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	<title>Simone Ahrberg-Joung &#8211; halbekatoffl.de</title>
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	<description>Halbe Katoffl Podcast</description>
	<lastBuildDate>Mon, 16 May 2022 14:51:00 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Simone Ahrberg-Joung &#8211; halbekatoffl.de</title>
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		<title>Denny Pham (VNM): Skate-Life, Platten-Posse &#038; Sonnenblumenhaus-Anschlag &#124; Sport-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/denny-pham-vietnam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2020 22:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DOSB]]></category>
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					<description><![CDATA[Denny Pham ist einer der besten Skater Deutschlands. Er wurde 1989 in Rostock geboren. Sein Vater kommt aus Vietnam, seine Mutter ist Deutsche. Ein Gespräch über das schwierig-schöne Aufwachsen in der Platte, den Anschlag in Lichtenhagen und wie er aus dem juvenilen "Skate-Life" einen Beruf und eine Karriere gemacht hat.

Instagram: @dennypham

2:45 Passkontrolle
7:00 Klischee-Check
13:30 Anschlag aufs Sonnenblumenhaus: Mein Eltern waren da drin an dem Wochenende
18:00 Ich bin in der Platte aufgewachsen
26:40 Skaten mit der Platten-Posse
45:15 Beziehung zum Vater: Da fragste dich auch: Wer bist du eigentlich?
55:30 Skaten als Beruf: Ich habe 30, 40 Länder durchs Skaten bereist
1:03:30 Skatefilme, Inspiration &#038; Olympia

Die Serie “Halbe Katoffl Sport“ ist im vergangenen Jahr in Kooperation mit „Integration durch Sport“ entstanden, anlässlich dessen 30-jährigen Jubiläums. Das Bundesprogramm wird vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Wegen des großen und positiven Zuspruchs wird die Podcastreihe in diesem Jahr fortgeführt. Sie erscheint immer Mitte des Monats.

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

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Musik: The Artisans Beats – True Moments]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Denny Pham ist einer der besten Skater Deutschlands. Sein Vater kommt aus Vietnam, seine Mutter ist Deutsche. Ein Gespräch über das Aufwachsen in der Platte, den Anschlag in Rostock-Lichtenhagen und wie er aus dem juvenilen &#8222;Skate-Life&#8220; einen Beruf und eine Karriere gemacht hat.</p>



<p>Denny wird 1989 in Rostock geboren. Seine Eltern hatten sich zwei Jahre zuvor kennengelernt. Eine Zeit lang lebt der Vater in einem Wohnheim mit vielen anderen Vietnamesen im Sonnenblumenhaus. Auf diesen Plattenbau-Komplex in Rostock-Lichtenhagen sollten später 1992 Neonazis <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.spiegel.de/geschichte/rostock-lichtenhagen-1992-und-die-auslaenderfeindlichen-krawalle-a-1163378.html" target="_blank">rassistische Anschläge</a> verüben. Zu dem Zeitpunkt lebt sein Vater zwar nicht mehr dort. &#8222;Aber meine Eltern waren an dem Wochenende in dem Haus drin, weil sie Freunde besucht haben&#8220;, sagt Denny. Obwohl ein gewaltbereiter Mob aus Nazis und Anwohnern das Asylbewerberheim und das Wohnheim belagern, Fenster einschmeißen und Molotowcocktails schmeißen, die Polizei völlig überfordert ist und niemanden stoppen kann, wird wie durch ein Wunder niemand schwer verletzt oder getötet. </p>



<p>Denny und seine ältere Schwester, ein Kind aus der ersten Ehe seiner Mutter mit einem (weißen) Deutschen, verbringen das Wochenende bei den Großeltern und bekommen von alldem nichts mit. Erst später erfahren die Kinder von den traumatischen Erlebnissen der Eltern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich bin sehr deutsch aufgewachsen&#8220;</h2>



<p>Dennys Eltern trennen sich, als er sechs Jahre alt ist. Nachdem sein Vater einige Zeit später von Rostock nach Halle zieht und dort eine zweite Familie gründet, sieht er ihn nur noch selten. Denny und seine ältere Schwester leben bei der Mutter in Rostock. „Ich bin sehr deutsch aufgewachsen“, sagt Denny. </p>



<p>Die Beziehung der (Halb-) Geschwister ist eng. „Meine Schwester und ich waren schon ein auffälliges Pärchen in der Platte, weil wir einen komplett unterschiedlichen Look hatten. Sie hat schon so eine kleine Punk-Vergangenheit.&#8220; Aber auch der asiatische Anteil von Denny, den seine Schwester nicht teilt, fällt den Leuten auf. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>&#8222;Ja klar, da kamen dann schon Sprüche: Klassiker wie &#8218;Fidschi&#8216;, &#8218;Chinese&#8216; oder aber auch mal &#8218;Russe&#8216; – den konnte ich jetzt nicht sehen.&#8220;</p></blockquote>



<p>Mit 15 Jahren zieht Dennys Schwester nach Berlin in eine betreute Wohngruppe, und er ist in Rostock noch stärker auf sich allein gestellt. In den folgenden Jahren besucht seine Schwester häufig, begleitet sie in Clubs und auf Partys. Früh weiß er: „Hier will ich auch mal leben.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich hab mich allein groß gezogen&#8220;</h2>



<p>Als er zehn Jahre alt ist, leiht ihm ein Freund ein altes Skateboard. Er beginnt zu üben und verbringt viele Stunden auf dem Brett. Zum Geburtstag schenkt ihm seine Mutter, die seine Leidenschaft für das neue Hobby erkennt, sein erstes eigenes Board.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Ab da war nur noch Skaten. Ich habe angefangen, die Welt zu exploren.“</p></blockquote>



<p>Dennys Mutter hat eine Fernbeziehung in Dortmund, wo sie auch arbeitet, und kommt nur alle zwei Wochen für ein paar Tage nach Hause. „Da hab ich mich ein bisschen allein großgezogen, zusammen mit den Jungs.“ &nbsp;Seine Skater-Freunde sind Dennys Ersatzfamilie. „Man hat echt alles zusammen gemacht. Wir hingen 24/7 aufeinander.“ </p>



<p>Mit 16 Jahren ist Denny mit der Schule fertig. Berufliche Pläne im klassischen Sinne hat er nicht, aber ihm ist klar, dass seine Chance im Skaten liegen. Er und seine Freunde beginnen ihre Tricks zu filmen und auf YouTube hochzuladen.</p>



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</div><figcaption>Dennys hat mit 16 ein &#8222;Best-of&#8220;-Tape für potenzielle Sponsoren zusammengestellt.</figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Meine Mutter hat mich machen lassen und das war auch gut so. Sonst hätte ich meine Chance beim Skaten vielleicht verpasst.“</p></blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Durchs Skaten um die Welt</h2>



<p>Denny gewinnt die ersten Sponsoren, fährt Contests und steht für aufwändige Video-Shoots auf dem Brett. Nach und nach macht er auch international auf sich aufmerksam. Highlight ist sein erstes Signature Board, ein eigenes Brett mit seinem Namen drauf. </p>



<p>Durch das Skaten kommt Denny um die Welt; mehr als 30 Länder, so schätzt er, hat er inzwischen bereist. Er nimmt nicht nur an sportlichen Wettkämpfen teil, sondern versteht das Skaten auch als kulturellen Austausch. </p>



<p>Er arbeitet gerne dokumentarisch und beschreibt Skaten als Kommunikationsmittel. Eine seiner beeindruckendsten Touren ist eine Reise in den Iran: „Der Skateboard-Kulturaustausch war so kontrastreich.“ </p>



<p>Dennys Vater findet lange keinen Zugang zur Leidenschaft seines Sohnes für das Skaten; fragt ihn immer mal wieder, ob er „das mit dem Brett“ noch macht und ob er sich nicht einen vernünftigen Job suchen wolle. „Dass ich damit die Welt kennen gelernt habe, die Welt bereist habe – das hat er erst kürzlich verstanden.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Plan: Nach Vietnam mit seinem Vater</h2>



<p>Lange hat Denny nur wenig Verbindung zu seinem Vater und er weiß wenig über ihn: Zu jung sei Denny gewesen, sagt der Vater, um all die krassen Geschichten zu verstehen, zum Beispiel davon, wie er mit 14 Jahren den Kambodscha-Krieg erlebt hat. Vieles erfährt Denny von seiner Mutter. Doch Vater und Sohn planen ein gemeinsamen Trip nach Vietnam: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Ich wollte schon immer die Wurzeln meines Vaters aufsuchen. Wo kommt er her? Wer ist er eigentlich? Wir haben uns vorgenommen, die Familie meines Vaters in Hải Phòng zu besuchen. Das interessiert mich schon. Er hat zehn Brüder; seine Eltern leben auch noch.“</p></blockquote>



<p>Zurzeit trainiert Denny für die Olympia-Qualifikation in Tokyo nächstes Jahr. Zum ersten Mal wurde Skaten in den Kreis der olympischen Sportarten aufgenommen. Noch ist er nicht qualifiziert, aber er rechnet sich Chancen aus. Mit 30 Jahren ist er langsam an dem Punkt angelangt, an dem er seine professionelle Karriere so lange wie möglich verlängern will, aber sich auch schon Gedanken für &#8222;Danach&#8220; macht.</p>



<p>„Ich habe das Gefühl, dass ich noch lange weitermachen kann und will. Es bereitet mir nach wie vor eine extrem große Freude auf dem Board zu stehen. Ich spüre aber auch langsam, dass da etwas Neues kommt und stattfindet. Man hat einen anderen Blick auf das Leben als vor zehn Jahren.“</p>



<p>Instagram: <a href="https://www.instagram.com/dennypham" target="_blank" rel="noreferrer noopener">@dennypham</a></p>



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<p><em>Die Serie “Halbe Katoffl Sport“ ist im vergangenen Jahr in Kooperation mit&nbsp;<a rel="noreferrer noopener" class="" href="https://integration.dosb.de/" target="_blank">„Integration durch Sport“</a>&nbsp;entstanden, anlässlich dessen&nbsp;30-jährigen Jubiläums. Das&nbsp;Bundesprogramm wird vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. Wegen des großen und positiven Zuspruchs wird die Podcastreihe in diesem Jahr fortgeführt. Sie erscheint immer Mitte des Monats.</em> <em>Hier findest du die anderen <a href="https://halbekatoffl.de/tag/integration-durch-sport/">Sport-Episoden.</a></em></p>
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		<item>
		<title>Hyunseng You (KOR): Freisein, Kriminalpsychologie &#038; koreanische Mentalität</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/hyunseng-you-suedkorea/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Feb 2020 22:58:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hyunseng You wird 1980 in Seoul, Südkorea geboren. Mit 20 kommt sie nach Deutschland, um Kriminalpsychologin zu werden. Ein Gespräch über die Suche nach dem eigenen Ich, warum sie gerne mit Straftätern arbeitet – und wieso sich Deutschland wie Zuhause anfühlt.

