Kulturschock – im Kindergarten. Während in Moskau Strenge und Disziplin herrschte, laufen die Kids hier nackt durch die Gegend, spielen und machen Quatsch. &#8222;Es war ein Sommertag, in einem Waldkindertag, Waldorf angehaucht &#8211; ich dachte, ich bin in der Irrenanstalt. In Moskau haben wir Mathe gemacht, da herrschte Disziplin und man musste leise sein – und hier dann sowas. Was im Nachhinein cool war, aber ich habe ein bisschen gebraucht, zu schlucken, dass ich in so ein Tollhaus gesteckt worden war.&#8220; (lacht)</p>



<p>Die Eltern trennen sich in Deutschland. Göttingen empfand er als nicht &#8222;soo cool&#8220;. Er hat Begegnungen mit Nazis, generell wird er oft als &#8222;Türke&#8220; wahrgenommen. „Ich war schon immer &#8218;der Ausländer&#8220; &#8211; daran habe ich mich auch abgearbeitet.&#8220; Noch schlimmer wird es nach den Anschlägen vom 11. September, die er als Zäsur empfindet. &#8222;Das war eine gruselige Zeit.&#8220; Irgendwann hat er das Stereotyp des &#8222;gefährlichen Terroristen&#8220; für sich trotzig angenommen. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich habe gedacht: Wenn ihr mich nicht haben wollt, dann will ich auch nichts mit euch zu tun haben.&#8220;</p></blockquote>



<p>Aber das Kompensieren in eine Übermännlichkeit – er wendet sich mehr der Religion zu, macht Kampfsport – hält nicht lange an. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Surfen ist Liebe auf den ersten Blick</h2>



<p>2006 nach dem Abi reist er mit Freunden an die französische Atlantikküste. Nachdem er zum ersten Mal auf dem Surfbrett steht, ist für ihn klar, dass er das Richtige für ihn gefunden hat. &#8222;Das erste Mal auf dem Brett &#8211; das war Liebe auf den ersten Blick&#8220;, sagt er rückblickend.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Surfen ermöglicht, den Raum loszulassen und seinen Gedanken nicht nachzugehen. Man hat die Möglichkeit, im Moment zu sein und sich darauf einzulassen, was ist.&#8220;</p></blockquote>



<p>Was anfangs zu einer Sucht wird – &#8222;Surfen war eine Droge. Ich war wie ein Besessener&#8220; – setzt Afri jetzt bewusst ein, um Aufmerksamkeit auf sein kriegsgebeuteltes Geburtsland Afghanistan zu lenken. Er gründet den ersten afghanischen Surfverband, wird Nationaler Meister und nimmt als erster Surfmeister Afghanistans – einem Land ohne Meerzugang – an der Surf-WM in Biarritz teil. 2018 dreht er mit Surfer-Freunden die Doku &#8222;Unsurfed Afghanistan&#8220;.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" class="youtube-player" width="700" height="394" src="https://www.youtube.com/embed/ia2wh46wfog?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent" allowfullscreen="true" style="border:0;" sandbox="allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox"></iframe>
</div></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Schwimmstätten und Surf-Therapie</h2>



<p>&#8222;Vielleicht kann Surfen einen Tropfen Lebensfreude nach Afghanistan bringen&#8220;, sagt Afri am Anfang der Doku. Und Afri hat noch mehr vor: Schwimmstätten aufbauen, Surf-Therapie anbieten – doch die Pandemie und die Landesübernahme der Taliban 2021 machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Doch Afri ist es wichtig, seine Plattform und seine Passion Surfen dafür zu nutzen, dass die Geschehnisse in Afghanistan nicht in Vergessenheit geraten. &#8222;Denn auch wenn wir derzeit nichts hören – es sieht sehr düster aus.&#8220;</p>



<p></p>



<p>Weitere Themen: Spieltrieb und Bedürfnis nach Erkenntnis, Mystischer Ozean, persisches Instrument und koreanisches Essen, Sommermärchen &#8211; nicht für alle und wie Krieg die Mentalität eines Landes verändert.</p>



<p><a href="https://www.unsurfed.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.unsurfed.com/</a></p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://yaarberlin.de/" target="_blank">https://yaarberlin.de/</a></p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">5529</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Ellen Wagner (xxx): Wurzellosigkeit, Schwarze und queere Spaces &#038; Heilen nach Diversity-Workshops &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/ellen-wagner/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jun 2022 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Ellen Wagner ist Diversity-Coach und arbeitet in den USA und Deutschland. Die 41-Jährige spricht im Podcast über die Suche nach ihren leiblichen Eltern,  Rassismus in queeren Spaces und Homophobie in der Schwarzen Community –  und darüber, warum sie sich bei Workshops manchmal auf den Boden schmeißt.

https://ellen-wagner.com/

(04:30) Passkontrolle
(08:55) Bewerbungsgespräch (Rubrik)
(12:25) Klischee-Check
(15:20) Wurzellosigkeit &#038; Paradiesvogel im Senegal
(31:25) Anderssein: Homophobie in Schwarzen und Rassismus in queeren Communities
(49:05) Suche nach den Eltern: Gentest und Halbgeschwister
(1:01:00) Diversity-Coaching: Hilfe zur Selbsthilfe und Heilen
(1:17:40) Wie man mit Post-Its auf Rassismus reagiert

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.
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Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ellen Wagner ist Diversity-Coach und arbeitet in den USA und Deutschland. Die 41-Jährige spricht im Podcast über die Suche nach ihren leiblichen Eltern,  Rassismus in queeren Spaces und Homophobie in der Schwarzen Community –  und darüber, warum sie sich bei Workshops manchmal auf den Boden schmeißt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schwarzes Kind in weißer Familie</h2>



<p>Ellen wurde im September 1980 in Wuppertal geboren. Mit sechs Wochen adoptiert sie eine Familie. Sie wächst als Schwarzes Mädchen in einer weißen Familie auf. Ihr Bruder, fünf Jahre älter und auch adoptiert, ist ebenfalls weiß.</p>



<p>Das Aufwachsen im rheinländischen Hahn empfindet sie zunächst als unkompliziert: Mittelklasse, toller Kindergarten, Papa ist Abteilungsleiter. Sie ist &#8211; fast schon klassischerweise &#8211; das einzige Schwarze Mädchen in ihrem Umfeld. Als junges Kind tanzt sie viel, später spielt sie Basketball.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich bin nirgendwo richtig zu Hause&#8220;</h2>



<p>Prägend für sie ist eine  Schul-Austauschreise in den Senegal.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich dachte, es geht zu meinem Mutterkontinent, aber als wir dort ankamen – und ich bin ja lightskin – bin ich komplett aufgefallen. Ich bin wie ein Paradiesvogel gewesen. Danach bin ich viel gereist in meinem Leben, ich war in etwa 30 Ländern. Rund um den Äquator gibt es Länder, wo ich untertauchen kann und nicht sofort auffalle. Aber insgesamt hat es mir die Erkenntnis gegeben: Ich bin nirgendwo richtig zu Hause.&#8220;</p></blockquote>



<p>Ellen kennt ihre leiblichen Eltern nicht – bis heute weiß sie nur wenig über ihren biologischen (Schwarzen) Vater und ihre biologische (weiße) Mutter. Auch ein Gen-Test und eine von ihr beauftragte Agentur haben nur wenige Informationen zutage gebracht. Aber sie hat mehrere Halbgeschwister mütterlicherseits gefunden und zum Teil auch kennengelernt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><em>&#8222;Ich hatte nie einen Hinweis darauf, wo ich &#8218;wirklich herkam&#8216;. Ich hatte kein &#8218;Elternteil aus &#8230;&#8216;, daher war ich immer Alien, war immer anders und hatte diese komplette Wurzellosigkeit. Auch in Schwarzen Spaces habe ich mich deshalb als Außenseiterin gefühlt.&#8220;</em></p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Verbundenheit durchs Nichtwissen</h2>



<p>Auch das Ergebnis des Gentests, das unter anderem Herkunftshinweise auf Angola und Kongo brachte, habe die Lücke nicht geschlossen, sagt Ellen. &#8222;Was soll ich jetzt mit dieser Information? Was weiß ich über Angola oder Kongo?&#8220; </p>



<p>Mit Schwarzen US-Amerikaner*innen hingegen fühle sie eine Verbundenheit durchs &#8222;Nichtwissen&#8220;. Sie könnten ebenfalls nicht mehr zurückverfolgen, wo ihre Vorfahren aus der Sklavenzeit herkämen.</p>



<p>Aber auch in Schwarzen Spaces fühle sie sich ift nicht zu Hundert Prozent angenommen, weil sie oft erlebt habt, dass diese sehr heteronormativ seien, zum Teil sogar homophob. Queere Spaces dagegen seien dann zum Teil wieder rassistisch. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Meine volle Identität kann ich nur zu Hause ausleben in meiner kleinen Familie mit meiner Tocher und meiner Frau. Hier bin ich 110 Prozent sicher.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Rassismus in Antirassismus-Workshops</h2>