03:00 Klischee-Check
06:00.Mädchen-Eliteschule, Nietzsche, Oxford: "Es hat mich geschüttelt."
21:00 Ich wollte was anderes, ich wollte nach Europa
42:15 Meine Mutter sagte, ich sei in meinem alten Leben Deutsche gewesen
55:00 Arbeiten als Therapeutin und Gutachterin: "Der Respekt ist da"
01:19:00 Korea: Essen, Friseur, Sauna &#038; Service

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Hyunseng You wird 1980 in Seoul, Südkorea geboren. Mit 20 kommt sie nach Deutschland, um Kriminalpsychologin zu werden. Ein Gespräch über die Suche nach dem eigenen Ich, warum sie gerne mit Straftätern arbeitet – und die beste koreanische Einrichtung.</p>



<p>Die Hälfte ihres bisherigen Lebens hat Hyunseng mittlerweile in Deutschland
verbracht. Aufgewachsen ist die 40-Jährige mit ihren Eltern und ihrer Schwester
in Seoul. Sie besucht ein Elitegymnasium für Mädchen, lernt jeden Tag von früh
am Morgen bis um ein Uhr nachts. Hyunseng fühlt sich fremdbestimmt und stellt
die Regeln und Prinzipien der stark hierarchisierten koreanischen
Leistungsgesellschaft, in der kein Raum für Individualität vorgesehen ist, zunehmend
in Frage.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Vor 20 Jahren brauchtest du in Korea eine extra Daseinsberechtigung, wenn Du irgendwie anders warst. Du musstest Dich ständig beweisen.“</p></blockquote>



<p>Durch einen Studienaufenthalt in Oxford lernt Hyunseng eine andere Welt kennen. Sie ist fasziniert von den Freiheiten, die sich jungen Menschen in England im Vergleich zu Südkorea bieten. Sie interessiert sich für Schopenhauer und Nietzsche: „Da habe ich angefangen, Fragen zu stellen und wach zu werden.“ Auch nach ihrer Rückkehr nach Korea taucht sie tiefer in diese Welt ein, liest viel und ist inspiriert vom europäischen Arthouse-Kino.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Berufswunsch Kriminalpsychologin</h2>



<p>Hyunseng lebt in einem permanenten inneren Zwiespalt, versucht aber, den
Anforderungen der Schule weiterhin gerecht zu werden. „Ich konnte nicht
komplett loslassen. Ich liebte ja meine Eltern und war die Elite-Rolle
gewöhnt.“ </p>



<p>Bereits mit 14 Jahren wusste Hyunseng, dass sie Kriminalpsychologin werden will.
Mit 16 Jahren stand für sie fest, dass sie in Europa leben möchte. Als sie das ihrer
Mutter mitteilte, verstand diese es zunächst nicht; sie spürte aber, wie ernst es
Hyunseng war. </p>



<p>„Für sie war ich eine komische, sture Tochter. Ich war ganz anders als meine
Schwester. Mutigerweise hat meine Mutter mich unterstützt. (…) Ich hatte das
Glück, dass meine Eltern sehr tolerant waren.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich war dankbar&#8220;</h2>



<p>Hyunseng bereitet ihren Plan akribisch und mit großer Entschlossenheit vor, informiert sich früh über die besten Studienmöglichkeiten. Sie absolviert zunächst das Abitur, das im koreanischen Bildungssystem die größte Prüfung überhaupt ist. </p>



<p>Der Druck ist enorm, sodass Suizide unter Schülern keine Seltenheit sind. Hyunseng studiert ein Jahr Deutsch als Fremdsprache an einer Seouler Universität und kommt im Februar 2000 nach Deutschland. Und während ihre Mutter noch am Flughafen hofft, ihr Kind würde umkehren, richtet die Tochter keinen Blick zurück. „Ich wollte beweisen: Wenn ich das mache, was ich will, dann kann ich richtig gut sein.“ </p>



<p>Hyunseng nimmt sich viel vor; studiert in Bonn parallel Kriminologie,
Strafrecht und Psychologie. „Ich war dankbar, dass ich machen durfte, was ich
wollte. Ich hatte nie das Gefühl, es wird mir zu viel.“ Und trotz des hohen
Pensums kostet sie das Leben und ihre Freiheit voll aus: hat Freundschaften,
unternimmt Reisen, jobbt und feiert Partys.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Verstehen als Lebensthema</h2>



<p>2011 zieht Hyunseng für ihre psychotherapeutische Ausbildung nach Berlin;
hier erlangt sie auch ihre Approbation. Heute arbeitet sie als
Psychotherapeutin und erstellt forensische Gutachten.</p>



<p>Die Frage, warum sie schon in so jungen Jahren der Wunsch entwickelte, mit Straftätern zu arbeiten, hat sie selbst schon viel reflektiert: „Ich bin sehr behütet aufgewachsen“. Nie habe sie von Mutter oder Vater ein lautes Wort gehört, Wut oder Aggression erlebt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Ich wollte das verstehen, was ich selbst nicht erlebt habe. Verstehen ist für mich ein Lebensthema.“</p></blockquote>



<p>Weitere Themen: praktische koreanische Erfindungen, Aussöhnung mit Korea und wie Deutschland Hyunseng verändert hat.</p>



<p class="has-text-align-right"><em>Von Simone Ahrberg-Joung</em></p>



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		<title>Sarah Desai (ZAF/ IND): Game Changer, prägende Glaubenssätze &#038; Daddy-Küche</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/sarah-desai-suedafrika-indien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jan 2020 08:50:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sarah Desai kommt 1980 in Essen auf die Welt. Sie hat südafrikanisch-indisch-deutsche Wurzeln. Mit Frank spricht sie über das schwierige Aufwachsen bei ihrer deutschen Oma, eigene, hinderliche Klischees über sich selbst und was das Kochen mit ihrem Vater so einzigartig gemacht hat.

1:15 Wo kommst du eigentlich her?
2:15 Passkontrolle
4:00 Klischee-Check
7:15 „Mein Vater war wie Harrison Ford – immer auf der Flucht“ 
13:00 Leben bei den Großeltern: „Immer Gast gewesen“
20:55 Identität: „Früher war ich auf der Suche, heute nicht mehr“
33:00 Musik, BWL-Studium &#038; Marketing für Snap
41:00 Mutter mit 24, Labelchefin, Sozialamt, Weltreise
53:30 Persönlichkeitsentwicklung &#038; Meditation: Gerade für die Nichtprivilegierten wichtig
1:02:10 Podcast &#038; Buch

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Website: https://halbekatoffl.de 
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Music: The Artisans Beats – True Moments]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sarah Desai kommt 1980 in Essen auf die Welt. Sie hat südafrikanisch-indisch-deutsche Wurzeln. Mit Frank spricht sie über ihre Kindheit im Haus der deutschen Großmutter, Behördengänge und die einzigartigen Kochkünste ihres Vaters.</p>



<p>Sarahs Mutter ist Deutsche, ihr Vater Südafrikaner mit indischen Wurzeln. Zu Zeiten der Apartheid muss Sarahs Vater das Land aus politischen Gründen in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen. Über London kommt er nach Mühlheim an der Ruhr, wo die Eltern sich kennen lernen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Braunes Gesicht hinterm Blumenstrauß</h2>



<p>Sarahs Mutter stammt aus einer wohlsituierten Arztfamilie. Noch heute erzählt sie, wie geschockt ihre Mutter – also Sarahs Großmutter – damals gewesen sei, als bei der ersten Begegnung das braune Gesicht ihres Freundes hinter dem riesigen Blumenstrauß zum Vorschein kam. </p>



<p>Sarahs Vater kann in Deutschland nicht Fuß fassen. Mit seinem Hintergrund und seiner Hautfarbe ist es für ihn nicht einfach in der deutschen Kleinstadt. Die Ehe zerbricht. Als Sarah drei Jahre alt ist, zieht ihre Mutter mit ihr und dem älteren Bruder ins Haus der Großeltern. </p>



<p>Die Mutter arbeitet viel; der Vater ist wenig präsent. Die Großmutter  kümmert sich um die Kinder. Dennoch fühlt Sarah sich bei ihr stets als Gast und nie voll akzeptiert: „Ich habe schnell gemerkt, dass ich ihrem Prädikat ‚wertvoll‘ nicht wirklich genügen konnte. Das hat was mit mir gemacht.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Meine Oma konnte mir kein Herz geben&#8220;</h2>