<p>Nachdem Ellen jahrelang als Produktmanagerin Hotels eingekauft hat, macht sie sich Ende 2019 als <a href="https://ellen-wagner.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Diversitäts-Coach</a> (in den USA) selbständig. Sie gibt Workshops zu &#8222;Diversity, Equity und Inklusion&#8220;, für Expats und Unternehmen. Das sei sehr anstrengend – zum Teil auch deshalb, weil sich bestimmte strukturelle (rassistische, sexistische Diskriminierung) Probleme auch in den Seminaren wiederfinden. &#8222;Das ist aufreibend. Ich brauche Pausen und einen Tag zum Heilen und Runterkommen.&#8220;</p>



<p>Auch eine Erkenntnis: Deutschland hinke in den Debatten und in der Awareness einer gewissen Bubble der USA hinterher. In Deutschland passe &#8222;Schwarz und queer sein&#8220; immer noch nicht zusammen für den Mittelstand.</p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.</em></p>
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		<title>Saidi Sulilatu (IDN): Indonesische Tonleiter, Wohnungssuche in Bayern &#038; Männlich-weiße Finanzszene &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/saidi-sulilatu-indonesien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2022 22:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Saidi Sulilatu ist wohl einer der bekanntesten Finanzberater in Deutschland. Auf Youtube erklärt der Bayer mit indonesisch-deutschen Wurzeln mit einfachen Worten, wie man sein Geld anlegen sollte. Wir sprechen über die undiverse Finanzszene, die Wohnungssuche in Bayern und über seine vier Geld-Anlege-Töpfe.

Saidi auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/saidi-sulilatu-14253619a/
Finanztip: https://www.finanztip.de/

(03:55) Passkontrolle
(09:55) Bewerbungsgespräch (Rubrik)
(13:20) Klischee-Check
(18:20) Aufwachsen in Oberbayern
(24:50) "Unreflektiert ordne ich mich in: 'weiß, männlich, privilegiert' ein"
(31:10) Streber, Soziologe, Baseballspieler
(41:15) Finanz-YouTuber - "Ich habe mir vorgestellt: Mit wem rede ich denn da?"
(1:00:35) Vier-Töpfe-Geld-Prinzip: "Mehr braucht man nicht"

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.
Hört auch rein in: Kopfsalat-Podcast: https://www.frnd.de/kopfsalat/ 

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
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Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Saidi Sulilatu ist wohl einer der bekanntesten Finanzberater in Deutschland. Auf Youtube erklärt der Bayer mit indonesisch-deutschen Wurzeln mit einfachen Worten, wie man sein Geld anlegen sollte. Wir sprechen über die undiverse Finanzszene, die Wohnungssuche in Bayern und über seine vier Geld-Anlege-Töpfe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufwachsen in Oberbayern</h2>



<p>Johan Christian Saidi lautet Saidis vollständiger Vorname. Sein Vater – ebenfalls Johan – war damals aus Indonesien in die Niederlande ausgewandert. Dort lebt auch noch ein Großteil seiner Familie.</p>



<p>Saidi selbst wurde am 1. April 1977 in München geboren. Er wächst zwar in einerm Mietshaus in einem Wohnblock auf, aber dahinter befindet sich eine riesige Wiese, der als Abenteuerspielplatz, Räuberhöhle und Schlittenberg fungiert. &#8222;Das war gut für meiner Mutter, die wusste: Der gute Mann kann sich da austoben.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wenig Bezug zu Indonesien</h2>



<p>Zu Indonesien hat Saidi eher ein distanzierteres Verhältnis. Klar, indonesisch/ asiatisches Essen steht schon regelmäßig auf dem Tisch – etwas, was er in seiner Familie mit drei Söhnen immer noch aufrecht erhält –, aber außer Familienbesuche zur indonesischen Oma in Holland gibt es wenig Bezug zum Heimatland seines Vaters in Oberbayern.</p>



<p>Seine Hochzeitsreise nach Indonesien verlief allerdings anders als gedacht. Statt am Strand zu liegen oder Sightseeing zu machen, musste Saidi mit fiesem Magendarm-Virus ins Krankenhaus. Später war er mit den Kindern noch mal da. &#8222;Die haben es natürlich geliebt.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Rassismus? Da war nichts&#8220;</h2>



<p>In punkto Rassismuserfahrungen muss Saidi passen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>&#8222;Ich habe festgestellt, wie glücklich ich mich schätzen kann, weil es da gar nichts gab. Vielleicht ist man auf dem Pausenhof mal an der einen oder anderen Stelle rougher behandelt worden, aber nicht wirklich. Und dann stellt man fest, wie auch die eigene Identität davon geprägt ist, weil, wenn ich mich selbst, schnell unreflektiert beschreiben müsste. Natürlich ordne ich mich selber der klassischen, weiß, männlich, privileged … Kaste (lacht) zu. Ganz klar. Das ist das Lustige, obwohl ich diesen Namen habe und wenn man mich anschaut, merkt, dass das nicht ganz der Fall ist, aber mir fehlt diese Erfahrung. Da habe ich sicherlich großes Glück gehabt.&#8220;</p>
</blockquote>



<p>Es hilft sicherlich, dass Saidi die lokale Sprache beherrscht – nicht deutsch, sondern bayrisch. Gerade beid er Wohnungssuche habe er daher nie Probleme gehabt. Sobald er den ortsüblichen Dialekt auspackt, übertüncht seine Oberbayern-Identität das &#8222;fremde&#8220; Aussehen und den ausländischen Namen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Geld ganz einfach&#8220;</h2>



<p>In der Schule ist er auch einer der Besten. Er studiert Soziologie und hat zunächst vor, Professor zu werden, rutscht dann aber in die Finanzbranche. &#8222;Ich habe mich schon immer für Finanzen interessiert.&#8220; Er arbeitet als Versicherungsmakler und Honorarberater, bis er dann schließlich (wieder) bei <a href="https://www.finanztip.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Finanztip</a> landet. Dort ist er für den Youtube-Kanal zuständig. Der Kanal ist sehr erfolgreich – auch weil Saidi mit einfacher Sprache auch die kompliziertesten Dinge verständlich macht. Einen Podcast hat er natürlich auch: &#8222;Geld ganz einfach&#8220; heißt er.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<p>Weitere Themen: Baseball mit Kids, wann Nerdsein wieder cool wurde und welche vier einfache Geldtöpfe Saidi empfiehlt.</p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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		<title>Stephanie Cuff-Schöttle (USA): Sexy Black Men, rassismussensible Paartherapie &#038; traumatische Polizeikontrollen &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/stephanie-cuff-schoettle-usa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Apr 2022 22:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Diplom-Psychologin Stephanie Cuff-Schöttle hat einen US-amerikanischen Vater und eine deutsche Mutter. Die 40-Jährige spricht im Podcast über ihren kreativen Kampfgeist bei rassistischen Sprüchen, traumatische Polizeikontrollen und warum sie von befreundeten "Sexy Black Men" genervt war.

https://stephaniecuff.com/
https://myurbanology.de/ 

(02:40) Passkontrolle
(04:20) Bewerbungsgespräch
(08:30) Klischee-Check
(15:45) Aufwachsen bei den Großeltern: "Es roch nach Gras"
(24:30) Rassistisches Mobbing, Polizeikontrollen &#038; Wiedergutmachung mit Schokolade
(49:50) Beruf: "Ich wollte Missionarin werden", MyUrbanology.de &#038; Therapieplätze
(1:00:00) Als Rassismuserfahrung zum Vorteil wurde
(1:10:40) Skulpturarbeit bei Paarberatung &#038; warum wir unsere Partner*innen wählen

Kopfsalat Podcast: https://www.frnd.de/kopfsalat/ 

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
Website: https://halbekatoffl.de 
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/ 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl 
Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Diplom-Psychologin Stephanie Cuff-Schöttle hat einen US-amerikanischen Vater und eine deutsche Mutter. Die 40-Jährige spricht im Podcast über ihren kreativen Kampfgeist bei rassistischen Sprüchen, traumatische Polizeikontrollen und warum sie von befreundeten &#8222;Sexy Black Men&#8220; genervt war.</p>



<p>Stephanie wird 1981 in Ludwigsburg geboren. Ihr Vater ist bei der US-Army und in Deutschland stationiert. Sie wächst – vor allem nach der Trennung der Eltern &#8211; viel bei ihren Großeltern auf. Hinter dem Haus: große Wiese und Obstbäume. &#8222;Es roch nach Gras&#8220;, erinnert sich Stephanie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Trauma nach Polizeikontrollen</h2>



<p>Doch während das Umfeld idyllisch wirkt, fühlt sich Stephanie nie Teil des Schwabenlandes. Ihre Großeltern kommen aus Nordrhein-Westfalen. Zwar habe sie ihr Vater in ihrer Schwarzen Identität gestärkt, aber nach der Trennung, zieht er in die USA. In ihrer Familie ist sie danach die einzige Schwarze.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich habe mich nie mit einer Community verwurzelt gefühlt. Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass ich irgendwo ganz dazugehöre.&#8220;</p></blockquote>