<p>Die Zeiten mit dem Vater genießt Sarah sehr. Er ist zwar immer wieder lange abwesend, aber sie identifiziert sich stark mit ihm und fühlt sich bei ihm zu Hause. Wenn er da ist, kocht er stundenlang für die Kinder. Seine Gerichte, eine Verbindung aus südafrikanischer und indischer Küche, hat Sarah nie wieder irgendwo anders gegessen.</p>



<p> „Es gab Roti mit Sugar Beans. Das isst man mit den Fingern. Sonntagabend bei meiner Großmutter gab es dann Graubrot. Wenn ich die Tomate nicht mit Besteck essen wollte, war das ein Eklat für sie.“ In Sarahs Kindheit prallen verschiedene Welten und Generationen aufeinander. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Mit meinem Vater habe ich mich total identifiziert und nah gefühlt, aber er konnte mir gar keinen Halt geben. Und meine Oma, die mir Halt gegeben hat, konnte mir kein Herz geben.“ </p></blockquote>



<p>Als sie schon erwachsen ist, gibt die Großmutter zu, dass sie aufgrund des Vaters immer das Gefühl hatte, strenger mit den Kindern sein zu müssen. „In der Pubertät war das die Vorlage für mich auszubrechen. Heute kann ich dem auch mit Mitgefühl begegnen.“ Laut Sarah hat die heute 99-jährige Großmutter ihren Vater nie wirklich akzeptiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">&#8222;Ich musste raus, um meine Identität zu finden&#8220;</h2>



<p>In der Schule ist Sarah eine selbstgewählte Einzelgängerin. Sie
hat wenig Interesse an den Mitschülern, unter denen kaum jemand einen Migrationshintergrund
hat. Früh macht sie sich auf die Suche nach ihrer Identität und findet ihr
eigenes Umfeld außerhalb der Schule. Die Lehrer akzeptieren, dass sie nicht
immer anwesend ist: „Ich habe schnell gemerkt, dass ich viele Freiheiten habe,
solange die Noten stimmen.“</p>



<p>Mit 16 Jahren zieht Sarah aus. „Ich musste raus von zu
Hause. In diesem rein weißen deutschen Umfeld hätte ich meine Identität gar
nicht finden können.“ Über ihre Liebe zur Musik kommt Sarah zu Plattenfirmen.
Sie absolviert Praktika; studiert BWL. Nach dem Studium fängt sie in einem
Musikverlag an.</p>



<p>Die Suche nach ihrer eigenen Identität dauert an – bis Sarah mit 24 Jahren Mutter wird: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Wenn Du ein Kind bekommst, hörst du auf, dich um dich selber zu drehen. Viele Dinge, über die ich mir davor Sorgen gemacht habe, sind einfach weggefallen. Ich habe gemerkt: Da gibt es noch so viel mehr. Das war der Game Changer für mich.“</p></blockquote>



<p>Dennoch ist in dieser Phase nicht alles einfach: Schon kurz nach der Geburt ihres Sohnes ist Sarah alleinerziehend. Sie hat finanzielle Nöte und bekommt zu spüren, wie schnell man von der Außenwelt auf Klischees reduziert wird, wenn es einmal nicht so gut läuft. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Glaubenssatz &#8222;Ich genüge nicht&#8220;</h2>



<p>„Da ist mir auch bewusst geworden, dass das etwas mit meiner eigenen Wahrnehmung zu tun hat. Die Dame aus dem Sozialamt hat ihr Bild von mir und ich bestätige das innerlich. Glaubenssätze wie ‚Ich genüge nicht‘ oder ‚Ich gehöre nicht dazu‘ sind sehr kompatibel mit dem Bild deines Gegenübers.“</p>



<p>Sarah überwindet diese schwierige Zeit, wechselt mehrmals den Ort und macht Karriere in der Musikbranche. Sie arbeitet in Wien im Marketing von Universal; geht nach Berlin und leitet das Label Jive Records. Sie begleitet große Künstler wie Namika; verantwortet Budgets und ist zugleich auch kreativ tätig. </p>



<p>Trotz des Erfolges schleicht sich nach einigen Jahren
Unzufriedenheit ein und Sarah spürt den Wunsch, noch freier ihre eigenen
Visionen zu entwickeln. Sie kündigt ihren Job, geht für ein paar Monate mit
ihrer Familie auf Weltreise und spürt zunächst einmal die große Angst vor der
Ungewissheit. Ihr wird klar, was genau ihr an der Arbeit im Musikbusiness
wirklich Freude bereitet: „Menschen zu begleiten. Musikknowhow wird repetitiv.
Was aber immer individuell bleibt, ist der Weg von Menschen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Podcast und Buch</h2>



<p>Die Themen Persönlichkeitsentwicklung, Meditation und
Achtsamkeit, denen sie sich privat schon lange widmet, werden mehr und mehr zu
ihrem Beruf. Die zahlreichen Ausbildungen und Retreats, die sie über die Jahre
parallel für sich persönlich gemacht hat, dienen ihr nun als Grundlage für ihre
Arbeit in der Beratung und Begleitung von Menschen.</p>



<p>Die Idee, ihre Inhalte über einen Podcast zu vermitteln, kam vor ca. zwei Jahren von einer Bekannten. Seitdem ist Sarah mit „The Mindful Sessions. Dein Podcast für mehr Achtsamkeit und Soulpower“ einem großen Publikum bekannt geworden und hat schon über hundert Episoden produziert. Im Februar 2020 erscheint ihr erstes Buch <a rel="noreferrer noopener" aria-label="&quot;Leb das Leben, das du leben willst.&quot; (opens in a new tab)" href="https://www.randomhouse.de/Paperback/Leb-das-Leben-das-du-leben-willst/Sarah-Desai/Suedwest/e558956.rhd" target="_blank">&#8222;Leb das Leben, das du leben willst.&#8220;</a></p>



<p>Weitere Themen: Selbstzweifel, öffentlich sein und berufliche Identität</p>



<p><a href="http://sarahdesai.de/">www.sarahdesai.de</a></p>



<p>Sarah auf Instagram: <a href="https://www.instagram.com/sarah.desai/">@sarah.desai</a></p>



<p></p>



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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Tuğba Tekkal (KRD): Großfamilie, Fußball &#038; German Dream &#124; Sport-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/tugbal-tekkal-kurdistan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Nov 2019 00:30:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DOSB]]></category>
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					<description><![CDATA[Tuğba Tekkal wurde 1985 in Hannover geboren. Die Ex-Profifußballerin hat kurdisch-jesidische Wurzeln – und zehn Geschwister. Sie spricht mit Frank über das Leben in der Großfamilie, was Fußball mit Freiheit zu tun hat und was sie unter German Dream versteht.

02:00 Passkontrolle
04:15 Mitgliedsausweis
07:45 Klischee-Check: 
09:30 Familiengeschichte: Leben mit zehn Geschwistern
20:00 Aufwachsen: Ich wusste nicht, wo ich hin gehöre
23:00 Dann kam der Fußball: Meine Eltern waren nicht begeistert
32:30  Verfolgte Jesiden: Ich habe mich meiner Religion nie so nah gefühlt
40:00 Fußballkarriere: "Ich bin komplett aufgeblüht." 
52:00 Die Frage ist: Wie gehe ich mit Diskriminierung um?

Die Serie "Halbe Katoffl Sport" ist entstanden in Kooperation mit „Integration durch Sport“, das dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Das Bundesprogramm wird vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. 