<p>In der Jugend verstärken sich der Alltagsrassismus. In der Schule erlebt sie Mobbing und &#8222;Rassismus aller Couleur&#8220;. Wenn sie mit ihren Freund*innen unterwegs ist, werden sie ständig von der Polizei angehalten. &#8222;Wir konnten nirgendwohin gehen, wir wurden immer kontrolliert, es war furchtbar.&#8220; Die Kriminalisierung der Polizei hat Spuren bei ihr hinterlassen. Auch heute noch wird sie im Angesicht von Polizist*innen schnell nervös. &#8222;Das ist ein Trauma, ganz klar.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Es war eine Erleuchtung&#8220;</h2>



<p>In der Jugend hat sie eine Phase, in der sie Missionarin werden will. Im Rahmen der Kirche kann sie zum ersten Mal offen über ihre Erfahrungen mit Rassismus berichten – ohne, dass ihr jemand die Erfahrung abspricht. &#8222;Der Glaube hat mich erst mal getragen. Ich war gut vor Gott.&#8220;</p>



<p>Sie studiert dann aber doch Psychologie: &#8222;Ich habe mich schon immer dafür interessiert, warum Menschen Dinge tun, die ihnen offensichtlich nicht gut tun.&#8220; Warum von Rassismus betroffene Menschen beispielsweise die ihnen zugewiesenen Stereotypen immer wieder selsbt bedienen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Es braucht Mut zu sagen: Ich kack auf all die Begrenzungen und ich bin, was ich fühle. Ich merke, dass es viele nicht machen und dass dadurch so viel Leid entsteht.&#8220;</p></blockquote>



<p>Gerade als sie bei <a rel="noreferrer noopener" href="https://opra-gewalt.de/" target="_blank">OPRA</a> anfängt und psychologische Beratung für Opfer rechtsextremer, rassistischer &amp; antisemitischer Gewalt anbietet, lernt sie selbst viel dazu. &#8222;Da habe ich mich noch mal anders mit Rassismus auseinandergesetzt, auch wissenschaftlich. Es war eine Erleuchtung.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Rassismussensible Beratung</h2>



<p>Nach mehreren Ausbildungen bietet Stephanie heute rassismussensible Einzelberatung und Paartherapie in Berlin an. 2018 gründete sie zusammen mit Alina Hodzode <a href="https://myurbanology.de">myurbanology.de</a>, eine Onlineplattform für Schwarze und PoC-Perspektiven im deutschsprachigen Raum.</p>



<p>Weitere Themen: Warum wir unsere Partner*innen wählen, Skulpturarbeit bei der Paarberatung &amp; Wiedergutmachung mit Schokolade.</p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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		<item>
		<title>Maximilian Pollux (GDP): Knasterfahrung, Gangster-Mindset &#038; Unsinnige Resozialisierung &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/maximilian-pollux-guadeloupe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Apr 2022 03:15:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Maximilian Pollux saß rund zehn Jahre in Haft. Der 39-Jährige ist in Nürnberg geboren und hat eine deutsche Mutter und einen Vater aus Guadeloupe. Max spricht über Drogenfahrten in jungen Jahren, Kriegermentalität im Knast und warum die Resozialisierung von Straftätern so nicht klappt.

(02:20) Passkontrolle
(08:00) Bewerbungsgespräch (Rubrik):
(15:00) Klischee-Check
(24:00) Eltern und Schule: Vater-Swag, Gemüsesorten &#038; unnütze Talente
(36:30) Graffiti, Drogenkurierfahrten &#038; Gangster-Verherrlichung
(55:50) Flucht, 13 Jahre Haft &#038; warum das System Gefängnis nicht funktioniert
(1:08:50) Haftentlassung, Knastroman &#038; wieso Resozialisierung so nicht klappt

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
Website: https://halbekatoffl.de 
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/ 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl 
Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Maximilian Pollux saß rund zehn Jahre in Haft. Der 39-Jährige ist in Nürnberg geboren und hat eine deutsche Mutter und einen Vater aus Guadeloupe. Max spricht über Drogenfahrten in jungen Jahren, Kriegermentalität im Knast und warum die Resozialisierung von Straftätern so nicht klappt.</p>



<p>Bevor Maximilian Gangster sein wollte (und wurde), hatte er einen anderen Wunsch: &#8222;Ich wollte Jugo sein&#8220;, sagt er lachend. Die waren tough und hatten coole Frisuren. Max wächst in einem Brennpunktbezirk in Nürnberg auf. Seinen leiblichen Vater, der von der Karibikinsel Guadeloupe stammt, &#8222;kickt&#8220; die Mutter raus, als er drei Jahre alt ist. &#8222;Mein Vater hat sich danach nie bei mir gemeldet, aber ich habe auch nicht drüber nachgedacht.&#8220; Treffen wird er ihn er erst später &#8211; im Gefängnis.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drogenkurier als Schüler</h2>



<p>Die Schule empfindet Maximilian als extrem belastend, er sucht Aufmerksamkeit, spielt den Klassenclown. &#8222;Ich hatte viele Talente, aber in der Schule war das alles nichts wert.&#8220; Schon früh baut er &#8222;viel Scheiße&#8220;. Als sein Onkel ihn als 13-Jährigen bittet, in die Niederlande zu fahren, um &#8222;eine Tasche abzuholen&#8220;, willigt er ein. Es ist seine erste Drogenkurierfahrt &#8211; viele weitere sollten folgen.</p>



<p>Jahrelang bewegt sich Max im kriminellen Milieu. Angefangen mit harmloseren Delikten wie Diebstahl, Graffiti sprühen, dealt er bald mit Drogen und Waffen. &#8222;Ich war ein kleiner Assi&#8220;, sagt er. Dementsprechend schnell wurde es auch düster um ihn herum. Mit Anfang 20 wird er – nach zweijähriger Flucht vor der Polizei – in den Niederlanden gefasst und später für 13 Jahre und einen Monat Haftstrafe verurteilt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich war drauf gefasst gewesen und habe meine Urteil mit Nase hoch angenommen. Ich war sogar stolz. Mir war klar: Je länger du sitzt, desto stabiler ist dein Lebenslauf als Gangster und deswegen war ich bereit, den Preis zu zahlen.&#8220;</p></blockquote>



<p>Im Gefängnis muss er sein Gangster-Mindset nicht groß ändern. &#8222;Im Knast gewinnst du Diskussionen, wenn du aggressiver, lauter und stärker bist. Ich habe  mich als Krieger gesehen. Es gibt sicher eine Zeit und einen Ort, um deinen Taten zu reflektieren und einzusehen, aber das Gefängnis ist nicht der Ort. Diese Zeit musst du durchstehen und dafür musst du dich anpassen.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Entlassung nach fast zehn Jahren</h2>



<p>Nach neun Jahren und acht Monaten wird Max vorzeitig entlassen. Sein Ziel: ein Jahr lang keine Straftat begehen, da er soviele Straftäter gesehen hat, die innerhalb eines Jahres wieder kriminell werden. Es klappt – auch wenn es nicht einfach ist. Doch Max findet seinen Weg in den darauffolgenden Jahren, indem er seine persönliche Geschichte erzählt &#8211; in Podcasts wie „Gangs im Knast“ oder „Der Gangster, der Junkie und die Hure“ oder seinem Roman &#8222;Kieleck&#8220;, den er im Gefängnis geschrieben hatte.</p>



<p>Sein Jugendhilfeverein &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.sichtwaisen-ev.de/" target="_blank">SichtWaisen</a>&#8220; widmet sich mit den Schwerpunkten Kriminal-, Gewalt- und Drogenprävention. Max hat unzählige Workshops und Vorträge in Schulen und pädagogischen Einrichtungen gehalten. Er ist überzeugt: &#8222;Wir verhindern so viele Straftaten!&#8220; Gerade auch deshalb, weil sich Jugendliche direkt über Social Media melden und Beratung suchen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Offener Vollzug bringt so viel mehr&#8220;</h2>



<p>Auch in Talkshows und auf Panels plädiert er für einen anderen Umgang mit Straftätern: weniger Haft, mehr Prävention, bessere Resozialisierung. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Bei allen, die nicht gewalttätig sind, muss die Haft so nah wie möglich an Freiheit sein, angepasst an die Lebensrealität draußen. Es kann nicht sein, dass du mir jeden Tag mein Essen bringst und ich im Gefängnis zum Arzt oder arbeiten gehen kann. Du musst draußen arbeiten. Offener Vollzug, da hast du so viel mehr von als von geschlossenem Vollzug.&#8220;</p></blockquote>



<p>Weitere Themen: Souverän sein wie George Clooney, Brown Pride, Raidersjacken, Pokerspieler-Träume, Zahnartbesuche in Haft und warum er sich selber verriet.</p>



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		<title>Thelma Buabeng (GHA): Sisterhood, Social-Media-Karens &#038; Angst vor der Schauspielschule &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/thelma-buabeng-ghana/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Mar 2022 08:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
		<guid isPermaLink="false"></guid>

					<description><![CDATA[Thelma Buabeng ist eine deutsche Schauspielerin, Moderatorin und Comedienne mit ghanaischen Wurzeln. Ein Gespräch über ihren anfänglichen Struggle als Schauspielerin, nervige Social-Media-Karens und empowernde Sisterhood. Über Bootyshaking mit der Familie, wie Black Lives Matter ihre Karriere veränderte und was sich noch tun muss in der Filmindustrie.

(02:00) Passkontrolle
(05:40) Bewerbungsgespräch
(10:40) Klischee-Check
(14:30) Aufwachsen in Meckenheim: Flughafentoilette, Alleinstellungsmerkmal &#038; Fake Asian
(34:00) Bootyshaking, Druck von Migra-Kindern
(45:25) "Ich wusste immer, dass ich Schauspielerin werden will"
(1:03:45) Selbstzweifel, Struggle &#038; Social-Media-Karens
(1:25:15) Film- und Medienbranche: Tokenism, Babysteps &#038; Parship

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
Website: https://halbekatoffl.de 
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/ 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl 
Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Thelma Buabeng wurde 1981 in Accra geboren. Sie ist in Meckenheim bei Bonn aufgewachsen. Ein Gespräch über Sisterhood, ihre Angst vor der Schauspielschule und nervige Social-Media-Karens.</p>



<p>&#8222;Ich wollte immer Schauspielerin werden&#8220;, sagt Thelma. Schon in der Schule sei sie extrovertiert und laut gewesen. Im Mittelpunkt stehen, schicke Kleider anziehen – so habe sie sich das Schauspielleben vorgestellt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Von Accra nach Meckenheim</h2>



<p>Die ersten eineinhalb Jahre ihres Lebens verbringt Thelma in Ghana. Ihre Eltern versuchen sich in Deutschland ein Leben aufzubauen und holen sie nach. Ihre erste Erinnerung an Europa ist die Flughafentoilette in London.</p>



<p>Sie geht in Meckenheim bei Bonn zur Schule, wo sie &#8222;die einzige Schwarze&#8220; ist.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p> &#8222;Ich war eigentlich immer und überall die einzige Schwarze.&#8220;</p></blockquote>



<p>Aber größere Probleme hat sie deswegen nicht – sie sei beliebt gewesen. Dennoch: Viele aus heutiger Sicht rassistische Situationen habe sie verdrängt, bzw. vergessen. Zum Glück, sagt sie heute. Während ihr schulisches Umfeld sehr weiß ist, sind die Wochenenden geprägt vom Zusammensein mit der ghanaischen Community. Viel Besuch, viel zu viel essen und Leute, die tanzend durch die Haustür kommen – so erinnert sie sich an diese Zeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Struggle als Schauspielerin</h2>



<p>Sie spürt aber auch früh, dass Schwarze in dieser Welt benachteiligt werden. Gerade auch ihre Mutter weist sie immer direkt drauf hin.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Meine Mutter hat uns immer gesagt: Es ist schön hier, aber seid gefasst, die Welt da draußen ist uns nicht wohl gesonnen.&#8220;</p></blockquote>



<p>Nach der Schule macht sie verschiedene Jobs in der Medienbranche. Ihr eigentlicher Wunsch, Schauspielerin zu werden, lässt sie zwar nicht los, aber sie verfolgt ihn aus irgendeinem Grund nicht konkret. Erst als ihr eine Freundin, die bereits an der Schauspielschule ist, sagt, dass sie sich endlich bewerben solle, tut sie es – und wird genommen. Später wechselt sie zu einer anderen Schule in Berlin, die sich mehr auf Film und Fernsehen fokussiert. Da habe sie als Schwarze Frau mehr Chancen auf Rollen als beim Theater, habe man ihr gesagt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Karrieresprung nach Black Lives Matter</h2>



<p>Dubiose Agenten, zweifelhafte Fotoshootings, mehrere Nebenjobs zurselben Zeit Selbstzweifel und immer wieder stereotype Rollen – die Schauspielerei ist jahrelang nicht so, wie sich das Thelma als Teenagerin vorgestellt hatte. </p>



<p>Aus der Not heraus entwickelt sie ihr eigenes YouTube-Comedyformat &#8222;Tell me nothing from the Horse&#8220;, wo sie in verschiedene Rollen schlüpft. Das hilft zwar, um auf sich aufmerksam zu machen, aber einen größeren Karrieresprung macht sie vor rund zwei Jahren.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" class="youtube-player" width="700" height="394" src="https://www.youtube.com/embed/igdintDh7mw?version=3&#038;rel=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;fs=1&#038;hl=de-DE&#038;autohide=2&#038;wmode=transparent" allowfullscreen="true" style="border:0;" sandbox="allow-scripts allow-same-origin allow-popups allow-presentation allow-popups-to-escape-sandbox"></iframe>
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<p>Nach dem Mord an George Floyd und mit der steigenden Popularität der Black-Lives-Matter-Bewegung wird auch eine breitere Öffentlichkeit auf sie aufmerksam. Zum Teil, weil sie sich in diesem Zuge sozial und politisch mehr engagiert, zum Teil auch, weil die Filmindustrie merkt, wie wenig divers, sogar klischeebeladen die deutsche Filmindustrie noch ist. Seitdem gibt es zwar Bewegung, aber laut Thelma sind das nur &#8222;Babysteps&#8220; und oft geprägt von Tokenism. </p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich möchte meine Sisters zelebrieren&#8220;</h2>



<p>Ihre Follower*innenschaft auf Social Media muss sie aber immer wieder dran erinnern, dass sie in erster Linie Schauspielerin ist und keine Aktivistin oder politische Expertin. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich Menschen bei ihr melden und darüber beschweren, dass es jetzt lange keinen Content zu Rassismus gegeben habe. &#8222;Da denke ich mir: Sorry, Karen, dass ich in den letzten drei Wochen nicht rassistisch angegriffen wurde!&#8220;</p>



<p>Sie möchte den Racism-Porn nicht mehr so stark bedienen, sondern sich auf Empowerment der eigenen Community konzentrieren.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich möchte Positives austauschen. Ich möchte meine Sisters zelebrieren, die geile Sachen machen, die Bücher rausbringen, ihre eigenen Businesses starten, Kinderbücher schreiben, die tanzen, singen, whatever!&#8220;</p></blockquote>



<p>Weitere Themen: Diana Ross, Fake Asians, Druck von Migrakindern, Wokenessbubble.</p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der „Work-Edition“ mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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		<title>Natasha Kimberly (USA / NGA): Haar-Trauma, Influencerin-Identität &#038; Arbeiten mit People of Color &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/natasha-kimberly-usa-nigeria/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Dec 2021 22:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Natasha "Tasha" Kimberly ist Moderatorin, TV-Realisatorin und Content Creator. Die 30-Jährige mit deutsch-amerikanisch-nigerianischen Wurzeln spricht mit Frank über ihr Haar-Trauma, warum sie Social Media liebt – und wie sie sich gefühlt hat, mit People of Color zu arbeiten.

Tasha auf Instagram: @tashakimberly

(02:40) Passkontrolle
(09:00) Vorstellungsgespräch
(12:40) Klischee-Check
(19:30) Aufwachsen mit zwei Frauen und ohne Vater
(29:00) Schule: Haare glätten – "Ich habe alles von mir weggenommen, was special war"
(38:15) Schwarzsein: Five Souls, Daisy Dee und Milka
(46:00) Lokalfernsehen, Club-Check &#038; Journalismusstudium: "Würde alles genauso wieder machen"
(58:00) Eigener YouTube-Kanal "Nobeautychannel" 
(1:10:00) Feste Stelle vs. Selbständig sein
(1:22:10) Five Souls

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
Website: https://halbekatoffl.de 
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/ 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl 
Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Natasha &#8222;Tasha&#8220; Kimberly ist Moderatorin, TV-Realisatorin und Content Creator. Die 30-Jährige mit deutsch-amerikanisch-nigerianischen Wurzeln spricht mit Frank über ihr Haar-Trauma, warum sie Social Media liebt – und wie sie sich gefühlt hat, mit People of Color zu arbeiten.</p>



<p>Natasha wird 1991 in Mönchengladbach geboren. Ihre Mutter ist deutsch, an ihren US-amerikanischen Vater hat sie nur vage Erinnerungen, die Eltern trennen sich, als &#8222;Tasha&#8220; drei ist. Die Mutter wohnt danach mit ihrer besten Freundin zusammen, die als eine Art Ersatzpapa fungiert, erzählt Tasha. &#8222;Ich hatte die perfekte Familie.&#8220; Es habe ihr an nichts gefehlt. </p>



<p>Ihr Vater habe zwar sporadisch angerufen, aber nicht so häufig, wie sie wollte, auf jeden Fall bricht sie früh den Kontakt zu ihm ab und sagt ihrer Mutter, dass sie ihn nicht mehr sprechen möchte. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich habe keine Erinnerungen (an meinen Vater) und daher auch keine emotionale Bindung zu diesem Thema. Es fällt mir jetzt nicht schwer, darüber zu sprechen. Weil ich diese Person einfach nicht kenne und dann kann ich sie gefühlt auch nicht vermissen.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich wollte auch glatte Haare haben, die im Wind wehen&#8220;</h2>