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Website: https://halbekatoffl.de 
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Music: The Artisans Beats – True Moments]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Tuğba Tekkal wurde 1985 in Hannover geboren. Die Ex-Profifußballerin hat kurdisch-jesidische Wurzeln – und zehn Geschwister. Sie spricht mit Frank über das Leben in der Großfamilie, darüber, was Fußball mit Freiheit zu tun hat und über die Freude, andere von den eigenen Erfahrungen profitieren zu lassen.</p>
<p>Tuğba hat sechs Schwestern und vier Brüder. Gemeinsam mit ihren Eltern und der Großmutter lebt die Familie zunächst in einer Vier-Zimmer-Wohnung im mutikulturellen Hannoveraner Stadtteil Linden. Die Eltern waren Ende der 1960er Jahre als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen.</p>
<p>Der Vater engagiert sich für die Anerkennung der Jesiden als politisch Verfolgte in Deutschland. Er ist Fliesenleger und Lagerarbeiter. Die Mutter bringt innerhalb von 20 Jahren elf Kinder zur Welt, von denen bis auf die ersten beiden alle hier geboren sind.</p>
<h2>Windeln wechseln mit 6</h2>
<p>Die Kinder lernen früh, Rücksicht auf andere zu nehmen, aber auch Verantwortung füreinander: „Wenn meine Eltern nicht da waren, haben sich die älteren um die jüngeren Geschwister gekümmert. Ich habe mit sechs Jahren meinem drei Jahre jüngeren Bruder die Windeln gewechselt.“</p>
<p>Es gibt auch Unterstützung von Menschen außerhalb der Familie, z.B. von Lehrern und Nachbarn. „Wir wurden schon von der Mehrheitsgesellschaft aufgefangen. Ohne diese Hilfe hätten meine Eltern das gar nicht geschafft.“</p>
<h2>Tuğba: Ich war das Sorgenkind</h2>
<p>Schwierig ist für Tuğba der Umzug der Familie aus einer ethnisch durchmischten Gegend in Hannover in ein Haus in einer dörflicheren Umgebung, in der die Familie zwar mehr Platz hat, aber von nun an die einzige Migrantenfamilie ist.</p>
<p>Kommentare über die zahlreichen Kinder kommen häufig vor. Unvergessen ist für Tuğba eine Szene aus ihrer nicht sehr glücklichen Schulzeit. Die Lehrerin erteilt den Schülern die Hausaufgabe, einen Familienstammbaum zu zeichnen – und stellt Tugba davon frei mit den Worten: „Du musst das nicht machen.“ Dass sie verletzt ist, behält Tugba für sich. „Ich hatte mich mega darauf gefreut und hätte es gerne gemacht.“</p>
<p>In dieser Zeit hat Tuğba kaum Freunde und gilt bei ihren Eltern als Sorgenkind. Sie baut schulisch ab und versucht, dem Klischee gerecht zu werden. „Damit habe ich mir aber einfach nur selbst geschadet.“</p>
<blockquote><p>„Viele Jahre war ich traurig und introvertiert, obwohl ich aus so einer großen Familie komme. Ich habe vieles mit mir ausgemacht und mit niemandem darüber gesprochen, was mich in der Schule belastete.“</p></blockquote>
<h2>Fußballschuhe als Tor zur Freiheit</h2>
<p>Ein Wendepunkt in Tuğbas Leben ist, als sie mit 16 Jahren zum Fußball kommt. Sie kickt zunächst mit ihrem Bruder und dessen Kumpels auf der Straße. Die Jungen sind beeindruckt von Tuğbas Talent und ihr Bruder besteht darauf, dass sie ihre Begabung nicht vergeuden dürfe und im Verein spielen müsse.</p>
<p>Mit Unterstützung der Geschwister schafft Tuğba es, das Einverständnis ihrer Eltern zu gewinnen – keine Selbstverständlichkeit und kein leichter Weg, denn diese sind zunächst alles andere als begeistert davon, ihre Tochter in einem „Männersport“ zu sehen.</p>
<p>Tuğba erlebt beim Fußball ihren großen Durchbruch und blüht voll auf:</p>
<blockquote><p>„Der Fußballplatz war der erste Ort, an dem ich keine Diskriminierungserfahrungen gemacht habe. Dort bin ich nur nach Leistung beurteilt worden. Da ich gut Fußball gespielt habe, habe ich mir ganz viel Anerkennung geholt – was mir die Jahre davor gefehlt hat. Vorher hatte ich keine Perspektiven. Der Fußball kam genau zum richtigen Zeitpunkt.“</p></blockquote>
<p>Tuğba macht innerhalb von wenigen Jahren eine rasante Entwicklung durch: „Das kleine schüchterne Mädchen Tuğba war auf einmal die, die immer ganz vorne mit dabei war und die Reden in der Mannschaft geschwungen hat. Ich fand das super, was das mit mir gemacht hat. Ich hatte endlich etwas gefunden, was ich total gerne mache und wo ich mich auspowere.“</p>
<h2>„Trainieren wie Profis – verdienen wie Amateure“</h2>
<p>Tuğba wechselt von Hannover nach Hamburg und von Hamburg nach Köln. Sie trainiert und spielt auf Profiniveau, auch wenn sich das in der Bezahlung der Spielerinnen anders als im Männer-Fußball nicht entsprechend niederschlägt. Sie schafft es bis in die Bundesliga und geht ganz im Fußball auf.</p>
<p>Trotz dieser steilen Karriere ist Tuğbas Weg nicht immer einfach. Vor allem am Anfang fällt es ihr schwer, weiter weg von der Familie zu leben. Die Eltern sagen ihr bei jedem Telefonat, dass sie nach Hause kommen soll. In ihrer ersten Zeit in Hamburg weint sie viel. „Ich kam mit dieser Stille nicht klar.“</p>
<h2>„Wenn wir es nicht machen – wer dann?“</h2>
<p>Tuğba hat ihre Profikarriere beendet und arbeitet an politischen und sozialen Projekten, in die viel von ihrer eigenen Lebensgeschichte und ihren prägenden Erfahrungen einfließt – zum Teil gemeinsam mit ihren Schwestern.</p>
<p>Mit dem Verein „<a href="https://hawar.help/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Háwar.help</a>“ nehmen sie sich den Anliegen von jesidischen Frauen und Kindern an, die in IS-Gefangenschaft waren, und bieten ihnen Unterstützung. Tuğbas ganz persönliches Projekt ist „Scoring Girls“, in dem es um die Förderung von Mädchen zwischen 8 und 18 Jahren verschiedener sozialer und ethnischer Herkunft geht.</p>
<p>Tuğba ist es wichtig, die Chancen, die sie selbst bekommen hat, an andere weiterzugeben und anderen ein Vorbild zu sein. Sie erinnert sich: „Wenn wir mit Geschichten von Diskriminierung nach Hause kamen, sagte meine Mutter immer: Wenn 100 Prozent nicht reichen, dann gib 200!“ Da Selbstmitleid nicht helfe und Reden alleine auch nicht, ist Tuğbas Devise, ins Handeln zu kommen: „Wenn wir es nicht machen – wer dann?“</p>
<p>Weitere Themen: „German Dream“, Familientreffen und jesidische Weihnachten</p>
<p style="text-align: right;">Text: Simone Ahrberg-Joung</p>
<p>Tuğba auf Instagram: <a href="https://www.instagram.com/tugbatekkal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@tugbatekkal</a></p>
<p><em><img decoding="async" data-attachment-id="1659" data-permalink="https://halbekatoffl.de/jasmin-bluemel-hillebrand-brasilien/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small/" data-orig-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif?strip=all" data-orig-size="500,268" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Composite-Logo_IdS_BMI_30-Jahre_small" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif?strip=all" class="wp-image-1659 alignright" src="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif?strip=all&resize=243%2C134" alt="" width="243" height="134" data-attachment-id="1659" data-permalink="https://halbekatoffl.de/jasmin-bluemel-hillebrand-brasilien/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small/" data-orig-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif" data-orig-size="500,268" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Composite-Logo_IdS_BMI_30-Jahre_small" data-image-description="" data-medium-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif?strip=all&resize=243%2C134" data-large-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif" /></em></p>
<p><em>Die Serie “Halbe Katoffl Sport” ist entstanden in Kooperation mit <a href="https://integration.dosb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Integration durch Sport“</a>, das </em><em>dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Das </em><em>Bundesprogramm wird vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. </em></p>
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		<title>Edouard Marry (EGY): Migrationstrauma, Kulturschock &#038; Tourist im Herkunftsland</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/edouard-marry-aegypten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2019 01:22:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Edouard Marry wird 1945 in Kairo, Ägypten, als Sohn einer Libanesin und eines Franzosen geboren. Bei Halbe Katoffl spricht der 74-Jährige über das Trauma von Migranten, seinen Kulturschock im Land der Dichter und Denker und warum er in seiner Heimat keine Wurzeln schlagen konnte.

1:20 Passkontrolle
2:20 Klischee-Check
5:15 Leben in Kairo: Smog Sonnenuntergänge und Stau
14:15 „Deine Zukunft liegt in Europa“
23:15 Deutsche Rauheit, Depressionen und 68er
32:50 Schwierig, Kontakt nach Ägypten zu halten. 
38:30 Psychotherapie, binationale Paare &#038; muslimische Seelsorge
52:45 Andersartigkeit – Freundschaften in Ägypten erodieren