<p>Tasha wächst in einem sehr weißen Umfeld auf. Sie besucht ein katholisches Gymnasium und hat an sich &#8222;eine gute Zeit&#8220;. &#8222;Ich hatte tolle Freunde, ich wurde akzeptiert und wahrgenommen. Es ist nicht so, dass ich die ganze Zeit gelitten hätte, aber es war auch so auch dieses: Du bist ein bisschen special.&#8220;  </p>



<p>Was sie am meisten nervt &#8211; und was bis heute traumatisch nachwirkt, ist das im wahrsten Sinne des Wortes übergriffige Ins-Haar-fassen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich bin in einem sehr weißen Umfeld aufgewachsen. Was für mich bedeutet hat, dass ich mich unbewusst sehr stark angepasst habe. Relativ schnell nach der Grundschule, wo mir Sachen in die Haare geschmissen wurden oder ich so schöne Kosenamen wie Struwwelpeter hatte, wollte ich auch Haare haben, die glatt sind und im Wind wehen. Also habe ich mir später die Haare relaxt, als chemisch geglättet.&#8220;</p></blockquote>



<p>Auch wenn es nach Tashas Aussage &#8222;scheiße aussah&#8220; und das Relaxen die Haare kaputt gemacht hat, hatte sie doch (damals) den Eindruck, dass sie damit besser reingepasst habe. Als sie ihre eigentlich blonden Haare auch noch braun färbt, sind viele verwirrt – und finden sie zu &#8222;braun&#8220;. &#8222;Die Leute haben immer gesagt: Du bist doch auf der Sonnenbank gewesen!&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Club-Check zum nobeautychannel</h2>



<p>Als sie die Schule abbricht, fängt sie bei einem kleinen lokalen Fernsehsender an – als &#8222;geleitetes Praktikum&#8220; fürs Fachabi. Dort kann sie sich ausprobieren: Schneiden, drehen, texten, moderieren. &#8222;Ich habe dort alles gelernt, es war genau der richtige Weg für mich.&#8220; Dann studiert sie in Köln Journalismus.</p>



<p>Richtungsweisend, ohne, dass es ihr damals bewusst war, sind die Momente, wo sie vor Ort moderiert, ob beim Karneval oder beim eigens ausgedachten &#8222;Club-Check&#8220;, wo sie Party-Locations unter die Lupe nimmt. </p>



<p>Die Outtakes daraus stellen Freundinnen ohne ihr Wissen auf eine für sie angefertigte Facebook-Seite. &#8222;Und dann hat die Seite innerhalb von 24 Stunden 10.000 Likes. Ich war so: What is happening?!&#8220; Sie fängt an, mehr und mehr Videos hochzuladen – was gut funktioniert. Nach Facebook auch auf YouTube. Auf ihrer Seite &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.youtube.com/c/Nobeautychanneled" target="_blank">nobeautychannel</a>&#8220; produziert sie neben ihrer eigentlichen Arbeit beim Fernsehen lustige Videos.</p>



<p>Doch als das Angebot für eine Talkshow kommt, muss Tasha erstmal stutzen. &#8222;Five Souls&#8220; soll von drei Schwarzen Hosts moderiert werden, sie soll eine davon sein – neben Thelma Buabeng und Hadnet Tesfai. &#8222;Da habe ich erst mal gedacht: Nee, das mache ich nicht, das kann ich nicht.&#8220; Sie macht es doch – und findet neben einer tollen, erfüllenden Aufgabe auch einen Zugang zu ihrem Schwarzsein. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich hatte einen Schlüsselmoment, als ich bei Five Souls angefangen habe. Da habe ich mich zum ersten Mal ernsthaft damit auseinandergesetzt und war unfassbar glücklich, in einer Umgebung zu sein, wo nur People of Color waren. Das hatte ich vorher so noch nie erlebt und hat mich krass bestärkt. Es hat mich wie in eine Wolke gepackt: Ach krass, du gehörst auch dazu und das ist die Community.&#8220;</p></blockquote>



<p>Weitere Themen: Creepy Facebook-Moment mit dem Vater, Follower:innen-Verlust bei Urlaub und warum Tasha keine Sängerin geworden ist.</p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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		<title>Tarek Rasouli (IRN/ IRQ): Sportunfall, Agenturgründung &#038; Bionischer Lauf-Anzug &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/tarek-rasouli-iran-irak/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 11:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Tarek Rasouli ist eine Freerider-Legende. Seit seinem Mountainbike-Unfall ist der mittlerweile 47-Jährige querschnittsgelähmt. Der Münchener mit irakisch-iranischen Wurzeln spricht über seine Anfänge auf dem BMX-Rad, berührende Reaktionen aus der Bike-Szene und warum er heute extreme Fahrradevents organisiert.

Über schüchterne Podiumsgänge, naive Agenturgründung und Lauftraining mit dem bionischen Anzug.

Doku über Tarek: https://www.redbull.com/de-de/films/the-reinvention-of-tarek-rasouli

(02:18) Passkontrolle
(04:20) Vorstellungsgespräch
(06:40) Klischee-Check
(07:40) Familie &#038; Schule
(12:18) Rad-Sport: BMX mit 9 Jahren und erste Erfolge
(24:16) "Mein Vater war überhaupt nicht begeistert"
(31:43) Fahren in der Weltspitze - "Rockstar war nie mein Ding" 
(36:55) Unfall beim 12-Meter-Sprung: "Da bin ich zu weit gesprungen"
(47:25) Reaktionen, Reha und quälende Fragen "Ich wusste nicht, wie es weitergeht"
(55:04) Agenturgründung: Events, Betreuung und Arbeiten mit der Schwester
(1:02:04) Lauftraining im bionischen Anzug

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
Website: https://halbekatoffl.de 
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/ 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl 
Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Tarek Rasouli ist eine Freerider-Legende. Seit seinem Mountainbike-Unfall ist der mittlerweile 47-Jährige querschnittsgelähmt. Der Münchener mit irakisch-iranischen Wurzeln spricht über seine Anfänge auf dem BMX-Rad, berührende Reaktionen aus der Bike-Szene und warum er heute extreme Fahrradevents organisiert.</p>



<p>Wenn Tarek sich an den Unfall vor fast 20 Jahren erinnert, der sein Leben eine andere Wendung geben sollte, hat er noch viele Details im Kopf. Was vorher war, warum er die Situation als ungewöhnlich einstufte und weshalb er als Erster springen wollte. Wie lang der Sprung war, was er hätte machen sollen und was er stattdessen tat. Die Landung, die Schmerzen, das Walkie-Talkie, was noch im Baufahrzeug lag und womit sein Kollege Hilfe rief.</p>



<p>&#8222;Ja, ich weiß noch alles. Ich bin nicht bewusstlos geworden.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Rockstar war nie mein Ding&#8220;</h2>



<p>Tarek hat eine ruhige Art darüber zu sprechen. Fast 20 Jahre ist der Unfall her. Damals war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Einer der besten Freerider der Welt, waghalsige Tausendsassa, die Videos mit weiten, extremen Sprüngen drehten. Tarek bekam Geld für seine Leidenschaft, Fame für seine Skills, doch auf dem Podium zu stehen war ihm fast peinlich. &#8222;Rockstar war nie mein Ding&#8220;, sagt er heute rückblickend.</p>



<p>Bereits mit neun Jahren entdeckt Tarek das Fahrradfahren – im Grunde schon viel früher, als er sich die Stützräder vom Fahrrad abmontiert und darauf fährt, wie heute Kinder mit dem Laufrad fahren, sich mit abwechselnd mit den Füßen abstützend. Doch in der Grundschule wird das BMX-Rad zu seinem ständigen Begleiter und Transportmittel. Sein Vater kauft ihm das erste Rad, seine Mutter fährt ihn zu Rennen, doch dann schwindet der Kontakt zunehmend zum Vater zunehmend, die Eltern leben getrennt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Sprung, der alles veränderte</h2>



<p>Tarek ist ehrgeizig, wird stetig besser und feiert erste Erfolge – bis er irgendwann ein &#8222;Plateau&#8220; erreicht und aufs Mountainbike umsattelt. Hier gehts mehr um Sprünge und Style, er ist Covermodel für das Fachmagazin BIKE und reist um die Welt für Freerider-Videoshootings. </p>



<p>Dann 2002, in Kanada, nimmt er diesen einen Sprung.</p>



<p>Danach natürlich auch quälende Fragen: Warum ich? Warum jetzt?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;In der Zeit nach dem Unfall habe ich auch viel an Karma und solche Dinge gedacht und mich gefragt: Was habe ich falsch gemacht im Leben? Und hatte da erstmal keine Antwort drauf.&#8220;</p></blockquote>



<p>Doch Tarek ist auch Sportler. Nach nur vier Tagen macht er schon Aufbautraining &#8211; noch mit Schläuchen im Körper. Danach helfen ihm die Freunde und Kolleg:innen aus der Bike-Szene. Sie besuchen ihm, muntern ihn auf und organisieren eine Spendenaktion für ihn, was ihn heute noch zu Tränen rührt. &#8222;Deshalb wollte ich unbedingt da drin bleiben.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Europas wichtigster Bike-Manager&#8220;</h2>



<p>Glücklicherweise hat er hervorragende Kontakte, Menschen, die ihn mögen und schätzen. Fürs BIKE-Magazin ist er nicht mehr das Coverfoto-Model, sondern wird Kolumnist. Tarek bleibt in der Szene, beginnt Events zu organisieren mit Tausenden von Zuschauer:innen. 2005 gründet er dann eine eigene Sportagentur &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://rasoulution.com/de/" target="_blank">Rasoulution</a>&#8222;, wo er Athlet:innen betreut und große Bike-Events organisiert. Seit einigen Jahren arbeitet er dort eng mit seiner Schwester zusammen. Das Magazin &#8222;The Red Bulletin&#8220; nennt ihn &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.redbull.com/at-de/theredbulletin/tarek-rasouli-bike-manager-portraet" target="_blank">Europas wichtigster Bike-Manager</a>&#8222;. </p>



<p>Tarek engagiert sich auch in der &#8222;<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.wingsforlife.com/de/" target="_blank">Wings for Life Stiftung</a>&#8222;, die das Ziel hat, Querschnittslähmungen zu heilen. Seit einiger Zeit läuft Tarek wieder – ein bionischer Lauf-Anzug hilft dabei.</p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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		<item>
		<title>Alice Sara Ott (JPN): Musikalische Krise, Hustkonzert &#038; Multiple Sklerose &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/alice-sara-ott-japan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Oct 2021 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Alice Sara Ott ist eine international bekannte, deutsch-japanische Pianistin. Die 33-Jährige spricht darüber, wie ihre musikalische Identitätssuche auch eine persönliche Krise auslöste, warum sie die Klassik nahbarer machen möchte und wie sie mit Multiple Sklerose lebt. Weshalb ihre Mutter – selber Pianistin – sie vom Klavierspielen abhielt, wann sie Video Games zockt und welcher rassistische Vorfall sie bis heute verfolgt.

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

(02:40) Passkontrolle
(06:25) Vorstellungsgespräch
(09:50) Klischee-Check
(12:25) Familie: "Meine Mutter interessierte sich für die deutsche Grammatik"
(21:00) Klavierspielen: Geflasht vom Pianisten und Obsession für Puzzles
(37:00) "Die Musik hat mir meinen Zufluchtsort gegeben"
(45:00) Beruf: "Neues Gesicht", Zugänge zur Klassik &#038; Hustkonzert
(1:07:00) Persönliche Krise: "Meine Identität hat nichts mit einer Nationalität zu tun"
(1:20:30) Diagnose Multiple Sklerose: Verschiedene Gesichter der Krankheit

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Alice Sara Ott ist eine international bekannte deutsch-japanische Pianistin. Die 33-Jährige spricht darüber, wie ihre musikalische Identitätssuche auch eine persönliche Krise auslöste, warum sie die Klassik nahbarer machen möchte und wie sie mit Multiple Sklerose lebt.</p>



<p>Alice wird im August 1988 in München geboren. Ihre Eltern hatten sich in Japan kennengelernt, ihr Vater machte ein Praktikum in Japan, ihre Mutter interessierte sich laut Alice für die deutsche Grammatik und half beim Übersetzen. </p>



<p>Sie erinnert sich daran, wie ihre Kindheit neben dem Deutschen auch japanisch geprägt ist. Zuhause wird sie zweisprachig erzogen, sie geht einmal in der Woche zur japanischen Schule und die Kita ist sehr international.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Geflasht vom Klavierkonzert</h2>



<p>Bereits mit drei Jahren erlebt Alice einen Schlüsselmoment: Sie begleitet ihre Eltern zu einem klassischen Konzert und ist ganz &#8222;geflasht&#8220; von dem Pianisten auf der Bühne. </p>



<p>Es soll aber noch ein Jahr dauern, bis sie mit dem Klavierspielen anfangen darf. Ihre Mutter – selbst Pianistin – sträubt sich anfangs noch, lässt sie dann aber doch ans Instrument. Üben ist kein Problem. &#8222;Man musste mich vom Klavier wegzerren&#8220;, erzählt Alice.</p>



<p>Danach geht es für sie musikalisch nur bergauf: Erste Wettbewerbe, große Erfolge, mit 12 ist sie Jungstudentin am Salzburger Mozarteum, Konzerte mit 16, mit 19 unterschreibt sie bereits einen Exklusiv-Plattenvertrag mit &#8222;Deutsche Grammophon&#8220;. Die Musik ist ihr Zufluchtsort. Sie habe früh gespürt, dass sie nirgends wirklich dazugehöre. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Aber sobald ich auf der Bühne stand, war es egal, woher ich kam. Dort konnte ich selber bestimmen und definieren, wer ich bin.&#8220;</p></blockquote>



<p>Die Krise folgt mit 22, 23 Jahren. Als der erste Hype um das &#8222;neue Gesicht&#8220; abebbt, die bezaubernde, neue Welt erste Brüche bekommt und die Klassikszene eine Vision, eine künstlerische Identität von ihr erwartet. </p>



<p>Alice stellt sich eigene Fragen, wenn sie ins Publikum schaut und eine gewisse Alters- und Gesellschaftsschicht entdeckt. &#8222;Ich wollte mit meiner Musik meine Generation erreichen und nicht nur eine exklusive Gruppe.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Es fühlte sich an wie ein Herumschwimmen&#8220;</h2>



<p>Rund sechs Jahre habe diese musikalische und persönliche Krise gedauert. &#8222;Es fühlte sich an wie ein Herumschwimmen. Ich wusste nicht, in welche Richtung es gehen sollte.&#8220; </p>



<p>Sie bricht schließlich mit einigen klassischen Regeln der Klassik, tauscht die helle Beleuchtung gegen Lichtspielereien aus, kleidet sich anders auf der Bühne, baut zeitgenössische Musik in ihre Konzerte und Alben ein – was vor allem Klassikpurist:innen nicht gefällt.</p>



<p>Die Identitätssuche hat sie für sich vorerst so geklärt: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich will gar nicht &#8218;deutsch&#8216; oder &#8218;japanisch&#8216; sein. Meine identität hat nichts mit einer Nationalität zu tun.&#8220;</p></blockquote>



<p>Im Herbst 2018, inmitten einer stressigen Tournee, bekommt sie die Diagnose Multiple Sklerose. Derzeit gehe es ihr gut, sagt sie. Die Krankheit, die ganz verschiedene Gesichter habe, belaste ihr Leben gerade nicht. </p>



<p></p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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		<item>
		<title>Cawa Younosi (AFG): Flucht als Teenager, Herkunftsscham &#038; Head of People &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/cawa-younosi-afghanistan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Sep 2021 22:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
		<guid isPermaLink="false"></guid>

					<description><![CDATA[Vom Geflüchteten zum bekanntesten Personalchef Deutschlands: Die Lebensgeschichte von Cawa Younosi, Personalchef von SAP, fasziniert viele Menschen. Ein Gespräch über seine Flucht mit 13, Mitarbeiter:innenzufriedenheit – und ein Afghanistan, das es nicht mehr gibt.

Cawa Younosi

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

(02:25) Passkontrolle
(07:35) Vorstellungsgespräch
(11:00) Klischee-Check: "Ich war nicht gekommen, um zu bleiben"
(19:00) Afghanistan: "An unbeschwerte Zeiten kann ich mich nicht erinnern"
(21:30) Flucht: "Und dann hieß es: Ab nach Europa!"
(28:00) Integration: "Ich war nicht so, wie es eigentlich mein Wesen ist"
(41:15) Selbständigkeit: Zeitschriftenladen, Kiosk betreiben &#038; Handys verkaufen
(50:15) Jurastudium: "Was ist dieses BGB?"
(59:30) Beruf: "Mein Motto ist: Wahrheit vor Mehrheit vor Hierarchie"

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
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Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/ 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl 
Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vom Geflüchteten zum bekanntesten Personalchef Deutschlands: Die Lebensgeschichte von Cawa Younosi, 45, fasziniert viele Menschen. Ein Gespräch über seine Flucht als Teenager, Mitarbeiter:innen-Zufriedenheit – und ein Afghanistan, das es nicht mehr gibt.</p>



<p>Cawa Yonousi wird im Dezember 1975 in Kabul geboren. An seine Kindheit in Afghanistan hat Cawa wenig Erinnerungen. Er ist der Älteste der Geschwister und muss schon früh mit anpacken. &#8222;Ich habe sehr früh erwachsen werden müssen&#8220;, sagt er. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich kann mich nicht daran erinenrn, dass wir als Familie mal unbeschwerte Zeiten hatten.&#8220; </p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Dann hieß es: ab nach Europa&#8220;</h2>



<p>Es kommt noch schlimmer. Mit 14 soll Cawa in die Armee. Sein Vater n immt ihn mit nach Indien, wo er dann in ein Flugzeug steigen muss. &#8222;Es war dunkel – und dann hieß es: Ab nach Europa!&#8220;</p>