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

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Music: The Artisans Beats – True Moments]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Edouard Marry wird 1945 in Kairo, Ägypten, als Sohn einer Libanesin und eines Franzosen geboren. Bei Halbe Katoffl spricht der 74-Jährige über das Trauma von Migranten, seinen Kulturschock im Land der Dichter und Denker und warum er in seinem Herkunftsland keine Wurzeln schlagen konnte.</p>
<h2>Jugend in Ägypten</h2>
<p>Seine Kindheit und Jugend in Ägypten sind Edouard sehr präsent. Seine Familie gehört zur oberen Mittelschicht und lebt in einem bürgerlichen Stadtteil – der heute verslumt ist.</p>
<p>Das Leben in der großen Stadt ist hart: „Chaos ist der Normalzustand. Der Verkehr bricht mehrmals täglich zusammen. Die Luft ist von Abgasen verpestet und manchmal sieht man den Himmel kaum durch die Sand- und Abgasstürme, die über die Stadt wehen.“</p>
<p>Aber er erinnert sich auch an die Sonnenuntergänge und den Sternenhimmel über der Wüste außerhalb von Kairo: „Das war einfach überwältigend.“</p>
<p>Edouard lernt früh, sich auf den Straßen von Kairo zurechtzufinden:</p>
<blockquote><p>„Es war ein gefährliches, anspruchsvolles Leben. Ich musste mich mit anderen Jungs prügeln und klarkommen. Der typische Geltungsdrang von Jugendlichen war dort unkontrolliert. Es gab keine richtige Polizei. Ich habe gelernt mich durchzuschlagen.“</p></blockquote>
<p>Edouards Vater ist Koch und arbeitet in der gehobenen Hotellerie und Gastronomie. Er kommt in der Welt herum und nimmt seinen Sohn mit in die Schweiz, wo er ein Jahr lang die Schule besucht. „Die Natur, dieses viele Grün, der Schnee, das Wasser – das war für mich unglaublich. Ich konnte damals nicht begreifen, dass es so viele Bäume geben kann. In Kairo gab es ja kaum einen Baum – und wenn, dann Palmen.“</p>
<p>Zurück in Ägypten besucht Edouard die deutsche Schule und absolviert das deutsche Abitur.</p>
<h2>„Deine Zukunft ist nicht hier, sondern in Europa“</h2>
<p>Vor dem Hintergrund der Revolution und der politischen Veränderungen in Ägypten bereitet Edouards Vater seinen Sohn schon früh darauf vor, dass er Ägypten verlassen soll. Edouard erklärt: „Die mittlere Oberschicht bestand hauptsächlich aus dagebliebenen Europäern. Fremdlingen, die das Kapital in der Hand hatten und das Land letztlich ausbeuteten. Nach und nach wollten die Ägypter diese Positionen zurück. Es gab einen Exodus dieser ganzen Leute, die vorher sehr gut gelebt hatten, die mussten sehen, dass sie rechtzeitig wegkommen.“ Edouard entstammt diesem Zweig und ist damit einer von ihnen. Er kann in Ägypten nicht wirklich Wurzeln schlagen, obwohl all seine Freunde Ägypter sind. Erst später wird im klar, dass er dort stets den Status des Vorläufigen hatte.</p>
<h2>Kulturschock in Deutschland</h2>
<p>Als Edouard mit Anfang 20 nach Deutschland, zunächst nach Frankfurt, kommt, trifft ihn der Kulturschock hart. Ganz anders hatte er sich das Leben im „Land der Dichter und Denker“ vorgestellt, das er nicht kannte, auch wenn er die Sprache durch die deutsche Schule in Kairo bestens beherrscht.</p>
<p>Er tut sich schwer mit der rauen Mentalität; mit dem Tonfall, der in seinen orientalischen Ohren ruppig klingt. Eine enttäuschte Liebe, eine berufliche Findungsphase, eine unglückliche Ehe – in seiner ersten Zeit in Deutschland kommt einiges an Schwierigkeiten zusammen.</p>
<p>Als Edouard depressiv wird, hilft ihm eine Psychotherapie, all seine Erlebnisse und Erfahrungen zu reflektieren und zu verarbeiten. Er ist begeistert von deren Wirksamkeit und beschreitet selbst den beruflichen Weg der Ausbildung zum Psychotherapeuten.</p>
<h2>Wurzeln tief eingegraben</h2>
<p>Nach dem schwierigen Start ist Edouard immer mehr angetan von Deutschland: „Dass du hier überhaupt deine Rechte kriegen kannst. In Ägypten war das unmöglich.“ Er erinnert sich daran, wie sein Vater sich einmal regimekritisch geäußert hatte und daraufhin für eine Woche von der Bildfläche verschwand.</p>
<p>„Wir mussten recherchieren und Leute bezahlen, die herausfanden, dass er im Gefängnis gelandet war. Ihn da rauszuholen war nicht einfach.“ Von der hohen Lebensqualität in Deutschland ist Edouard begeistert: von den vielen Freiheiten, der Rechtssicherheit, der gesundheitlichen Versorgung, der guten Luft und dem guten Essen.</p>
<p>Edouard lernt die deutsche Kultur immer besser kennen. Er entdeckt, wie hilfsbereit die Deutschen sind, und findet sehr gute Freunde. „Ich habe erst hier meine Wurzeln ganz tief eingegraben.“</p>
<h2>Die 68er – &#8222;Es war eine optimistische Zeit&#8220;</h2>
<p>Edouards Studienzeit ist getragen von der Aufbruchsstimmung der 1968er. Er erlebt Rudi Dutschke und ist nah dran an der politischen linken Bewegung. „Es war eine sehr optimistische Zeit im Gegensatz zu jetzt, wo alle denken, dass die Welt bald untergeht.“</p>
<p>Als Ägypter wird er von den Deutschen nicht identifiziert. Schmunzelnd erinnert sich Edouard daran, wie er von einem bayerischen Wirt wegen seiner langen Haare als „Haschbruder“ bezeichnet wurde.</p>
<h2>Tourist im Herkunftsland</h2>
<p>Den Kontakt nach Ägypten zu halten, ist für Edouard in den ersten Jahren eine Herausforderung. Nicht die Ein-, sondern die Ausreise aus dem Land gestaltet sich schwierig. Bei einem vierwöchigen Besuch bei seinem kranken Vater ist Edouard ganze drei Wochen damit beschäftigt, das erforderliche Ausreisevisum zu erlangen. „Die haben mich dafür von Pontius zu Pilatus geschickt.“</p>
<p>Später gibt Edouard den ägyptischen Pass ab und nimmt die deutsche Staatsbürgerschaft an. Seitdem reist er problemlos etwa alle zwei Jahre nach Ägypten, denn von Zeit zu Zeit „wollen alle fünf Sinne wieder das Alte spüren.“ Persönliche Bande gibt es allerdings schon lange nicht mehr, sodass Edouard wie ein Tourist in das Land seiner Kindheit und Jugend reist.</p>
<p>Seitdem er in den Ruhestand gegangen ist, arbeitet Edouard therapeutisch in eigener Praxis. 36 Jahre lang hat er die Erziehungsberatung der Caritas geleitet. Zu seinen Klienten zählen heute viele binationale Paare, die er in Partnerschaftskrisen und -konflikten begleitet.</p>
<p>Mit Bedauern stellt Edouard fest, dass es in Deutschland viel zu wenig arabische und türkische Psychotherapeuten gibt. „Da besteht ein riesiger Bedarf.“ So ist für Edouard, selber Katholik, insbesondere die Ausbildung von Muslimen für die Telefonseelsorge eine Herzensangelegenheit.</p>
<h2>&#8222;Ihr seid Deutsche&#8220;</h2>
<p>Und was hat aus Edouards Sicht seinen Lebensweg in Deutschland am meisten geebnet? „Der Vorteil, dass ich schon in Ägypten Deutsch gelernt habe, ist unschätzbar hoch. Das war die Erleichterung meines Lebens.“ Von seinen drei Kindern habe er nie etwas Ägyptisches gefordert; nicht einmal die arabische Sprache.</p>
<blockquote><p>„Ich habe versucht, meine Kinder mit dem Thema Identität zu verschonen, und habe ihnen immer gesagt, dass sie Deutsche sind.“</p></blockquote>
<p>Weitere Themen: Band ohne Namen, typische Konflikte interkultureller Paare und deutsche Regeltreue.</p>
<p>Edouard Marry <a href="http://eheberatung-berlin.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://eheberatung-berlin.com/</a></p>
<p style="text-align: right;">Text: Simone Ahrberg-Joung</p>
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		<title>Pamela Owusu-Brenyah (GHA): Weiße Voltigierwelt, DJing in Ghana &#038; Afrika-Folklore &#124; Sport-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/pamela-owusu-brenyah-ghana/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2019 23:45:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DOSB]]></category>
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					<description><![CDATA[Pamela Owusu-Brenyah kommt 1982 in Hamburg zur Welt. Bei Halbe Katoffl spricht sie über die sehr weiße, aber behagliche Voltigierwelt, Leben und Auflegen in Ghana, wie es ist, einen Marathon zu finishen – und warum viele afrikanische Festivals in Deutschland nicht authentisch sind.

01:50 Passkontrolle
03:30 Mitgliedsausweis
06:45 Klischee-Check
10:00 Turbulente Familiengeschichte: Aufwachsen ohne Eltern
17:00 Leichtathletik und Voltigieren: Ich war immer die einzige Schwarze
22:10 Party, Role Models und Musik
25:00 DJing in Ghana: Das Land hat mich echt gepackt
41:30 Plötzlich Marathon: Die Freude kann man nicht beschreiben
50:50 Afro x Pop: Viele Afrika-Festivals sind nicht up-to-Date

Die Serie "Halbe Katoffl Sport" ist entstanden in Kooperation mit „Integration durch Sport“, das dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Das Bundesprogramm wird vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. 