<p>Dass er nach Deutschland fliegt, erfährt er erst unterwegs. Das einzige, was er von dem Land kennt, ist: Modern Talking. Er wäre lieber nach England gekommen. Was ihn als erstes fasziniert, als er aus dem Flughafen kommt, ist das viele Grün. </p>



<p>In der Schule findet er anfangs schwer Anschluss. Er sei verschlossen und unsicher gewesen und habe unter Minderwertigkeitskomplexen gelitten, erzählt Cawa. Er wartet darauf, dass er wieder zurück kann und mit seiner Familie vereint ist. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich war nicht gekommen um zu bleiben. Ich habe die ganze Zeit auf den Anruf meiner Eltern gewartet, dass ich wieder zurückkommen kann nach Afghanistan.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich habe mich geschämt als &#8218;Flüchtling'&#8220;</h2>



<p>Sein Deutsch verbessert er, indem er intensiv das Buch &#8222;Schlüssel zur Philosophie&#8220; durcharbeitet. Er braucht ein Jahr, um es zu lesen. &#8222;Ich war nicht so, wie es eigentlich mein Wesen ist.&#8220;</p>



<p>Nach dem Abi fällt er in ein tiefes Loch. Er weiß nicht, wie es weitergehen soll. Durch einen Zufall gerät er an einen Zeitschriftenladen, den er mithilfe seines Schwiegervaters aufmöbelt – und dann fünf Wochen nach Eröffnung mit Gewinn wieder verkauft. Danach kauft und betreibt er einen Kiosk und arbeitet als Handyverkäufer. Seine Herkunft verschweigt er lieber.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ich habe immer gesagt, dass ich aus Kolumbien komme. Ich habe mich geschämt als &#8218;Flüchtling aus Afghanistan&#8216;. Es hat lange gedauert, bis ich offen dazu stehen konnte.&#8220;</p></blockquote>



<p>Das Gefühl, fremd oder anders zu sein, begegnet ihm auch zu Beginn seines Jurastudiums, wo er in Anzug und Krawatte auftaucht, nach einem Stundenplan fragt und in einer Vorlesung nicht weiß, was das BgB (Bürgerliches Gesetzbuch) ist. &#8222;Ein ganzes Semester habe ich verloren, weil ich mich so blamiert habe und dann nicht mehr hingegegangen bin&#8220;, sagt er heute lachend. &#8222;Aber ich hatte keine Ahnung und konnte niemanden fragen.&#8220;</p>



<p>Doch er findet sich ins Studium rein, schließt es ab und fängt irgendwann bem Softwareunternehmen SAP an zu arbeiten, wo er noch heute ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Afghanistan war ein anderes Land&#8220;</h2>



<p>Afghanistan besucht er nur einmal, 2006, gemeinsam mit seiner Frau. Doch was er vorfindet, unterscheidet sich stark von seinen Erinnerungen. &#8222;Es war ein ganz anderes Land. Es sah aus, als wäre ein Tsunami übers Land gefegt, und die Leute hätten es nicht mehr geschafft aufzuräumen.&#8220; Auch sei ihm eine Grunddepression bei den Menschen aufgefallen. &#8222;Ich habe gemerkt, wie sich die Menschen in kleinere Einheiten zusammenziehen.&#8220;</p>



<p>Heute hat er nur wenig Kontakt zu seiner Familie. Die Lebenswelten seien zu verschieden. Dass er als Personalchef eines weltweit agierenden Softwareunternehmens Karriere macht, könnten seine Verwandten nur schwer nachvollziehen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Im Mittelpunkt steht der Mensch&#8220;</h2>



<p>Und Cawa hat die &#8222;Huma-Ressource-Szene&#8220; mächtig mit aufgewirbelt. Dabei scheint ihm das, wofür er steht, selbstverständlich. &#8222;Mein Motto ist: Wahrheit vor Mehrheit vor Hierarchie.&#8220; Im Mittelpunkt stünde der Mensch. Vertrauen sei das A und O. </p>



<p>Tatsächlich bekommt SAP seit Jahren schon sehr gutes Feedback von Mitarbeiter:innen und Kund:innen. Sowohl für Diversity und Inklusion aber auch für eine gesunde Work-Life-Balance scheint sich das Unternehmen aufrichtig einzusetzen. </p>



<p>&#8222;Wir haben eine Konsenskultur. &#8222;Das ist nicht immer einfach&#8220;, gibt Cawa zu. &#8222;Es gibt viele Diskussionen und Niederlagen. Wenn man so arbeitet, sind Reibereien vorprogrammiert.&#8220; Aber das Richtige tun bedeute eben, dass es beiden Seiten, den Mitarbeitenden und  der Company, zugute kommt. Wichtig sei, dass man auch das einhält, was man predigt.</p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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		<title>Simon Usifo (NGA/ FRA): Schnelleinbürgerung, Chefsein &#038; Businessmachen in China &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/simon-usifo-nigeria-frankreich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Aug 2021 09:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Simon Usifo ist Deutscher mit nigerianisch-französischen Eltern. Der 41-Jährige arbeitet für eine große Werbeagentur. Mit Frank spricht er über die Liebe zum Vermitteln, warum er als Chef wieder Deutsch lernen musste und wie man in China Geschäfte macht. Über Sozialwohnungen, Schnelleinbürgerung und Soft Skills, die nicht soft sind.

Simon Usifo auf LinkedIn: https://de.linkedin.com/in/simon-usifo-792380 

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

(02:15) Passkontrolle
(06:00) Klischee-Check
(08:20) Familie: Sozialwohnung, Diplomatenkinder &#038; Integrationsperformance
(22:45) Leichtathletik: "Ich habe die Sportschuhe angezogen und die Hautfarbe ausgezogen"
(30:30) Schule als Schutzzone und Praktika als Währung
(36:15) London, Shanghai: "Ich wurde im Ausland mehr als Deutscher akzeptiert als im Inland"
(56:40) Empathie, Soft Skills und Haltung: "Du kannst High Performance sein und trotzdem ein guter Mensch"
(1:11:00) Chefsein &#038; Code Switching: "Ich musste wieder deutsch lernen"

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
Website: https://halbekatoffl.de 
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<p>Simon Usifo ist Deutscher mit nigerianisch-französischen Eltern. Der 41-Jährige arbeitet für eine große Werbeagentur. Mit Frank spricht er über die Liebe zum Vermitteln, warum er als Chef wieder Deutsch lernen musste und wie man in China Geschäfte macht.</p>



<p>Das Leben von Simon beginnt in Bonn. Dort wird er im Juni 1980 geboren. Sein Vater kommt aus Nigeria, seine Mutter ist Französin. Seine Schulzeit ist geprägt von zwei sehr unterschiedlichen Umfeld-Begebenheiten – zum einen die Grundschule: hoher Anteil von Kindern aus eher ökonomisch schwachen Migrantenfamilien, später dann das Gymnasium, wo sich viele gut situierte Politiker:innen- und Diplomat:innenkinder tummeln. Beide Schulen haben aber gemeinsam, dass sie sehr divers sind. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Schule als Schutzzone</h2>



<p>Simon erinnert sich: &#8222;Das Gymnasium war ein Clash! Aber die Kontraste haben mich unheimlich stimuliert.&#8220; Besonders auf der weiterführenden Schule verinnerlicht er noch mehr, was ihm sein Vater – der  verstirbt, als Simon zehn Jahre alt ist – bereits früh mitgab: &#8222;Bildung ist das Wichtigste.&#8220; Gleichzeitig lernt er die große internationale Welt kennen, was ihn inspiriert. &#8222;Ich wollte mehr davon.&#8220; Er wird Klassen- und Stufensprecher und engagiert sich viel, ist ein sehr guter Schüler. &#8222;Vielleicht war ich etwas &#8218;too eager&#8216;, zu eifrig. Es war sicher auch unterschwellig eine Art, Anerkennung zu erzwingen&#8220;, sagt er heute.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Auf dem Gymnasium lernten 42 Nationen unter einem Dach. Das war gelebte Inklusion und eine Bubble, aber nicht mein Alltag, sondern meine Schutzzone.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich habe die Sportschuhe an- und meine Hautfarbe ausgezogen&#8220;</h2>



<p>Im Alltag erlebt er des Öfteren rassistische Situationen. Eine große positive Prägung ist aber die Liebe zum Sport. Simon ist ein sehr guter Langstreckenläufer. In seinem lokalen Verein wird er anerkannt und respektiert. &#8222;Da habe ich mich unheimlich wohl gefühlt. </p>



<p>Es war ein bisschen so: Ich habe die Sportschuhe an- und meine Hautfarbe ausgezogen.&#8220; </p>



<p>Er ist Vorzeigeathlet und wird sogar in die Jugendnationalmannschaft eingeladen – er ist aber gar kein Deutscher vom Pass. Simon entscheidet sich für den deutschen Pass – er will für Deutschland laufen. Seine französische Mutter heißt das nicht gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Im Ausland: &#8222;Ich darf mich weiß fühlen – absurd&#8220;</h2>