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Website: https://halbekatoffl.de 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl 
Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl 
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/
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Music: The Artisans Beats – True Moments]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Pamela Owusu-Brenyah kommt 1982 in Hamburg zur Welt. Bei Halbe Katoffl spricht sie über die sehr weiße, aber für sie behagliche Voltigierwelt, das Leben und Auflegen in Ghana und unauthentische afrikanische Festivals.</p>
<p>Pamelas Eltern flüchten Ende der 1970er Jahre aus Ghana nach Deutschland. Als die politische Situation in Ghana einige Jahre später sich bessert, müssen die Eltern zurück – und Pamela bleibt in Deutschland. Erst lebt sie bei einer Pflegefamilie, deutsche Bekannte ihrer Eltern, dann kommt sie zu ihrem ghanaischen Onkel nach Düsseldorf. Bei ihm, seiner deutschen Frau und deren leiblichen Kindern wächst sie auf.</p>
<blockquote><p>„Am Anfang war es schwierig. Ich erinnere mich, dass ich bei meinen Pflegeeltern sehr viel Liebe bekommen habe. Aus Sicht des Jugendamtes war das aber nicht die richtige Familie für mich. Deswegen musste ich da weg und kam zu meinem Onkel, der sehr streng war.“</p></blockquote>
<p>Erst als Pamela in die Schule kommt, etwas später als gewöhnlich, ist sie auch offiziell in Deutschland.  Vorher hatte sie sich „illegal“ im Land aufgehalten – ohne dass sie sich dessen bewusst war. Pamela hat viele Freunde. Sie erinnert sich daran, ein fröhliches Kind gewesen zu sein, und dass sie gern zur Schule ging, an der sie die einzige Schwarze war: „Ich habe das Leben einfach so genommen wie es war.“</p>
<h2>Sehr weißer Sport</h2>
<p>Als Achtjährige beginnt sie mit Leichtathletik – und kommt dann recht bald zum Voltigieren. Auch hier ist sie die einzige Schwarze: „Der Reitsport ist ein sehr weißer Sport.“ Doch sie erlebt nach eigener Aussage keine Diskriminierung. Was zunächst als therapeutische Maßnahme gegen ihre Unruhe und „Hibbeligkeit“ gedacht ist, wird zu einer großen Leidenschaft, denn schnell wird deutlich, wie talentiert Pamela ist.</p>
<p>Sie startet in Wettkämpfen, reist viel herum; trainiert auch selber Kinder. Der Zusammenhalt in der Mannschaft, das gemeinsame Training und die Nähe zu den Pferden beruhigen sie und tun ihr gut. Sie wird gut angenommen – auch wenn sie phänotypisch sehr heraussticht. „Das war eine ganz besondere Zeit.“</p>
<p>Das Voltigieren nimmt, bis sie 21 Jahre alt ist und zum Studium der Politikwissenschaft nach Berlin geht, viel Zeit und Raum in ihrem Leben ein.</p>
<h2>Leben und Auflegen in Ghana</h2>
<p>Während die Umgebung und auch die Haushalte, in denen Pamela aufwuchs sehr weiß waren, wird ihr als junge Frau die Auseinandersetzung mit dem ghanaischen Anteil ihrer Identität immer wichtiger. 2011 wurde aus einem geplanten Urlaubsaufenthalt in Ghana ein ganzes Jahr. Nach einiger Zeit in Deutschland verbringt sie zwei weitere Jahre in Ghana und setzt sich konkret mit der Frage auseinander, dauerhaft dort zu leben.</p>
<blockquote><p>„Ich fand es so interessant zu sehen, wie die Menschen denken und leben. Es ist ein ganz anderer Mindset. Die Menschen müssen sich was Eigenes erschaffen.“</p></blockquote>
<p>Sie genießt, so auszusehen wie alle und nicht ständig angeschaut zu werden. In Deutschland passiere das jeden Tag mindestens ein Mal. „Manchmal denke ich mir: Google doch einfach „Schwarze Menschen“ – dann musst du nicht mich anstarren.“ Aber auch in Ghana muss sie ab und zu nervige Unterhaltungen führen. Viele glauben nicht, dass sie tatsächlich ghanaische Wurzeln hat. Sie wird oft als Amerikanerin wahrgenommen. Dennoch: Ghana hat es Pamela angetan: „Das Land hat mich echt gepackt.“ Mindestens einmal im Jahr versucht sie da zu sein.</p>
<h2>Authentische Afrika-Events</h2>
<p>Ihre Erfahrungen aus Ghana hat sie auch kreativ genutzt. Sie hat das „Afro x Pop“-Event ins Leben gerufen. Ein Food-und-Musikfestival, das das junge aktuelle Lebensgefühl und die authentische Kulturlandschaft in Afrika widerspiegeln soll – abseits von folkloristischen Vorstellungen.</p>
<blockquote><p>„Viele afrikanische Festivals in Deutschland sind nicht up-to-Date.“</p></blockquote>
<p>Pamela auf Instagram: <a href="https://instagram.com/its_pambam?igshid=1tgqljiejp8qh" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@its_pambam</a></p>
<p><em><img decoding="async" data-attachment-id="1659" data-permalink="https://halbekatoffl.de/jasmin-bluemel-hillebrand-brasilien/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small/" data-orig-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif?strip=all" data-orig-size="500,268" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Composite-Logo_IdS_BMI_30-Jahre_small" data-image-description="" data-image-caption="" data-large-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif?strip=all" class="wp-image-1659 alignright" src="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif?strip=all&resize=243%2C134" alt="" width="243" height="134" data-attachment-id="1659" data-permalink="https://halbekatoffl.de/jasmin-bluemel-hillebrand-brasilien/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small/" data-orig-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif" data-orig-size="500,268" data-comments-opened="0" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Composite-Logo_IdS_BMI_30-Jahre_small" data-image-description="" data-medium-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif?strip=all&resize=243%2C134" data-large-file="https://es5b85a48up.exactdn.com/wp-content/uploads/2019/04/composite-logo_ids_bmi_30-jahre_small.gif" /></em></p>
<p><em>Die Serie “Halbe Katoffl Sport” ist entstanden in Kooperation mit <a href="https://integration.dosb.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Integration durch Sport“</a>, das </em><em>dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Das </em><em>Bundesprogramm wird vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. </em></p>
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		<item>
		<title>Pawel Mordel (POL): Polenwitze, Yale &#038; After School Hustle</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/pawel-mordel-polen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Oct 2019 12:00:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Pawel Mordel kommt 1983 in Lublin, Polen, auf die Welt. Bei Halbe Katoffl erzählt er, wie ihn seine Jugendzeit in einer Berliner Plattenbausiedlung prägte, was er in Yale gelernt hat und warum sein Projekt "After School Hustle" seine biografischen Lebenswelten perfekt vereint.

01:30 Passkontrolle
03:00 Klischee-Check
07:50 Familiengeschichte: Ausländersein spielte keine Rolle
19:00 Rumhängen, zocken &#038; schöpferische Arbeit
25:30 Nach der Schule: Studium, Werbeagentur &#038; Yale
37:30 After School Hustle: Durch die Vita geprägtes Produkt

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Website: https://halbekatoffl.de 
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Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl 
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/
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Music: The Artisans Beats – True Moments]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Pawel Mordel kommt 1983 in Lublin, Polen, auf die Welt. Bei Halbe Katoffl erzählt er, wie ihn seine Jugendzeit in einer Berliner Plattenbausiedlung prägte, was er in Yale gelernt hat und warum sein Projekt &#8222;After School Hustle&#8220; seine biografischen Lebenswelten perfekt vereint.</p>
<p>Pawels Eltern, gerade fertig mit ihrem Studium, geraten wegen ihres regimekritischen Engagements gegen die sozialistische Regierung in Schwierigkeiten und fliehen 1988 mit dem kleinen Pawel nach West-Berlin.</p>
<h2>Deutsch lernen beim Fernsehen</h2>
<p>Nach einigen Monaten in einem Asylantenheim in Braunschweig und einem kurzen Aufenthalt in Bad Sachsa, im Harz, kehrt die Familie nach Berlin zurück und lässt sich dort im Plattenbau-Viertel Staaken in Spandau nieder.</p>
<p>Pawel erinnert sich dunkel an die erste Zeit in Deutschland. Da er noch sehr jung ist, sei ihm der Wechsel zwischen den beiden Ländern nicht schwer gefallen. Während seine Eltern einen Sprachkurs besuchen, findet er zu Hause über das Fernsehen einen ersten Zugang zur deutschen Sprache.</p>
<p>Pawel besucht noch ein Jahr den Kindergarten und wird dann eingeschult. In der Grundschule habe seine Herkunft nie eine Rolle gespielt, sagt er.</p>
<blockquote><p>„Die Leute kamen aus allen Ländern, es hat nie jemanden interessiert. Weder die Kinder noch die Eltern haben das thematisiert.“</p></blockquote>
<p>Pawel ist ein guter Schüler. Obwohl er eher still und zurückhaltend ist, wird er von den anderen Jungs akzeptiert. Manche geraten schon früh in Schlägereien, ziehen Leute ab, rauchen und kiffen. Pawel hängt mit ihnen in der Videothek und im Jugendclub ab.</p>
<p>„Ich bin eher introvertiert, auch gerne mal allein, aber trotzdem habe ich ein Grundinteresse an Menschen. Und vielleicht auch Angst vor Einsamkeit. Deswegen suche ich den Kontakt.“</p>
<h2>Abhängen, Sport und kreativ sein</h2>
<p>Als er auf eine mathematisch ausgerichtete Oberschule nach Charlottenburg wechselt, wird ihm durchaus bewusst, dass er aus einer ärmeren Gegend stammt, aber auch hier fällt das nicht groß ins Gewicht. Die Freundeskreise sind ganz selbstverständlich durchmischt.</p>
<p>Pawel verbringt eine ganz &#8222;normale&#8220; Jugendzeit. Er spielt Basketball in der Schulmannschaft, probiert sich im Football aus und hängt viel rum. „Nix besonderes“, sagt er. Er macht viel am Computer; spielt nicht nur, sondern versucht auch, sich schöpferisch auszudrücken. Er übt sich in Grafikdesign und im Programmieren.</p>
<p>Nach der Schule hat Pawel keine Ahnung, was er machen soll. „Ich habe mich immer für soziale Fragen und Politik interessiert. Deswegen habe ich Politikwissenschaft studiert. Einfach aus Interesse an dem Fach.“</p>
<h2>Yale – wie ein Kreuzfahrtschiff</h2>
<p>Nach der Uni arbeitet er in Werbeagenturen und für Start-ups im Bereich Design und Website-Programmierung. Nach einiger Zeit langweilt ihn das und er bewirbt sich an der Business School der Yale University für einen Masterstudiengang. Er bekommt den Platz und lebt für zwei Jahre auf dem Yale Campus, der ihm wie ein Kreuzfahrt-Schiff erscheint:</p>
<p>„Alle sind da, um zu lernen, alle Services sind da. Du kannst dich gut auf deine Arbeit konzentrieren.“</p>
<p>Die zwei Jahre in Yale sind für Pawel „eine sehr schöne Zeit“, auch wenn der Anfang durchaus hart gewesen sei: „Ich fragte mich, ob ich es überhaupt verdiene, hier zu sein.“</p>
<p>„Die Leute sind alle ambitioniert und gut in dem, was sie machen. Sie sind in einem unglaublich guten System. Wenn man die Uni dort mit hier vergleicht – das ist eine ganz andere Nummer.“</p>
<h2>After School Hustle</h2>
<p>In Yale lernt Pawel nicht nur seine Stärken kennen. Es ist eine wichtige Zeit der Selbstreflektion. Ihm wird dort bewusst, was er mag und was ihm wirklich wichtig ist. Zurück in Berlin, nimmt Pawel zunächst einen Job in einer Werbeagentur an. Er übernimmt die Teamleitung und arbeitet eng mit der Geschäftsführung zusammen.</p>
<p>Nach einem Jahr ist er bereit für sein eigenes großes Projekt, das stark durch seine Vita geprägt ist: Er gründet „<a href="https://afterschoolhustle.org/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">After School Hustle</a>“, ein gemeinnütziges Non-Profit-Bildungsprogramm für Teenager, eine</p>
<p>„Workshop-Fabrik“, die Jugendliche mit Berufsprofis aus verschiedenen Bereichen zusammenbringt. Es soll ihnen eine Idee davon vermitteln, was möglich ist, und ihnen Orientierung geben.</p>
<h2>Cooler Job – ohne viel Kohle, aber mit Freude</h2>
<p>„Die Kids kommen zum Teil ohne Vorstellung, was überhaupt sein könnte. Du stößt da oft die erste Tür auf. Wenn du überhaupt keine Orientierung hast, dann weißt du gar nicht, wo du ansetzen sollst.“</p>
<p>Nach zwei Jahren hat das spendenfinanzierte Projekt an die 100 Workshops realisiert und Pawel ist begeistert, wie gut das funktioniert.</p>
<p>„Ich erschaffe einen Organismus, der in immer größerem Stil Workshops produzieren kann. Ich habe jetzt einen coolen Job, bei dem ich zwar darauf verzichte, richtig viel Kohle zu machen, aber dafür mache ich etwas, was mir viel Freude bereitet.“</p>
<p>Pawel auf Instagram: <a href="https://www.instagram.com/pawelmordel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@pawelmordel</a></p>
<p style="text-align: right;">Text: Simone Ahrberg-Joung</p>
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		<title>Minh-Thu Nguyen (VNM): Leistungsdruck, Maggi-Gerichte &#038; Tanzen als Heilmittel &#124; Sport-Edition</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/minh-thu-nguyen-vietnam/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Sep 2019 21:51:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DOSB]]></category>
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					<description><![CDATA[Minh-Thu Nguyens Eltern stammen aus Vietnam. Die 26-jährige musste ihre Leidenschaft, das Tanzen, vor ihren Eltern verheimlichen. Ein Gespräch über Familienkonflikte, Maggi-Gerichte und die Heilkraft von Hip Hop.

01:50 Passkontrolle
03:00 Mitgliedsausweis
05:00 Klischee-Check
08:00 Asiatische Eltern: streng, aber nie da
17:00 „Ich habe meinem Vater ein Jahr verheimlicht, dass ich tanze“
29:00 Tanzwelt vs Alltag: Ich habe die Leute gar nicht nach Herkunft eingeordnet
33:00 Reisen nach Vietnam
39:00 Mittlerweile sind meine Eltern stolz
47:00 Tanzen: Als Sport unterschätzt, als Kunstform nicht ernst genommen

Die Serie "Halbe Katoffl Sport" ist entstanden in Kooperation mit „Integration durch Sport“, das dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Das Bundesprogramm wird vom Bundesinnenministerium und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert. 

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

Website: https://halbekatoffl.de 
Facebook: http://www.facebook.com/HalbeKatoffl 
Twitter: https://twitter.com/HalbeKatoffl 
Instagram: https://www.instagram.com/halbekatoffl/
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Deezer: http://www.deezer.com/show/53793 
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Music: The Artisans Beats – True Moments]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Minh-Thu Nguyens Eltern stammen aus Vietnam. Die 26-Jährige musste ihre Leidenschaft, das Tanzen, vor ihren Eltern verheimlichen. Ein Gespräch über Familienkonflikte mit Sprachbarrieren, Maggi-Gerichte und die Heilkraft von Hip Hop.</p>
<p>1993 kommt Minh-Thu zur Welt. Ihre Eltern waren unabhängig voneinander für die Arbeit nach Deutschland gekommen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie begegneten sich in Berlin.</p>
<p>Die Eltern arbeiten im Restaurant von Freunden, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und Geld in die Heimat senden zu können: „Meine Eltern waren wenig da. Es ging eben nicht anders. Wir hatten es finanziell nicht so leicht.“ Minh-Thu bleibt ein Einzelkind.</p>
<h2>&#8222;Ich wollte immer anders sein&#8220;</h2>
<p>Minh-Thu ist eine sehr gute Schülerin. Die Eltern sind streng mit ihr und setzen sie unter einen starken Leistungsdruck: „Meine Eltern wollten immer, dass ich die Beste bin.“</p>
<p>Sie leidet unter dem Statusdenken ihrer Eltern und unter den häufigen Vergleichen mit anderen Kindern. In der katholischen Gemeinde, der die Familie angehört, fühlt sie sich nicht zugehörig. Sie will anders sein, anders aussehen und hat andere Interessen:</p>
<blockquote><p>„Ich wollte mich immer austoben; wollte immer das Gegenteil von dem Bild von mir, in das meine Eltern vernarrt waren.“</p></blockquote>
<p>Schon früh experimentiert sie mit vielen verschiedenen Frisuren und entwickelt einen ganz individuellen Kleidungsstil.</p>
<h2>&#8222;Das erste Mal zu Hause gefühlt&#8220;</h2>
<p>Als sie 13 Jahre alt ist, beginnt Minh-Thu heimlich, Hip Hop zu tanzen: „Das war für mich wie eine andere Welt, in der ich mich zum ersten Mal zu Hause und verstanden gefühlt habe.“ Als ihre Eltern davon erfahren, sind sie zunächst total dagegen; erlauben es ihrer Tochter dann aber unter der Bedingung, dass die schulischen Leistungen weiterhin stimmen.</p>
<p>Minh-Thus musikalische und tänzerische Begabung fiel bereits im Kindergartenalter auf. Immer wieder sprechen Erzieher und Lehrer die Eltern auf das Talent ihrer Tochter an; denen jedoch das Geld fehlt, um Unterricht zu bezahlen. „Irgendwie habe ich aber trotzdem meinen Weg gefunden.“</p>
<p>Minh-Thu tanzt zunächst im Jugendzentrum, später in einer Tanzschule. Sie tanzt Formation, nimmt an Meisterschaften teil und spezialisiert sich schließlich auf Hip Hop. Ihr gefällt die Offenheit und Kreativität der Szene und dass sie hier so sein kann, wie sie will.</p>
<p>Durch die Probleme mit den Eltern vertieft sich Minh-Thu immer mehr in ihre Leidenschaft:</p>
<blockquote><p>„Dass ich meine Emotionen durch das Tanzen ausdrücken konnte, hat mich geheilt. Danach war es halb so schlimm, wieder nach Hause zu gehen.“</p></blockquote>
<h2>Keine gemeinsame Sprache</h2>
<p>Die Beziehung zwischen Eltern und Tochter gestaltet sich nicht zuletzt auch deswegen so schwierig, weil es nur begrenzt eine gemeinsame Sprache gibt. Zu Hause wird Vietnamesisch gesprochen, aber: „Ich kann mich auf Deutsch viel besser ausdrücken. Manchmal habe ich gedacht, sie würden mich besser verstehen, wenn ich es auf Vietnamesisch sagen könnte.“</p>
<p>Mit den Jahren hat sich das Verhältnis verbessert. „Als ich älter wurde, habe ich verstanden, dass sie nur das Beste für mich wollten und sich Sorgen um mich gemacht haben.“ Es sei schwierig gewesen für Mutter und Vater, die als Erwachsene nach Deutschland kamen, hier mit einem völlig anderen Lifestyle konfrontiert zu sein. „Ich bin ganz anders aufgewachsen als meine Eltern, in einem Land, in dem ich das machen und werden kann, was ich will. Meine Eltern hatten nicht so viele Optionen.“</p>
<p>Minh-Thu ist heute professionelle Tänzerin. Sie hat einen Bachelor in Mode-Management, gibt Fitness-und Breakletics-Kurse und modelt. Besonders am Herzen liegt ihr die Arbeit mit Teenagern, denen sie Hip-Hop-Unterricht gibt:</p>
<blockquote><p>„Es ist ein megaschönes Gefühl, jemandem etwas beizubringen, das du liebst. Tanzen hat mir geholfen – und es hilft auch den Kids. Bei ihnen siehst du von Woche zu Woche, wie sie sich entwickeln durch das Tanzen.“</p></blockquote>
<h2>&#8222;Ich mach, worauf ich Bock habe&#8220;</h2>
<p>Minh-Thu genießt ihre Freiheit und ihren Erfolg. „Es läuft jetzt so gut und ich habe nur dieses eine Leben. Ich mache jetzt, worauf ich Bock habe.“</p>
<p>Und einen Vorteil hat der hohe Leistungsanspruch ihrer Eltern aus Minh-Thus Sicht doch gehabt: „Dadurch, dass meine Eltern mich so gepusht haben als Kind, gebe ich mir immer noch mit allem sehr viel Mühe und will die Sachen so gut wie möglich machen.“</p>
<p>Obwohl Minh-Thu ihre Zweifel hat, dass ihre Eltern wirklich genau verstehen, was ihre Tochter beruflich tut, fühlt sie heute deren Vertrauen und Rückhalt. Sie schickt ihnen Bilder und Videos ihrer Arbeit per WhatsApp und lässt sie mehr an ihrem Leben Anteil nehmen.</p>
<blockquote><p>„Mittlerweile sind meine Eltern sehr stolz – egal, was ich mache. Jetzt akzeptieren sie das und unterstützen mich – aber das war echt ein langer Kampf.“</p></blockquote>
<p>Weitere Themen: Vietnam-Besuche, Reis mit Gurke und Maggi, fehlende asiatische Role-Models und Modelabel für Senioren.</p>
<p>Minh-Thu auf Instagram @<a href="https://www.instagram.com/minhtwo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">minhtwo</a> und YouTube <a href="https://www.youtube.com/channel/UCEabdkZHLP5oPKETHUPhyew" target="_blank" rel="noopener noreferrer">@min2</a></p>
<p style="text-align: right;">Text: Simone Ahrberg-Joung</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Idil Baydar (TÜR):  Armutskäfig, Selbst-Sabotage &#038; Jilet Ayse</title>
		<link>https://halbekatoffl.de/idil-baydar-tuerkei/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Ahrberg-Joung]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2019 21:55:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Idil Baydar wird 1975 als Kind türkischer Einwanderer in Celle geboren. Mit Frank spricht sie über Scham und Selbst-Sabotage, Karibik und Kreuzberg – und was ihre Mutter mit ihrer Kunstfigur Jilet Ayse zu tun hat. (Teil 1 ist LIVE vom Auf-die-Ohren-Festival, Teil 2 ist aus dem Studio.)