<p>Wie sehr er deutsch ist, merkt Simon erst im Ausland. Er absolviert viele Praktika bei großen international agierenden Unternehmen. Nach dem Studium geht er nach London, wo er zum ersten Mal spürt, dass seine Hautfarbe kein identitätsstiftendes Merkmal mehr ist. Es geht sogar soweit, dass er als &#8222;Light Skin&#8220; dort im Zweifel besser behandelt wird als andere Schwarze, die &#8222;Dark Skin&#8220; sind. &#8222;Da darf ich mich &#8218;weiß&#8216; fühlen – es ist absurd.&#8220;</p>



<p>Er erlebt aber auch, dass er im Ausland viel mehr als Deutscher akzeptiert wird als im eigenen Land – auch eine absurde und auch schmerzliche Erfahrung. Nach seiner Zeit in London arbeitet er mehrere Jahre in Shanghai, wo er unter anderem am Beispiel von &#8222;Wasserdruck, Dichtungsfugen und Doppelverglasung&#8220; lernt, wie stark er deutsche Werte verinnerlicht hat und sie für den einzig wahren Standard hält. &#8222;Verzweifelst suchst du den Obi!&#8220;, sagt er lachend über sich selbst.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Common Sense hab ich China neu gelernt. Was es heißt, tolerant zu sein – und wie viele Vorurteile ich selbst habe.&#8220;</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;An Soft Skills ist nichts Softes dran&#8220;</h2>



<p>Er lernt, wie man in China Geschäfte macht, wie sich das von dem westlichen oder deutschen Weg unterscheidet und er lernt, dass er mehr Empathie und Verständnis zeigen kann als manch anderer. Mehr und mehr nimmt er eine Vermittlungsrolle zwischen Partner:innen verschiedener Kulturen ein. Da er fließend englisch, deutsch und französisch spricht, kann er sich auch oft sprachlich gut anpassen. </p>



<p>Gerade bei internationalen Partner:innen scheitern Vertragsabschlüsse und Kooperationen nicht nur an Hard Facts sondern auch an mangelnden Soft Skills. &#8222;Beziehungsebene vs. rationale Ebene – In China muss man erst mal miteinander warm werden als Mensch, erst dann gibt es das Vertrauen.&#8220; Und nur, wenn das da ist, macht man gemeinsam Business.</p>



<p>&#8222;An Soft Skills ist nichts Softes dran&#8220;, sagt Simon daher. Das musste er aber auch erst lernen. Oft kam er in höhere Positionen, für die er eigentlich noch gar nicht ready war. Aber er versuche über Kommunikation, Transparenz und Fehler machen und eingestehen eine Arbeitskultur zu schaffen, in der man gemeinsam zum Ziel gelangt. &#8222;Du kannst High Performance sein und trotzdem ein guter Mensch.&#8220; Business machen und Haltung zeigen schließe sich nicht aus – selbst in einem vergleichbar oberflächlichen Geschäft wie die Werbeindustrie.</p>



<p>Weitere Themen: Netto-Essenszeit, Streitkultur, Anglizismen, Code Switching und das Integrationsspiel &#8222;Jan und Peter&#8220;. </p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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		<title>Natalya Nepomnyashcha (UKR): Hartz-IV-Familie, Soziale Herkunft &#038; Vitamin B  &#124; Work-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/natalya-nepomnyashcha-ukraine/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Frank Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2021 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LinkedIn]]></category>
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					<description><![CDATA[Natalya Nepomnyashcha ist Unternehmensberaterin und Gründerin von Netzwerk Chancen. Die gebürtige Ukrainerin spricht bei Halbe Katoffl über ihre arbeitslosen Eltern, wie sie ohne Abitur den sozialen Aufstieg geschafft hat – und was in deutschen Schulen fehlt.

https://www.linkedin.com/in/natalya-nepomnyashcha/

Diese Folge ist Teil der "Work-Edition" mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von LinkedIn.

(03:15) Passkontrolle
(05:20) Vorstellungsgespräch (Neue Rubrik)
(07:50) Klischee-Check
(20:15) Aufwachsen in der Ukraine: Bitterste Armut &#038; Pistolen auf der Straße
(29:00) Schule in Deutschland – "Gymnasium? Da gehörst du nicht hin!"
(46:00) Master ohne Abitur, systemische Diskriminierung, sozialer Aufstieg
(55:50) „Meine Eltern und ich leben in verschiedenen Welten“
(58:50) Gründung Netzwerk Chancen: „Soziale Herkunft ist das Verbindende.“

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ah ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Linkedin: https://www.linkedin.com/in/frank-joung-76-fjo/ 
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<p>Natalya Nepomnyashcha ist Unternehmensberaterin und Gründerin von Netzwerk Chancen. Die gebürtige Ukrainerin spricht bei Halbe Katoffl über ihre arbeitslosen Eltern, wie sie ohne Abitur den sozialen Aufstieg geschafft hat – und was in deutschen Schulen fehlt.</p>



<p>Natalya wurde 1989 in Kiew geboren.  Als die Eltern aufgrund des Zusammenbruchs der Sowjetunion keinerlei Zukunft mehr in der Ukraine sehen, wandern sie nach Deutschland aus. Natalya erinnert sich an Inflation, &#8222;bitterste Armut&#8220; und Leute mit Pistolen auf der Straße. &#8222;Das hat die Zeit da am meisten geprägt&#8220;, sagt sie.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Du gehörst hier nicht her&#8220;</h2>



<p> In Deutschland ist es auch erst einmal nicht leicht. &#8222;Auffanglager&#8220; und &#8222;Übergangsklassen&#8220; zeugen nicht von warmem Willkommens-Hallo, aber Natalya geht gerne zur Schule. Ihre Eltern dagegen finden sich in dem neuen Land nicht so zurecht.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Das Schlimme für mich war, dass meine Eltern hilflos waren. Ich fühlte mich komplett unbeschützt. Meine Herkunft war mir nicht unangenehm, die war einfach da, unangenehmer war mir, dass meine Eltern von Hartz IV gelebt haben. Was sie immer noch tun. Sie sind seit über 20 Jahren arbeitslos.&#8220;</p></blockquote>



<p>Natalya legt alle Energie in die Schule. Nach der 9. Klasse will sie aus eigenem Antrieb von der Realschule aufs Gymnasium wechseln, um Abitur zu machen. Doch der Konrektor eines Gymnasiums lehnt sie mit den Worten ab: &#8222;Du gehörst hier nicht her.&#8220;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Masterabschluss ohne Abitur</h2>



<p>Natalya aber geht trotzdem ihren Weg, zieht mit 17 von Zuhause aus, macht zwei Ausbildungen in vier Jahren, geht nach London, wo eine ihrer Ausbildungen als Bachelor anerkannt wird. Sie schließt den Master in England ab, der wiederum in Deutschland als Abschluss anerkannt wird. Ein Master – ohne Abitur. </p>



<p>&#8222;Es war ein ganz beschwerlicher Weg, mit viel Kampfgeist und vielen Rückschlägen&#8220;,<br>sagt sie. Denn obwohl ihre Eltern Hartz IV empfangen, bekommt sie kein Bafög. In dieser Zeit wird ihr auch bewusst, wie das &#8222;System&#8220; den sozialen Aufstieg von Menschen aus ökonomisch schwachen Familien erschwert statt fördert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Soziale Herkunft ist das Verbindende&#8220;</h2>



<p>Als sie im politischen Berlin einen Job sucht und nicht bekommt, wird ihr klar, dass ihr ein Netzwerk fehlt. 2016 gründet sie das Förderprogramm &#8222;Netzwerk Chancen&#8220;, wo sie jungen Menschen niedrigschwellig bei der Jobsuche hilft. </p>



<p>&#8222;Soziale Herkunft ist das Verbindende.&#8220; Denn Kinder aus Nichtakademikerfamilien oder aus ärmeren Verhältnissen haben, was den sozialen Aufstieg angeht, einen eklatanten Nachteil. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen.</p>



<p>Natalya, die hauptberuflich als Unternehmensberaterin arbeitet, hat zwar schon etlichen jungen Menschen mit ihrer Initiative geholfen, ist aber noch nicht zufrieden. &#8222;Ich habe das Gefühl, es muss noch sehr viel getan werden.&#8220; Was ihre Organisation schon mal geschafft hat: Dass Soziale Herkunft als Diversitätsfaktor in die <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.charta-der-vielfalt.de/" target="_blank">Charta der Vielfalt</a> mit aufgenommen wurde. &#8222;Da haben wir lange für gekämpft.&#8220;</p>



<p></p>



<p><a rel="noreferrer noopener" href="https://www.netzwerk-chancen.de/" target="_blank">https://www.netzwerk-chancen.de/</a></p>



<p>Natalya auf LinkedIn: <a href="https://de.linkedin.com/in/natalya-nepomnyashcha">https://de.linkedin.com/in/natalya-nepomnyashcha</a></p>



<p></p>



<p><em>Diese Folge ist Teil der &#8222;Work-Edition&#8220; mit dem Schwerpunkt Arbeit. Sie wird unterstützt von <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.linkedin.com/" target="_blank">LinkedIn</a>.</em></p>
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