(LIVE)
04:00 Passkontrolle
06:00 Klischee-Check
11:00 Familiengeschichte: Einzelkind, Anarchie &#038; Waldorfinternat
20:00 "Kreuzberg – ich wusste, da gehöre ich hin": Abenteuer &#038; Armut
35:15 Abitur, Antigua &#038; Hartz IV
42:00 Jilet Ayse: Wie alles begann
47:30 Hasskommentare, Morddrohungen – viel Solidarität
(STUDIO)
51:30 Start Studiogespräch: Als Lehrerin: Entertainment und auf die Fresse
1:01:15 Idil &#038; Jilet: Hab die Ablehnung meiner Selbst auf die Bühne gebracht
01:28:50 Quantenphysik &#038; Steuernachzahlung

Der Halbe Katoffl Podcast ist eine Gesprächsreihe mit Deutschen, die nicht deutsche Wurzeln haben. Moderator ist der Berliner Journalist Frank Joung, dessen Eltern aus Korea kommen. Es geht um Themen wie Integration (gähn), Identität (ach ja) und Stereotypisierungen (oha) – aber eben lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Anekdoten aus dem Leben statt Theorien aus dem Lehrbuch. 

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										<content:encoded><![CDATA[<p>Idil Baydar wird 1975 als Kind türkischer Einwanderer in Celle geboren. Mit Frank spricht sie über Scham und Selbst-Sabotage, Karibik und Kreuzberg – und was ihre Mutter mit ihrer Kunstfigur Jilet Ayse zu tun hat.</p>
<p>Die Ehe von Idils Eltern zerbricht früh. Idil bleibt ein Einzelkind. Ihren Vater sieht sie lange Jahre nur in den Sommerferien und da ihre Mutter viel arbeitet, ist Idil meist auf sich allein gestellt.</p>
<p>Nachdem die Schneiderei der Mutter pleite gegangen war, beginnt diese eine Ausbildung zur Maskenbildnerin und reist viel. So kommt Idil mit zehn Jahren „aus der kompletten Anarchie“ auf ein Waldorf-Internat in der Lüneburger Heide. Die Jahre dort hat sie in sehr guter Erinnerung: „Das war die geilste Zeit. Ich habe ja keine Geschwister und dann hatte ich auf einmal ganz viele. Ich konnte mich da so austoben. Deutsche sind ja so geduldig.“</p>
<blockquote><p>„Was mir in der Kindheit an Beziehung gefehlt hat, das habe ich im Waldorf-Internat ganz gut nachgeholt. Du kannst ja nicht entfliehen. Das macht eine sehr stabile Bindungssituation.“</p></blockquote>
<h2>&#8222;Kreuzberg – da gehöre ich hin&#8220;</h2>
<p>Als Idil 15 ist, ziehen ihre Mutter und sie nach Berlin, da die Arbeitsmöglichkeiten für eine Maskenbildnerin hier weitaus besser sind als in Celle. Mit 17 zieht Idil von zu Hause aus. Von der Siemensstadt geht es nach Kreuzberg: „Ich wusste, da gehöre ich hin.“ Sie fühlt sich angezogen von der türkischen Community, weil ihr dieser Teil gefehlt hat.</p>
<blockquote><p>„Ich bin groß geworden wie eine Kartoffel und meine Mutter hat auch von Anfang an Deutsch mit mir gesprochen. Ich musste erstmal lernen, eine Türkin zu sein.“</p></blockquote>
<p>Obwohl ihr Berlin-Kreuzberg wie ein großes Abenteuer vorkommt und sie das Freiheitsgefühl dort genießt, erlebt sie nun viele Jahre der Halt- und Orientierungslosigkeit. Sie arbeitet schwarz – ohne es zu wissen – und probiert alles Mögliche aus; kann sich aber auf nichts festlegen.</p>
<p>„Die Jobs haben mich über Wasser gehalten, aber ich habe mich völlig lost gefühlt.“ 15 Jahre lang lebt Idil in großer Armut – eine schwere Zeit, in der sie im Rückblick jedoch viele wichtige Lektionen über das Leben gelernt hat.</p>
<blockquote><p>„Du begreifst die psychische Grundlage von Armut und was das mit dir anstellt (..). Du willst dich ausprobieren, aber du fühlst dich wie in einem Käfig. Du kannst nichts machen, du hast kein Geld.“</p></blockquote>
<p>Es sind „tiefe Tiefen“, die Idil in diesen Jahren durchlebt. Sie kifft viel und leidet an Depressionen: „Du hast mit vielen negativen Gefühlen zu kämpfen. Jeder sagt dir: Warum machst du nichts? Du könntest doch. Und du weißt auch: Du könntest. Aber irgendwie kannst du nicht.“</p>
<h2>Erst Karibik, dann Hartz IV</h2>
<p>Mit Ende 20 setzt eine Trendwende in Idils Leben ein. „Ich dachte, jetzt werde ich alt. Jetzt sollte ich etwas machen, womit ich mehr Geld verdiene.“ Sie holt ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach. „In dieser Zeit habe ich mich nochmal anders kennengelernt. Es hat mir Spaß gemacht, in einer Klasse zu sitzen und Dinge zu lernen.“</p>
<p>Dann trifft Idil ihre große Liebe. Sie heiratet und geht mit ihrem Mann in dessen Heimat <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Antigua_(Kleine_Antillen)" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antigua</a>, eine karibische Insel. Die Ehe hält nur ein dreiviertel Jahr. Nach einem kurzen Exkurs nach England kehrt Idil alleine zurück nach Berlin.</p>
<p>„Ich musste mich erstmal bei Hartz IV anmelden. Dann wurde ich in Maßnahmen gesteckt.“ In dieser Zeit arbeitet Idil auch als Nachhilfelehrerin an Schulen, unter anderem an der aus den Medien bekannten &#8222;Problemschule&#8220; Rütli. Eine wichtige Erfahrung für sie, in der sie viel über das deutsche Bildungssystem, den nicht einfachen Lehrer-Beruf und die schwierigen Start-Bedingungen vieler Kinder aus prekären Verhältnissen mit und ohne Migrationshintergrund lernt.</p>
<p>Ausschlaggebend für den Start ihrer Karriere als Comedy-Frau und Kabarettistin ist schließlich Idils Mutter. Sie fragt ihre Tochter, was mit ihr los sei, warum sie ihr Leben nicht in den Griff bekomme, und lässt Idils Ausreden nicht gelten (&#8222;Das ist alles Rassismus&#8220;). Als Idil einmal aus Spaß „im Kanacken-Sprech“ (O-Ton Idil) drauflos quatscht, findet ihre Mutter das so lustig, dass sie sie drängt ein Video aufzunehmen und es bei Youtube einzustellen.</p>
<blockquote><p>„Ich dachte das wird nichts. Das dritte Video ist dann durch die Decke gegangen. Es hatte nach nur drei Monaten 1,3 Millionen Abrufe.“</p></blockquote>
<p>Idil bekommt immer mehr Interviewanfragen, Aufträge und beginnt, sich auch live auf der Bühne auszuprobieren: „Am Anfang war ich grottenschlecht, aber mit der Übung wurde es immer besser.“</p>
<h2>&#8222;Ich bin Jilet unendlich dankbar&#8220;</h2>
<p>Die von Idil geschaffene Figur Jilet Ayse trifft bei den Menschen einen Nerv: „Jilet ist ein Integrations-Albtraum, aber nach einer dreiviertel Stunde liebst du sie.“ Obwohl es von da an „wie geschmiert“ läuft, setzt Idil sich selbst unter einen starken Leistungsdruck, zweifelt viel an sich und geht nach Auftritten oft hart mit sich ins Gericht.</p>
<blockquote><p>„Ich war wahnsinnig unsicher und habe sehr viel mit meinem Selbstwert zu kämpfen gehabt aufgrund dieser Zeit in Armut, und weil ich es so lange nicht auf die Reihe gekriegt habe, mich glücklich zu machen in meinem Leben.“</p></blockquote>
<p>Es braucht es noch mehrere Jahre, bis Idil ihrem Erfolg traut und sich entspannen kann: „Da begann es wirklich Spaß zu machen.“ Heute ist Idil ihrer Figur Jilet dankbar, denn: „Sie hat eines, was ich als Idil nicht so gut konnte. Jilet liebt sich einhundert Prozent. Sie nimmt sich an und feiert sich, so wie sie ist.“</p>
<p>Und nachdenklich reflektiert Idil, was ihr erst nach sieben Jahren in der Rolle von Jilet bewusst geworden sei:</p>
<blockquote><p>„Ich habe die Ablehnung meiner selbst über Jilet auf die Bühne gebracht und damit geheilt. Jilet hat mir gezeigt, wie ich mich in dieser Ablehnung lieben, mich selbst trotz dieser Ablehnung annehmen kann.“</p></blockquote>
<p>Weitere Themen: Scham und Misserfolg, Quantenphysik, Umgang mit Hass-Kommentaren, Buch-Projekt, und warum wir ein Anti-Rassismus-Gesetz brauchen.</p>
<p><a href="http://www.idilbaydar.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.idilbaydar.de</a></p>
<p style="text-align: right;">Text: Simone Ahrberg-Joung</p>
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